Zeit für Kirche - Mein Ehrenamt | Teil 02
Wir haben gleich gespürt, wir sind am richtigen Weg

Auf ein Plauscherl im „’s Plauscherl“. Gemütliche Atmosphäre bringt Kontakte.
  • Auf ein Plauscherl im „’s Plauscherl“. Gemütliche Atmosphäre bringt Kontakte.
  • Foto: Neuhold
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 Zuerst waren leise Bedenken da. Ob sie die Räumlichkeiten einrichten könnten, ob es überhaupt funktionieren könnte? Aber: „Wir sind zu allen gegangen, weil wir wollten, dass alle zusammenhelfen.“ So erklären Hermine Schlager und Rosemarie Kaiser ihre Strategie: Sich Unterstützung holen, wo immer es möglich war. Bei Banken, Geschäften, Parteien. Klar war von Anfang an, was entstehen sollte. „Eine Drehscheibe nicht nur für Arme und Benachteiligte, sondern für alle nach dem Motto: Beim Reden kommen die Leut z’samm’.“ Stolz präsentieren die beiden die wunderschön eingerichteten Räume im „’s Plauscherl“, dem neuen Begegnungsort der Pfarre, wo ein lockerer Umgangston herrschen soll, aber auch Hilfe nachgefragt werden kann. Hermine Schlager: „Viele Menschen haben Scheu, in den Pfarrhof zu kommen“, also kommt die Kirche hinaus.

Die Pension war für zwei so dynamische Charaktere einfach nicht genug. Hermine Schlager, ganz pragmatisch: „Wenn man nichts zu tun hat, wird man nur krank. Unseren Hof hat schon lange der Sohn übernommen, und so eine ,Putze‘ bin ich nicht.“ Rosemarie Kaiser pflegte zuletzt ihren schwer kranken Mann. Nach seinem Tod kam eine persönlich schwere Zeit, und sie suchte eine Möglichkeit zum Neuanfang: „Ich musste irgendwie aus meinem Tief herauskommen.“ Was lag näher, als wieder an die Tätigkeiten anzuknüpfen, mit denen sie schon beruflich erfolgreich und gut vernetzt waren.

Wo sich die beiden auch kennen gelernt haben. „Ich bin ausgebildete landwirtschaftliche Lehrerin. Nachdem ich 25 Jahre Bäuerin war, bin ich wieder eingestiegen.“ Im LFI, das dann aber seine Pforten geschlossen hat. Schlechte Aussichten für Hermine Schlager. „Mit 57 auf Jobsuche, das war nicht einfach.“ Die Unterstützung Rosemarie Kaisers, die im AMS arbeitete, brachte ihr damals einen neuen Job, „ohne sie hätte ich das wohl nicht bekommen.“

Damals hat die Vernetzung begonnen. Hermine Schlager bezeichnet sich seitdem als „caritasinfiziert“. Im „’s Plauscherl“ wird sie weiter für die Pfarrcaritas Menschen unterstützen. Rosemarie Kaiser war in der anderen „Reichshälfte“ aktiv: Bei der Volkshilfe organisierte sie Urlaube für Alleinerzieherinnen: Zur Zeit macht sie eine Ausbildung zur sozialen Ombudsfrau. Ein Pilotversuch in Österreich.

Der Vitalität, welche die beiden glücklichen Organisatorinnen ausstrahlen, kann man sich nur schwer entziehen. Auch wenn Zweifler am Anfang durchaus vorhanden waren. Hermine Schlager: „Der Herr Pfarrer war ein biss-chen skeptisch, ob das was Positives wird.“ Wollen wir wetten?

Gisela Remler

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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