Serien

Beiträge zur Rubrik Serien

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 08
Einmal jemand ganz anderer sein

Immer den jugendlichen Liebhaber mag ich nicht spielen, die Lustigen sind mir lieber.“ Martin Harrer muss schmunzeln, wenn er seine Schauspielkarriere überblickt. Irgendwie ist sie ihm nämlich fast in die Wiege gelegt worden. Von den Eltern her, die beide Theater gespielt haben, ist er ziemlich „erblich vorbelastet“. In einem Bauernstück begann er als Bub mit seiner ersten Rolle. „So ein kleinen Piccolokellner war das damals“, erinnert er sich. Der Leiter der Theatergruppe in der Grazer Pfarre...

  • 08.05.11

Christentum - Ein Reiseführer | Etappe 007
Die Heilige Schrift verstehen lernen

Wege der Schriftauslegung Die Bibellektüre wurde vor allem in Klöstern gepflegt. Neben dem Umstand, dass die Klöster Orte der Bildung und der Forschung waren, hatten sie den Vorteil, dass viele ihrer Mitglieder lesen bzw. (ab)schreiben konnten. Ihnen sind die zahllosen kostbaren Bibelhandschriften zu verdanken, die bis heute zu den großen Kulturschätzen des Abendlandes gehören. Die reformatorischen Bewegungen erkannten ausschließlich die Bibel als Autorität an und sprachen dem kirchlichen...

  • 08.05.11

Sakramente feiern | Teil 01
Die Eucharistie

Brot des Lebens Ich danke für das Essen, das ich jeden Tag bekomme. Wenn ich denke, woher es kommt, verwandelt sich unser Tisch in eine bunte Landkarte aus verschiedenen Ländern. Ich bin dankbar für die vielen Hände, die gearbeitet haben, gekocht und gebraten haben. Ich bin dankbar für die, die mit mir essen, mir ihre Freundschaft und Liebe schenken, sie sind mehr wert als Brot. Wenn wir ein Fest feiern, spüren wir besonders, dass wir von den Speisen, voneinander, von der Freude und vielem mehr...

  • 01.05.11

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 07
Gern dabei, wenn Menschen fertig leben

Wenn Sie jemanden brauchen, selbst wenn es drei Uhr früh ist: „Das Handy liegt neben dem Bett.“ Elfriede Neumeister ist bereit. Die Arbeit für die Palliativbetreuung ist etwas, was für sie passt, so meint die 72-Jährige, denn sie sei nun einmal ein Nachtmensch. Sterbesituationen bedeuten freilich eine große Herausforderung: „Es ist notwendig, dass man die Stille aushält. Irgendwann kommt der Moment, dann geht alles vorbei, ich kann das nicht nachvollziehen.“ Aber „es ist wichtig, dass der...

  • 01.05.11

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 06
Wir riechen ja gar nicht, wie gut es uns geht

Man hat grauenhafte Erlebnisse im Rettungsdienst.“ Vorstellen kann man sich, dass der Einsatz im Rettungswagen und in der Leitstelle nervenzehrend ist. „Dadurch lernt man aber erst wieder zu schätzen, dass man zu Hause eine heile Welt hat“, nämlich eine Familiensituation mit zwei Söhnen und den vier Enkeln, „die wir, so gut es geht, genießen“. Erika Maderbacher ist sich dessen nur zu bewusst, was ihr persönlich geschenkt ist. Seit einem schweren Unfall, seitdem sie weiß, dass alles auch hätte...

  • 24.04.11

Christentum - Ein Reiseführer | Etappe 006
Die Entstehung der Evangelien ist heute verhältnismäßig gut erforscht.

Das Neue Testament Allgemein wird davon ausgegangen, dass Markus (Mk) als erstes der Evangelien verfasst wurde. Man nimmt an, dass der Autor Heidenchrist gewesen sein muss, vor seiner Bekehrung also nicht zur jüdischen Glaubensgemeinschaft gehört hat. Erklärungen jüdischer Bräuche und Übersetzungen aramäischer Ausdrücke machen deutlich, dass dieses Evangelium für Heidenchristen wohl um 70 n.Chr. (während des Aufstands gegen die Römer) geschrieben worden ist. Die so genannte „Zweiquellentheorie“...

