16. Sonntag im Jahreskreis | 19. Juli 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Kleiner als Unkraut
Auf den Social-Media-Plattformen, aber auch in der nicht-virtuellen Welt scheint es manchmal, als ob Unkraut-Jäten das Lieblingshobby von Christinnen und Christen sei: Wie schnell spricht die eine Gruppierung der anderen das Katholisch-Sein ab. Wie schnell wird ganz genau gewusst, was als „katholisch“ gelten darf und was nicht. Und wie schnell wird gleichzeitig vergessen, was „katholisch“ heißt: allumfassend.
Das Bild von Gott als „Richter“ ist so unpopulär wie nur was. Vielleicht tun wir uns mit Gott, der (die?) das Unkraut jätet, leichter. Es meint das gleiche: Wir dürfen es Gott überlassen, zu jäten (oder zu richten). Und wir dürfen unseren Blick weg vom Unkraut auf das lenken, was an noch viel Kleinerem, Verborgenem da ist und oft übersehen wird: das Potenzial eines Senfkorns, aus dem ein gastfreundlicher, lebendiger Baum wird. Der Sauerteig, von dem ein klitzekleiner Batzen eine ungeheure Kraft hat.
Das Unkraut im Garten sticht so leicht ins Auge. Viel spannender ist doch das, was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. Gott lädt uns ein zum Spielen: „Ich sehʼ, ich sehʼ, was du nicht siehst, und das ist … kleiner als Unkraut!“ Wer Augen hat, der schaue!
Maria Ladenhauf
maria.ladenhauf@graz-seckau.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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