Steiermark | SONNTAGSBLATT - Kommentare & Blogs

Beiträge zur Rubrik Kommentare & Blogs

Mutworte - Christa Carina Kokol
Ich bin ja kein Vogel

Urlaub auf „Balkonien“ – ich genieße es, die Petersilie für meine Suppe zu ernten. Es blüht in allen Blumenkistchen, so dass selbst die graue Hauswand von gegenüber aus meiner Perspektive bunte Tupfer erhält. Und blicke ich über meinen „Tellerrand“ hinaus, kann ich auch die ferneren Wunder der Natur erleben. Vielleicht haben Sie in der ORF-Reihe „Universum“ die possierlichen Erdmännchen gesehen, die sich mit dem Sperlingsvogel Drongo verbünden. Droht Gefahr, ruft der Vogel, und die Erdmännchen...

  • 05.08.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Viele Wege führen zu Maria

Auf den Weg zu besonderen Verehrungsstätten der Gottesmutter Maria machen sich auch in diesem Sommer viele Gruppen. Über zwei solche Wallfahrtsorte finden Sie in dieser Ausgabe größere Beiträge: Graz-Mariatrost und Heilbrunn. Allein die beiden Namen stehen für das, was Menschen suchen, wenn es sie an solche Orte zieht: Trost und Heilung. Trost braucht nicht nur, wer trauert. Manchmal braucht der Mensch einfach Ermunterung und Bestätigung in den Unsicherheiten und Unwägbarkeiten seines Lebens....

  • 05.08.20

Offen gesagt - Thomas Meier
Nach dem Unwetter

Wie haben sich die Unwetter in der Steiermark ausgewirkt? Wie hilft die Feuerwehr? Seit Ende Juni muss man sagen, dass keine Region der Steiermark von Unwettern ganz verschont geblieben ist. Fast überall kam es zu Gewittern mit den klassischen Unwetterkomponenten: Sturm, Hagel und Starkregen. Die Schäden fielen dementsprechend aus: überflutete Keller, von Muren verlegte Straßen, Bahngleise oder Gebäude, umgestürzte Bäume, die Autos, Häuser, Strom- und Telefonleitungen beschädigten, im...

  • 05.08.20

Positionen - Alois Strohmaier
Ein Hoch den frechen Spatzen

Wenn ich gelegentlich auf einen Kaffee beim Jakomini-Sorger einkehre, geschieht es, dass ein frecher Spatz ohne Scheu vor den Gästen das Lokal aufsucht. Und geschickt pickt er die Semmel- und Brotbrösel auf dem Boden auf. Da denke ich an den genialen Jugendseelsorger und Gründer des Salesianerordens, Johannes Don Bosco, über den die Dichterin Elisabeth Langgässer gesagt hat, der Heilige sei „wie ein wildes Gebirgswasser“ gewesen, „das gleichzeitig Steine mit sich reißt und Blumen und Tiere...

  • 05.08.20

Mutworte - Br. David Steindl-Rast, OSB.
Vom aufmerksamen Zuhören

Gottesnamen, wir sollten sie wohl besser „Gottes-Hinweise“ nennen, deuten auf eine letzte Wirklichkeit hin, die immer unaussprechlich bleibt. Was sich aussagen lässt, muss diesseits des Unsagbaren bleiben. Jeder Gottesname liegt also auf unserer Seite der Beziehung zwischen Gott und uns. Und doch sagt er nicht nur über uns etwas aus, sondern auch über Gott. Der kleine rote, schwarz-getupfte Käfer, der sich auf meine Fingerspitze setzt, macht eine wirkliche Erfahrung von mir, wie begrenzt sie...

  • 29.07.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Gipfelgespräch über das Leiden

Wanderungen sind in der Ferienzeit immer eine beliebte Unternehmung. In Ermangelung exotischerer Urlaubsziele sind sie es heuer vielleicht noch stärker. Auch auf dem kirchlichen Kalender steht im Sommer eine Wanderung. Jesus führt uns dabei auf den Berg der Verklärung. Auf dem Berg Tabor, der so charakteristisch die Jesreel-Ebene in Galiläa überragt, wird sein Wanderziel lokalisiert. Am 6. August wird das Ereignis auf dem Gipfel dieses Berges gefeiert, die „Verklärung des Herrn“. An diesem Tag...