  • 24.04.11

Sakramente feiern | Vorschau
Sinnvoll und schön

Mit der nächsten Nummer vom 1. Mai startet das Sonntagsblatt eine Serie, die helfen soll, Erstkommunion, Firmung, Taufe und Hochzeit gehaltvoll zu feiern. Die Zeit zwischen Ostern und Pfingsten wird im Leben der Pfarrgemeinden geprägt durch die Feiern von Erstkommunion und Firmung. Im Sommer werden auch bevorzugt die Hochzeiten angesetzt. Und immer wieder bringen Eltern ihre Kinder zur Taufe. Bei allen diesen Feiern wird Wert gelegt auf eine gute Vorbereitung. Denn es sind Feiern an...

  • 24.04.11

Werke der Barmherzigkeit mit P. Anselm Grün | Teil 07
Ich war tot, doch siehe, ich lebe

In der Gerichtsrede Jesu in Mt 25 ist nur von sechs Werken der Barmherzigkeit die Rede. Doch schon im 4. Jahrhundert wurde das siebte Werk hinzugefügt: „Tote begraben“. Ausschlaggebend war dabei das Wort des alten Tobit, der das Beispiel eines frommen Juden war. Er erzählt von sich, dass er den Brüdern seines Stammes schon immer aus Barmherzigkeit viel geholfen hat: „Ich gab den Hungernden mein Brot und den Nackten meine Kleider; wenn ich sah, dass einer aus meinem Volk gestorben war und dass...

  • 24.04.11

Werke der Barmherzigkeit mit P. Anselm Grün | Teil 06
Ich war im Gefängnis. Ihr seid zu mir gekommen.

Ein Gefängnisseelsorger erzählte mir, wie wenig Besuch Gefangene bekommen. Viele Freunde genieren sich, den Gefangenen zu besuchen. Sie haben Angst, mit dem Gefängnis in Verbindung gebracht zu werden. Oder sie haben Angst, von ihren Nachbarn schief angesehen zu werden, wenn sie einen Gefangenen besuchen. Sie könnten ja etwas mit diesem Gefangenen und seinen krummen Sachen zu tun haben. Gefangene werden oft wie Aussätzige behandelt. Und wenn sie freikommen, dann sind sie für ihr Leben...

  • 17.04.11

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 05
Da kommt man ins Keppeln und setzt sich…

Es gibt Häuser, „da muss ich aufpassen, dass mich die Leut’ nicht ausjeiken.“ So formuliert man es auf gut Steirisch. Die Haussammlung ist nicht immer das Allerlustigste und lauter Honiglecken wohl auch nicht. Als Sammler kommt man immer in die Verlegenheit, für alle Fehler von Kirche und Caritas zur Rede gestellt zu werden. Für andere geradestehen zu sollen. „Manchmal muss ich schon viel Kritik einstecken.“ Aber was hilft’s? „Wenn was passiert, dann helfen Caritas und Rotes Kreuz als erste,...

  • 17.04.11
Wer den Kranken besucht, besucht Jesus. | Foto: Erwin Wodicka
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Werke der Barmherzigkeit mit P. Anselm Grün | Teil 05
Ich war krank

Wenn ein Verwandter im Krankenhaus liegt, besuchen wir ihn selbstverständlich. Aber ist es wirklich immer ein Besuch? Besuchen kommt im Deutschen von suchen. Ich suche intensiv nach dem andern. Ich möchte heraus-suchen, wo er steht. Besuchen meint also, ein Interesse am andern haben. Ich mache mich auf die Suche, um ihn wirklich zu finden. Im Griechischen (episkeptomai) und Lateinischen (visitare) liegt der Akzent auf dem Sehen, genau hinsehen, betrachten, überlegen. Wie geht es wirklich? Wenn...

  • 10.04.11

Christentum - Ein Reiseführer | Etappe 005
Die wichtigste Schrift der Christen

Die Entstehung der Bibel Sie unterscheidet sich von den Offenbarungsschriften anderer Religionen dadurch, dass auf die Vorstellung ­einer rein göttlichen Verfasserschaft („Verbalinspiration“) verzichtet wird. Traditionelle Deutungen gingen davon aus, dass Mose die ersten fünf Bücher von Gott diktiert worden seien oder den Evangelisten die Feder direkt vom Heiligen Geist geführt wurde. Heute sehen sich die meisten christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in der Lage, eine...

