SR vorgestellt: SR Oberers Feistritztal
Joglland trifft Almenland

Die Beichtwanderung mit dem Maskottchen „Zicki“ ist ein fester Bestandteil in der religiösen Begleitung der Volksschulkinder, die in der Feier der Erstkommunion ihren Höhepunkt findet. | Foto: Faustmann
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  • Die Beichtwanderung mit dem Maskottchen „Zicki“ ist ein fester Bestandteil in der religiösen Begleitung der Volksschulkinder, die in der Feier der Erstkommunion ihren Höhepunkt findet.
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Der Seelsorgeraum Oberes Feistritztal ist von Wäldern, Wiesen und dem Feistritzfluss geprägt. Wachsend und fließend vollziehen sich auch kirchliche Entwicklungen.

Ihr Seelsorgeraum aus der Luft betrachtet; Was sticht sofort ins Auge?
Pfarrer Martin Waltersdorfer, SL: Ich bin zwar noch nicht über das Obere Feistritztal geflogen, aber bei einem Flug im Mai würde sich dem Auge wohl ein Fleckerlteppich mit den unterschiedlichsten Grüntönen bieten. Es ist von einem hohen Waldanteil, unterbrochen von kleineren, aber relativ steilen Wiesenflächen, geprägt. Joglland trifft Almenland und beide gehen ineinander über. Die Pfarren bestehen aus kleinen Ortskernen, umgeben von vielen kleinen Streusiedlungen. Die land- und forstwirtschaftlichen Flächen verlangen den Bauern viel an Arbeitskraft und Geschicklichkeit ab. Wie ein roter (bzw. klarer) Faden durchzieht die Feistritz den Seelsorgeraum und gibt ihm auch seinen Namen.

Ein weiteres Bild für die Beschreibung des Seelsorgeraumes von oben ist für mich jenes einer überdimensionalen Rodelbahn, deren Verlauf auf- und abwärts geht mit vielen Kurven, aber auch Zwischenstationen, die zum Innehalten einladen. Das Gebiet ist bekannt und beliebt für sanfte Wanderungen, anspruchsvolle Fahrradstrecken und Motorradtouren. In Koglhof kann man auch tatsächlich auf einer Sommerrodelbahn unterwegs sein.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte?
Waltersdorfer: Sie wurden vor drei Jahren im Pastoralplan zusammengefasst. Herausfordernd in der Umsetzung dabei war, dass es seitdem einige Personalveränderungen bei Priestern und Pastoralreferenten gab.
Im Bereich der Ehrenamtsentwicklung werden zunehmend Weiterbildungen angeboten. Es wird auch auf ein gutes Miteinander mit den zahlreichen Vereinen und Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, geschaut. In der Liturgie geht es um eine Förderung, neue Formen auszuprobieren und die musikalische Vielfalt, die in der Region vorhanden ist, auszuschöpfen. Anlässlich der Pensionierung zweier Priester steht ab Herbst ein besonderer Fokus darauf, dass die ausgebildeten WortgottesdienstleiterInnen regelmäßig zum Einsatz kommen.

Hauptziel ist, dass die einzelnen Pfarren, die eine je spezifische Prägung haben, immer mehr zusammenwachsen und die Menschen zu einem Miteinander ermutigt werden. Ein Vorbild kann dabei der traditionelle Gastwirtetag sein, wo alle Gastwirte des Seelsorgeraumes zu einem gemeinsamen Gottesdienst mit anschließender Begegnung eingeladen werden. Eine Initiative, die bereits vor 50 Jahren gegründet wurde, natürlich auch die Veränderungen der Zeit miterlebt hat, aber nach wie vor das Potenzial in sich hat, wie Pastoral in Zukunft ausgerichtet ist: Auf die Leute zugehen. Mit den Menschen in ihren Lebenssituationen ins Gespräch kommen. Ihre Sorgen und Hoffnungen, ihre Leiden und ihre Dankbarkeit vor Gott bringen.

Wie war der Prozess der Seelsorgeraum-Werdung?
Anita Fenz, HBP: Im Seelsorgeraum Oberes Feistritztal war der Übergang vom Dekanat ein fließender Prozess. Dank der historisch gewachsenen, guten Zusammenarbeit stellten sich Grenzfragen gar nicht erst. Doch ein Seelsorgeraum ist mehr als eine Verwaltungseinheit – er ist ein lebendiges Beziehungsgeflecht. Wenn die Chemie zwischen den Hauptamtlichen stimmt, ebnet das den Weg in unbekanntes Terrain.