  • 29.07.20

Offen gesagt - Bischof Wilhelm Krautwaschl
Ruhig weitergehen

Was bedeutet die Vatikanische Instruktion der Kleruskongegration für den Kirchenentwicklungsprozess in der Steiermark? Die eben veröffentlichte Instruktion hat eine „Pastorale Umkehr“ im Blick. Unser Ausgangspunkt war ein „Perspektivenwechsel“ im Leben von Kirche: „Was ist unsere Sendung?“ Ein wesentlicher Faktor desselben ist unser gemeinsames Voranschreiten als Kirche und damit als Leib Christi mit unterschiedlichen Charismen, Aufgaben und Verantwortungen. An diesem Weg führt nichts vorbei....

  • 29.07.20

Positionen - Karl Veitschegger
Miteinander?!

Wieder einmal ist ein Dokument aus Rom gekommen. Diesmal eine Instruktion über Pfarre und missionarische Seelsorge aus der Kleruskongregation. Nicht, dass ich mir davon besondere neue Impulse erwartet hätte, aber ein bisschen mehr Mut wäre schon schön gewesen. Das Schreiben enthält durchaus stimmige Zeitanalysen und viele wunderbare Zitate von Papst Franziskus, die ich voll mittragen kann. Aber es ist wie so oft bei Mutter Kirche: Man redet gern von Reform, von „pastoralem Miteinander“ und...

  • 29.07.20

Mutworte - Christa Carina Kokol
Glückskäfer im Anflug

Dass die Vögel in diesem Jahr besonders laut und schön singen, haben viele von uns bemerkt. Vielleicht schenken wir ihrem Gesang auch mehr Aufmerksamkeit als sonst. Lange vermisst habe ich die freundlichen Marienkäfer, neben den Schmetterlingen meine Lieblingsinsekten, die nicht nur bei mir dementsprechend punkten. So wurde ein Siebenpunkt, der neulich in meinen Haaren einen wahren „Seiltanz“ vollführt hat, ein echter Glückskäfer für mich. Die kleinen Marienkäfer sind große Nützlinge. Sie...

  • 22.07.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Das Unterwegssein und die Dankbarkeit

Während ich diese Zeilen schreibe, wollte ich eigentlich mit einer Sonntagsblatt-Reisegruppe durch Norddeutschland fahren. Durch Corona haben wir jetzt noch ein ganzes Jahr Zeit, uns auf diese Reise zu freuen. Trotzdem sind wir alle auch in diesem Jahr unterwegs. Der Schutzpatron der Reisenden, Christophorus, hat am 24. Juli Namenstag. Der Sonntag darauf gibt uns Anlass für ein Geschenk. Mit diesem Geschenk wollen wir danken für gutes Unterwegssein. Wir schenken es Menschen, für die Mobilität...

  • 22.07.20

Offen gesagt - Willibald Pölzel
In heiliger Begleitung

Wie viele Kilometer legen Sie im Jahr zirka zurück und blieben Sie bisher unfallfrei? Letztes Jahr bin ich 90.000 unfallfreie Kilometer mit dem Bus quer durch Europa gefahren. 300 Tage war ich dafür unterwegs. Vom Nordkap bis hinunter nach Lissabon, das war das südlichste, und Russland mit Moskau, das östlichste Ziel. Heuer bin ich corona-bedingt weniger mit dem Bus unterwegs. Dafür komme ich dazu, Arbeiten zu erledigen, für die ich sonst selbst keine Zeit hatte. Und im Büro ist in den letzten...

  • 22.07.20

Positionen - Monika Prettenthaler
Getragen und tragend

„Ob wirklich passiert oder nicht, das ist egal. Hauptsache, dass die Geschichte wahr ist!“ Dieses Zitat von Erich Kästner bringt das auf den Punkt, worum es auch bei Legenden geht. Anders als ein Bericht, dessen Ziel die sachliche Information ist, erzählen Legenden von einer Wahrheit hinter den Dingen und von einer Wirklichkeit, die weit über exaktes Protokollieren hinausgeht. So auch die Legende von Christophorus, die in vielen Versionen überliefert ist: Ein Mann, groß wie ein Riese, arbeitet...