  • 10.04.11

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 04
Wirkliches Leben gelingt (nur) in der Begegnung

Als Überthema ihres Lebens versteht Agnes Schalk je länger desto mehr ein bekanntes Zitat von Martin Buber: „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ Die 60-jährige Volksschullehrerin, die seit 1937 in Stallhofen unterrichtet, sieht in ihrer Arbeit in der Katholischen Frauenbewegung ein „In-Beziehung-Leben“. „Ich treffe bei Veranstaltungen, wie es die 60-Jahr-Feier der Katholischen Frauenbewegung heuer im Jänner war, Frauen, die ich schon seit 25 Jahren kenne. Wir bestärken uns, das sind meine...

  • 10.04.11

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 03
Es hängt eben davon ab, wie viel man sich antun will

Wir waren schon immer Ministranten und haben eine Hetz dabei g’habt.“ Christoph Küberl, Stephan Rothschädl und ihr Freund Dominik Neumeister sind von klein auf so richtig hineingewachsen in das pfarrliche Engagement. Als die Jugendbegleiter der Pfarre Straßgang 2008 ihr Engagement beendeten, übernahmen sie die Pfarrjugend, „weil uns klar war, dass es sonst nichts mehr geben würde“. Das Ergebnis nach zwei Jahren kann sich sehen lassen. „Heute haben wir ungefähr 45 Jugendliche, die regelmäßig...

  • 03.04.11

Werke der Barmherzigkeit mit P. Anselm Grün | Teil 04
Ich war nackt.

Kaum ein anderer Heiliger ist so ins Bewusstsein der Menschen getreten wie der hl. Martin mit dem Mantel, den er geteilt und einem Bettler geschenkt hat. Wir alle kennen die Legende, dass dem jungen Martin nach dieser spontanen Tat des Teilens im Traum Christus selbst erschienen ist und ihm gezeigt hat, dass er letztlich ihm den Mantel geschenkt hat. In dieser Legende wird die Gerichtsrede Jesu aus dem Matthäusevangelium Wirklichkeit. Martin wusste nicht, dass er im Bettler Christus selber...

  • 03.04.11

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 02
Wir haben gleich gespürt, wir sind am richtigen Weg

 Zuerst waren leise Bedenken da. Ob sie die Räumlichkeiten einrichten könnten, ob es überhaupt funktionieren könnte? Aber: „Wir sind zu allen gegangen, weil wir wollten, dass alle zusammenhelfen.“ So erklären Hermine Schlager und Rosemarie Kaiser ihre Strategie: Sich Unterstützung holen, wo immer es möglich war. Bei Banken, Geschäften, Parteien. Klar war von Anfang an, was entstehen sollte. „Eine Drehscheibe nicht nur für Arme und Benachteiligte, sondern für alle nach dem Motto: Beim Reden...

  • 27.03.11
„Wir müssen uns als christliches Land fragen, wieweit wir die Forderung Jesu nach Gastfreundschaft heute erfüllen und was uns Jesus heute sagen würde.“ | Foto: www.BilderBox.com
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Werke der Barmherzigkeit mit P. Anselm Grün | Teil 03
Ich war fremd.

Die Griechen haben das gleiche Wort für Fremder und Feind. Doch damit der Fremde nicht zum Feind wird, sondern zum Freund, war die Gastfreundschaft etwas Heiliges. Das galt für die ganze Antike, für Griechen, Römer und Juden. Geschichten der Gastfreundschaft Das Neue Testament erzählt uns wunderbare Geschichten der Gastfreundschaft. Lukas erzählt von den Emmausjüngern. Sie laden den fremden Mann, der sich ihnen auf dem Weg anschließt, ein, bei ihnen zu bleiben. Und auf einmal erkennen sie ihn...

  • 27.03.11

Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 01
Lob ist das Mascherl, das halt noch dazukommt

Zwei Lieblingsbeschäftigungen führt Irmgard Kellner bei den vielfältigen Betätigungen in der Grazer Stadtpfarre zusammen. „Ich fotografiere gern und spiele gern am Computer herum“, erzählt sie lachend. Was dabei herauskommt, kann sich durchaus sehen lassen: etwa die Betreuung der Homepage und die Fotodokumentation dessen, was in der Pfarre passiert. Als Pensionistin muss die 1944 in Kärnten Geborene nicht mit der Zeit geizen. „Ich kann es mir heute leisten, für alles, was ich machen will, Zeit...

