Kinder und Medien
Kindheit analog
- Das Ordensklinikum Linz begrüßt die Initiative „Bildschirmfrei von Null bis Drei“.
- Foto: Pixabay
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Ordensklinikum Linz warnt vor körperlichen Folgen frühen Medienkonsums.
Die psychischen Auswirkungen intensiver Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen sind gut dokumentiert. Weniger bekannt sind die körperlichen Folgen, die KinderärztInnen beobachten. Das Ordensklinikum Linz weist darauf hin, dass übermäßiger Medienkonsum bei sehr jungen Kindern zu Schlafstörungen, Fehlhaltungen und Augenproblemen führen kann. Besonders kritisch sei die Nutzung in den ersten Lebensjahren, betont Gerhard Nell, Leiter der Kinder- und Jugendheilkunde.
Erste Schwierigkeiten zeigen sich oft schon, bevor Kinder aktiv Medien bedienen können. Viele Eltern greifen aus Überforderung oder Gewohnheit zu Smartphone oder Tablet, um Säuglinge zu beruhigen. Vorwürfe wolle man ihnen nicht machen, so Nell. Dennoch brauche es mehr Bewusstsein dafür, dass frühe Bildschirmzeiten zentrale Entwicklungsschritte beeinträchtigen können. Kleine Kinder lernen über Blickkontakt, Sprache, Berührung und gemeinsames Erleben – Reize, die digitale Geräte nicht ersetzen.
Der Kinderarzt empfiehlt daher, Bildschirmnutzung unter drei Jahren möglichst zu vermeiden. Kurze Ausnahmen wie Videotelefonate seien unproblematisch. Bei älteren Kindern zeigt sich ein breites Spektrum an Beschwerden: gereizte Augen, zunehmende Kurzsichtigkeit, Nacken- und Rückenprobleme sowie Kopfschmerzen. Langes Sitzen und eine gebeugte Haltung beim Scrollen verstärken diese Symptome.
Nell rät Eltern zu vier Grundregeln: „Nicht zu früh. Nicht zu viel. Nicht unbegleitet. Nicht als Ersatz für Beziehung, Spiel und Schlaf.“ Dazu gehören bildschirmfreie Zeiten und Orte, Gespräche über Inhalte und ein reflektierter Umgang mit der eigenen Mediennutzung.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.