  • 22.07.20

Mutworte - Anna Schreiber
Ein anders Wort für Druck

„Bei meiner Arbeit habe ich Druck, meine Frau macht mir oft Druck, und selbst in der Kirchengemeinde erlebe ich, dass Druck auf mich ausgeübt wird. Mir wird das alles zuviel, ich sehe keinen Ausweg.“ „Alle wollen etwas von mir“, schreiben Sie. „Alle wollen etwas, und ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich überhaupt bin und was ich will.“ Das ist genau der springende Punkt. Mit dieser Frage haben Sie eine zentrale Fragestellung schon selbst gefunden, die Sie in Richtung Lösung und Ausweg aus der...

  • 15.07.20

Positionen - Leopold Neuhold
Kennst du den Unterschied?

Es gibt sie zur Genüge, die „Kennst du den Unterschied-Witze.“ Zwei Beispiele: Kennst du den Unterschied zwischen einem Fußgänger und einem Fußballer? Der Fußgänger geht bei Grün, der Fußballer bei Rot. Was ist der Unterschied zwischen einem Bankräuber und einem Fußballstar? Der Bankräuber sagt: „Geld her, oder ich schieße!“, der Fußballstar: „Geld her, oder ich schieße nicht.“ Es lassen sich also immer wieder Unterschiede ausmachen, wenn auch manchmal nur sehr gezwungen. Unterschiede machen ja...

  • 15.07.20

Offen gesagt - Andreas Ehart
Krise trifft auch Kirche

Wie zeigt sich derzeit die finanzielle Lage der Katholischen Kirche Steiermark? Die Corona-Krise trifft unsere gesamte Gesellschaft, die Wirtschaft und natürlich auch die Kirche. Enorme Hilfsprogramme von Staat und Zentralbanken sollen die Arbeitslosigkeit und die Rezession abfedern. Wir sind sehr froh, dass die Regierung nun auch einen Hilfsfonds für Non-Profit-Unternehmen und kirchliche Institutionen eingerichtet hat. Auch wenn das die Kosten der Krise mildert, wissen wir noch nicht, wie sich...

  • 15.07.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Göttliche Weisheit und menschliche Torheit

Als der römische Kaiser Justinian in Konstantinopel im 6. Jahrhundert die damals größte Kirche der Christenheit erbauen ließ, wurde sie der heiligen Weisheit, der „Hagia Sophia“ geweiht. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen wurde sie in eine Moschee umgewandelt. Als Zeichen, wer jetzt herrscht. Konstantinopel fühlte sich damals vom Westen im Stich gelassen. Weder Kaiser noch Papst noch andere Mächte fühlten sich imstande oder waren willens einzugreifen. Ist jetzt das...

  • 15.07.20

Mutworte - Christa Carina Kokol
Nicht genügend – setzen!

Zeugnisverteilung – des einen Freud, des anderen Leid. Manches Mal stellen wir uns selbst ein schlechtes Zeugnis aus. Wir fühlen uns gescheitert – in der Schule, im Beruf, in Beziehungen, an uns selbst, im Leben überhaupt. Nicht genügend – setzen! Thomas A. Edison, der Erfinder der elektrischen Glühlampe, hatte rund 9000 gescheiterte Versuche hinter sich, bis die Glühlampe marktreif wurde. Nach dem 1000. Versuch re-signierte ein enttäuschter Mit-arbeiter: „Wir haben es nun tausend Mal versucht,...

  • 08.07.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Kirche kann stehen, sitzen, knien, gehen

„Eine Sitzmesse wollen wir erst gar nicht einführen.“ Beim 70-Jahr-Jubiläum von Prälat Leopold Städtler erinnerte ich mich an dieses Wort in einer Predigt von ihm. In der Kirche Judenburg-St. Magdalena hatten wir neue Kirchenbänke bekommen. Anlässlich ihrer Einführung hob Städtler damals hervor, dass wir nicht den Gottesdienst absitzen, sondern die verschiedenen Haltungen brauchen: das Stehen, das Sitzen, das Knien und das Gehen. Ich bin dankbar für dieses Wort, weil es nicht nur für die Messe...