  • 20.03.11
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Werke der Barmherzigkeit mit P. Anselm Grün | Teil 02
Ich war durstig.

Als ich während meines Studiums in Rom mit ein paar französischen Mitbrüdern eine Woche in Italien wandern war, war es selbstverständlich, dass uns die Bewohner eines Dorfes ihre Häuser öffneten und uns den Wassersack füllen ließen. In Deutschland habe ich da andere Erfahrungen gemacht. Da ist es nicht selbstverständlich, dass man einem öffnet, der darum bittet, seine Wasserflasche zu füllen.   Gastfreundschaft und Zuwendung Wenn ich in einem Haus zu Gast bin, werde ich oft gefragt, ob ich...

  • 20.03.11

Werke der Barmherzigkeit mit P. Anselm Grün | Teil 01
Ich war hungrig

In dieser Fastenzeit sollen uns die sieben Werke der Barmherzigkeit begleiten. Die Kirche hat schon sehr früh das Wort Jesu aus der Gerichtsrede ernst genommen, in dem er unsere Spiritualität am Verhältnis zum Hungernden, Dürstenden, Fremden misst.[/p] Jesus identifiziert sich mit den Armen, Obdachlosen und Kranken: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Jesus zählt sechs verschiedene Gruppen auf. Die frühe Kirche liebt die Zahl sieben und...

  • 13.03.11

Christentum - Ein Reiseführer | Etappe 004
Die Bibel – eine große Bibliothek

Die biblischen Bücher Der Name „Bibel“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die Bücher“ (biblia), denn die Bibel ist nicht ein Buch, sondern eine Sammlung von 73 Einzelschriften oder eben „Büchern“, die der Kirche als inspiriert, das heißt vom Geist verfasst gelten. Im so genannten „Kanon der Bibel“ (= „Richtschnur“) ist die Anzahl der Bücher festgelegt, die als Gotteswort in Menschenwort gelten. Die Bibel besteht aus zwei in Umfang, Inhalt und Entstehung unterschiedlichen Teilen, die man...

  • 13.03.11

Benedikt heute | Teil 06
Mit der Hölle drohen?

Benediktinische Impulse für das Leben heute Benedikt, der Zuchtmeister mit Rute. Das war ein Bild, das man früher gar nicht so selten gefunden hat. Man hat es verwendet, weil es „nützlich“ schien. Den anderen Benedikt hat man dabei übersehen. Zu Beginn des Kapitels über die Demut droht der hl. Benedikt unverhohlen mit der Hölle, wenn einer nicht spuren will, und beschwört das Bild des allgegenwärtigen Gottesauges, dass alles sieht, auch was in dunkler Nacht geschieht (siehe...

  • 27.02.11

Christentum - Ein Reiseführer | Etappe 003
Meine Lieblingsfigur entdecken

Ein guter Reiseführer macht auf Besonderheiten und Kleinodien aufmerksam, die man ohne ihn übersehen hätte.  Orte der Begegnung mit der Bibel: Das Lesen biblischer Texte ist zentraler Bestandteil aller gottesdienstlichen Feiern. Für jeden katholischen Sonntagsgottesdienst ist ein alttestamentlicher Text, ein Ausschnitt aus der Briefliteratur oder der Apostelgeschichte und ein Evangelium vorgesehen. Die meisten Zeitgenossen haben ihre häufig nur fragmentarischen Kenntnisse von biblischen Texten...

  • 27.02.11

Benedikt heute | Teil 05
Was Verantwortung bedeutet und was ein Burnout ist

Benediktinische Impulse für das Leben heute Da der Abt nicht alles selber machen kann, delegiert er die Verantwortung, z. B. an den Cellerar (Verwalter), dem in der Benediktsregel ein eigenes Kapitel gewidmet ist. Der Betreffende muss nicht so sehr etwas können, als vielmehr jemand sein: „Er sei von reifem Charakter, kein Vielesser, nicht hochmütig, nicht aufgeregt und nicht grob, nicht langsam und nicht verschwenderisch. Er sei der Gemeinschaft wie ein Vater.“ Geld und Geist. Heute würde man...

  • 20.02.11

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