Auf diesem neuen Feld sind Erfahrungen oft erst zu sammeln. Dabei ist Vertrauen das wichtigste „Must-have“. Zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen wächst dieses Fundament stetig, auch wenn nicht jedes Konzept sofort aufgeht. Rückschläge gehören zum Lernen dazu; anderes wird sofort begeistert angenommen.
Für mich als „Neue“ in der Nachfolge von Helmut Konrad ist es ein tägliches „Wow“, wie mutig Veränderungen angegangen werden. Auch wenn uns das „Das war schon immer so“ gelegentlich begegnet, überwiegt die Freude am Gestalten. Gemeinsam blicken wir zuversichtlich nach vorne – getragen von einer Gemeinschaft, die weiß, dass man Neues nur mit gegenseitigem Vertrauen meistern kann.

Gibt es Pfarrgrenzen überschreitende Angebote und wie werden sie angenommen?
Fenz: In unserem Seelsorgeraum weiten wir den Blick: Pastoral bedeutet heute, das Ganze zu sehen. Während jede unserer neun Pfarren ihre wertvollen Traditionen pflegt, setzen wir neue Akzente bewusst auf Ebene des gesamten Seelsorgeraums. Das Ziel? Ein vielfältiges Angebot, das Menschen über Pfarrgrenzen hinweg verbindet.

Ob spirituelle Vertiefung bei den „Exerzitien im Alltag“, offener Austausch bei „Reden über Gott und die Welt“ oder lebendige Themengottesdienste – wie die Feier der Liebe am Valentinstag oder die bunten Familienmessen im Fasching: Wir schaffen Räume für Begegnung. Auch die Qualität der Seelsorge liegt uns am Herzen. Mit Kursen für den Besuchsdienst, Kantorenschulungen oder Fortbildungen zu Öffentlichkeitsarbeit und Datenschutz stärken wir unser gemeinsames Fundament.
Die bunte Durchmischung der Teilnehmenden zeigt: Kirche lebt dort, wo wir Ressourcen teilen und füreinander da sind. Gemeinsam gestalten wir eine Pastoral, die Antwort gibt auf die Fragen unserer Zeit – verwurzelt in der Tradition, offen für die Zukunft.

Was sind die größten Herausforderungen in der Verwaltung?
Franz Hinterleitner, HBV: In unserem SR war von Anfang an sehr viel zu organisieren und umzustrukturieren, um die Herausforderungen zu bewältigen. Es bedurfte zahlreicher Besprechungen in den verschiedensten Gremien und Pfarren, um die im Pastoralplan festgelegten Ziele zu erreichen. Schwierig war es auch, die Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen vom „Kirchturmdenken“ wegzubringen und hin zur Gemeinsamkeit zu führen. Eine große Hilfe zur Überzeugung war und ist meine ehrenamtliche Mitarbeit als HBV.
Eine große Herausforderung war es auch, das Seelsorgeraumzentrum der Verwaltung zu errichten. Es ist aber gelungen und wird sehr gut angenommen. In unserem SR sind noch gut 90 Prozent der Bevölkerung Katholiken und gegenüber diesen haben wir die Verantwortung, die Verwaltung effizient und bürgernah zu halten. Außerdem fördern wir die Eigenständigkeit der einzelnen Pfarren mit unseren Möglichkeiten und Unterstützungen.

Was ist neu entstanden beziehungsweise gerade im Entstehen?
Hinterleitner
: Organisation von Einkäufen für die Pfarren, Organisation von Info-Seminaren für Friedhofverwaltung, Kirchenrechnung und Haushaltsplanungen, SR-Verwaltungszentrum, Notfalltelefon für Todesfälle und Krankensalbungen, einheitliche Vorschreibungen von Grabablösen, einheitliche Verwaltungsrichtlinien für alle Pfarren im SR; Anpassung der Kanzleiöffnungszeiten und die Erreichbarkeit der Pfarrsekretärinnen.
Der Zusammenhalt ist gewachsen und wächst weiter, die gegenseitige Hilfe und Unterstützung zwischen den Pfarren ebenfalls. Eine große Herausforderung ist sicher das Gebäudenutzungskonzept, die Planung und Abstimmung, in welcher Pfarre wir welche Gebäude benötigen bzw. welche Gebäude wir im SR brauchen. Das Konzept ist in Vorbereitung zur Planungsphase und wird in den kommenden Jahren umgesetzt.