  • 08.07.20

Offen gesagt - Claudia Stöckl
Endlich Ferien?

Wie geht es Eltern schulpflichtiger Kinder? Bringen die Ferien Erleichterung? Meine Söhne (8 und 12 Jahre) und ich waren während des „Lockdowns“ gemeinsam zu Hause – sie im Homeschooling, ich im Homeoffice. Für mich bedeutete das großteils Nachtarbeit, da ein gleichzeitiges Lernen und Arbeiten mit Kindern in dem Alter nicht möglich war. Als die Schulen wieder öffneten, hatten beide meistens an verschiedenen Tagen Unterricht. Das brachte den Nachteil, dass weiterhin fast jeden Tag zumindest ein...

  • 08.07.20

Positionen - Elisabeth Wimmer
Wes Geistes Blick?

An vielen Orten wurden nun Denkmäler gestürzt, entfernt oder zerstört, zum Verschwinden gebracht: womöglich in tiefen Kellern – was wir nicht hoffen wollen, denn das Verbannen unerwünschter Mächte in unbeleuchtete Winkel hat der menschlichen Seele noch kaum einmal gutgetan; das gilt als verlässliche Erfahrung. Es waren stolze Standbilder von Akteuren denkwürdiger Taten, die man zur Errichtungszeit bedeutsam fand und wohl anders bewertet hat, als wir es heute tun. Wohltäter, die von der...

  • 08.07.20

Sonntagsblatt+Plus | NOTIZEN - Heinz Finster
Willkommen in der Sonntagsblatt_Familie

In den letzten Tagen wurde ich, wie wahrscheinlich Sie auch, öfter gefragt: „Was glaubst du, wie es weitergehen wird? Überhaupt, und auch mit der Kirche?“ Gerne hätte ich viel wissender geantwortet, als es möglich war.Diesbezüglich wurde ja schon viel gefragt, räsoniert und gesagt in den letzten Wochen. Von neuer Normalität war da die Rede und von neuer Nachdenklichkeit. Von wirtschaftlichen Herausforderungen und von neuer Bescheidenheit. Von Armutsangst und hoffnungsvollen Impulsen für das...

  • 01.07.20

Mutworte - Ruth Zenkert
Ein Zeichen wie der Regenbogen

Das letzte Schuljahr sollte er fertig machen, um einen Abschluss zu haben. Querflöte sollte er lernen, weil er musikalisch hochbegabt ist. Und er wollte den Führerschein machen. Viele begeisterte Gespräche hatten uns zu diesem Arbeitsprogramm für Marius geführt. Er begann alles – und brach es ab. Verstrickte sich in Ausreden und Lügen, am Schluss wurde es ein Schreikonzert, in das auch ich einstimmte. Da fiel mein Blick auf ein Bild, das an meiner Pinnwand hängt, und plötzlich öffnete es mir...

  • 01.07.20

Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Das Gute steckt oft in kleinen Buchstaben

Unsere Kolleginnen und Kollegen vom Salzburger „Rupertusblatt“ haben als Werbegeschenk ein Brillenputztuch gestaltet. Darauf ist die Botschaft aus der Schöpfungsgeschichte, „Gott sah, dass es gut war“, mit immer kleiner werdenden Buchstaben geschrieben. So wie ein Sehtest beim Augenarzt. Die Aussage, „dass es gut war“, ist dadurch am schwersten zu lesen. Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Um das Gute zu sehen, muss ich genau hinschauen. Manchmal steckt gerade im Kleinen und Unscheinbaren...

  • 01.07.20

Offen gesagt - Daniela Grabovac
Versteckter Rassismus

Gibt es Rassismus in der Steiermark? Vor 20 Jahren war es gang und gäbe, dass Menschen schwarzer Hautfarbe auf der Straße beschimpft wurden, und auch das N-Wort war noch fast selbstverständlich in Verwendung. Schwarze seien ungebildet und unhygienisch, war die landläufige Meinung. Als Mensch mit schwarzer Hautfarbe einen Job zu finden wurde damit fast unmöglich. – Ein Beispiel: Eine junge schwarze Frau hat sich als Verkäuferin in einer Bäckerei beworben und wurde nicht genommen mit der...

  • 01.07.20

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