Bunt wie ein Regenbogen

In Koglhof ist die Begleitung zur Erstkommunion ein Langzeitprojekt.

Zusammen mit Eltern und PatInnen, die in ihrer Rolle gestärkt werden, findet in Koglhof eine recht einzigartige Erstkommunionvorbereitung und -nachbegleitung statt. Sie erstreckt sich über alle vier Jahre der Volksschule. Treffen bei Tisch­eltern gibt es genauso wie eine Kirchenrallye und Brotbacken.

Indem wir uns viel Zeit nehmen, können die vermittelten Inhalte wachsen und Frucht bringen, sei es bei den lebendig gestalteten Familienmessen oder bei der Begegnung mit dem Pfarrgemeinderat im Rahmen eines Sozialprojekts. Eine Beichtwanderung und ein feierliches Abschlussfest mit Bibelübergabe und Segnung am Ende der vierten Klasse stärken für den nächsten Lebensabschnitt.

Heuer zieht sich das Thema „Gottes Liebe ist so bunt wie ein Regenbogen“ wie ein farbenfroher Faden durch die Vorbereitung. Der Regenbogen als Zeichen der Verbindung zwischen Himmel und Erde steht für Hoffnung, Vertrauen und die vielfältige Schönheit der Schöpfung.

Im Blickpunkt

Das Seelsorgeraum-Führungsteam im SR Oberes Feistritztal besteht aus (v. l.) Pfarrer Martin Waltersdorfer als Leiter des Seelsorgeraums, Anita Fenz als Handlungsbevollmächtigter für Pastoral und Franz Hinterleitner als Handlungsbevollmächtigtem für Verwaltung. | Foto: Spandl
  • Das Seelsorgeraum-Führungsteam im SR Oberes Feistritztal besteht aus (v. l.) Pfarrer Martin Waltersdorfer als Leiter des Seelsorgeraums, Anita Fenz als Handlungsbevollmächtigter für Pastoral und Franz Hinterleitner als Handlungsbevollmächtigtem für Verwaltung.
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80 Jahre Frieden. Bei der Präsentation des Sammelbandes „NS-Herrschaft, Verfolgung und Widerstand in der Oststeiermark 1938–1945“ blickten die Autoren Jonny Reitbauer, Martin Pöllabauer, Gernot Schafferhofer und Marco Jandl auf NS-Verbrechen zu Kriegsende zurück und erinnerten an Opfer aus der Region. | Foto: Scherf-Kachelmaier
  • 80 Jahre Frieden. Bei der Präsentation des Sammelbandes „NS-Herrschaft, Verfolgung und Widerstand in der Oststeiermark 1938–1945“ blickten die Autoren Jonny Reitbauer, Martin Pöllabauer, Gernot Schafferhofer und Marco Jandl auf NS-Verbrechen zu Kriegsende zurück und erinnerten an Opfer aus der Region.
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Musikantenmesse. Musik verbindet, Musik gibt Kraft an Leib und Seele. Der Seelsorgeraum beheimatet viele prominente und talentierte Musikanten und SängerInnen. Am 1. Mai gestalteten die Edlseer, der MaiXang, der Musikverein Birkfeld, Pauli Reicher (Orgel) und Elfi Groß mit zwei Gedichten in Birkfeld eine Musikantenmesse. | Foto: BePo
  • Musikantenmesse. Musik verbindet, Musik gibt Kraft an Leib und Seele. Der Seelsorgeraum beheimatet viele prominente und talentierte Musikanten und SängerInnen. Am 1. Mai gestalteten die Edlseer, der MaiXang, der Musikverein Birkfeld, Pauli Reicher (Orgel) und Elfi Groß mit zwei Gedichten in Birkfeld eine Musikantenmesse.
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Osterhasenkirtag. Seit 25 Jahren verwandelt sich Fischbach für drei Wochen in ein Osterhasendorf. Auch die Pfarre trägt zur Attraktion des Osterhasenkirtags bei, der tausende BesucherInnen aus nah und fern in der Osterzeit anlockt. Auferstehung wird aber trotzdem mit Christus gefeiert. | Foto: Waltersdorfer
  • Osterhasenkirtag. Seit 25 Jahren verwandelt sich Fischbach für drei Wochen in ein Osterhasendorf. Auch die Pfarre trägt zur Attraktion des Osterhasenkirtags bei, der tausende BesucherInnen aus nah und fern in der Osterzeit anlockt. Auferstehung wird aber trotzdem mit Christus gefeiert.
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Zahlen und Fakten

Oberes Feistritztal

Diese 9 Pfarren gehören zum SR Oberes Feistritztal:
Birkfeld, Fischbach, Gasen, Haustein, Koglhof, Miesenbach, Ratten, Rettenegg, Strallegg.
Außerdem gibt es die Filialkirchen St. Georgen am Gasenbach (Koglhof) und Hl. Laurentius am Autersberg (Birkfeld) sowie Seelsorge in den Pflegeheimen in Birkfeld, Ratten und Rettenegg.

Kontakt:
SL Pfarrer Martin Waltersdorfer
0676/8742 6079
martin.waltersdorfer@graz-seckau.at
HBP Anita Fenz:
0676/8742 6779
anita.fenz@graz-seckau.at
HBV Franz Hinterleitner
0676/9358 080
franz.hinterleitner@graz-seckau.at

Seelsorgeteam:
Pfarrer: Ireneusz Lewandowski, 0676/8742 6026,
ireneusz.lewandowski@graz-seckau.at;
Roman Miesebner, 0676/8742 6508, roman.miesebner@graz-seckau.at;
Kaplan: Markus Grill, 0676/8742 6807,
markus.krill@graz-seckau.at;
Aushilfspriester:
Franz Ranegger, 03174/4407;
Peter Weberhofer, 03174/4407.

Kanzleiteam:
Olena Bilan, Barbara Eichtinger, Christine Spandl

▶  Homepage:
oberes-feistritztal.graz-seckau.at


Die neun Menschen im Logo stehen für die neun Pfarren des Seelsorge­raumes, aber auch für die vielen Gruppen und Vereine im Oberen Feistritztal. Was uns verbindet, ist der Fluss Feistritz – deshalb die Farbe Blau. Auf den Waldreichtum und die weitgehend intakte Natur weist das kräftige Grün hin.

Legende
SR = Seelsorgeraum
SL = Seelsorgeraumleiter
HBP = Handlungsbevollmächtigte/r für Pastoral
HBV = Handlungsbevollmächtigte/r für Verwaltung

Die Beichtwanderung mit dem Maskottchen „Zicki“ ist ein fester Bestandteil in der religiösen Begleitung der Volksschulkinder, die in der Feier der Erstkommunion ihren Höhepunkt findet. | Foto: Faustmann
Das Seelsorgeraum-Führungsteam im SR Oberes Feistritztal besteht aus (v. l.) Pfarrer Martin Waltersdorfer als Leiter des Seelsorgeraums, Anita Fenz als Handlungsbevollmächtigter für Pastoral und Franz Hinterleitner als Handlungsbevollmächtigtem für Verwaltung. | Foto: Spandl
80 Jahre Frieden. Bei der Präsentation des Sammelbandes „NS-Herrschaft, Verfolgung und Widerstand in der Oststeiermark 1938–1945“ blickten die Autoren Jonny Reitbauer, Martin Pöllabauer, Gernot Schafferhofer und Marco Jandl auf NS-Verbrechen zu Kriegsende zurück und erinnerten an Opfer aus der Region. | Foto: Scherf-Kachelmaier
Musikantenmesse. Musik verbindet, Musik gibt Kraft an Leib und Seele. Der Seelsorgeraum beheimatet viele prominente und talentierte Musikanten und SängerInnen. Am 1. Mai gestalteten die Edlseer, der MaiXang, der Musikverein Birkfeld, Pauli Reicher (Orgel) und Elfi Groß mit zwei Gedichten in Birkfeld eine Musikantenmesse. | Foto: BePo

Osterhasenkirtag. Seit 25 Jahren verwandelt sich Fischbach für drei Wochen in ein Osterhasendorf. Auch die Pfarre trägt zur Attraktion des Osterhasenkirtags bei, der tausende BesucherInnen aus nah und fern in der Osterzeit anlockt. Auferstehung wird aber trotzdem mit Christus gefeiert. | Foto: Waltersdorfer
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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