Pilgern in Österreich: Internet-Portal
Gott am Weg finden
- Als „Beten mit den Füßen“ bezeichnet der Theologe Josef Promitzer das Pilgern: „Schritt für Schritt lasse ich Herausforderndes in meinem Leben los und kann erfahren, dass Einer mit mir geht – auf allen Wegen des Lebens.“
- Foto: pilgern.at
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Pilgern – sich aufmachen, um bei sich selber anzukommen.
Ein neues Internet-Portal bündelt Infos zum Fußwallfahren durch Österreich.
Es wird seit Jahrtausenden in vielen Religionen praktiziert, bietet Gläubigen die Möglichkeit, im Aufbrechen Gott neu zu finden und stammt vom lateinischen Wort „peregrinus“ ab, das so viel heißt wie „in der Fremde sein“: das Pilgern. Längst ein Trend, bringt es „Menschen verschiedener Herkunft, unterschiedlichen Alters und oft auch unterschiedlicher spiritueller Ausrichtungen miteinander auf den Weg: zu sich selbst und zu Gott, zu anderen Pilgernden und zur Schöpfung, die im Miteinander erahnt werden kann.“ Als diözesaner Pilgerverantwortlicher für die Steiermark weiß Josef Promitzer um die lange Tradition des Wallfahrens und Pilgerns. „ChristInnen pilgerten bereits im 2. Jahrhundert zu den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus. Schon damals wurde das ganze Leben als Pilgerweg hin zu Gott verstanden“, sagt der Theologe und erinnert an Evangelientexte, die bereits von Jesus als Pilger berichten.
Wo beginnt der Weg?
Bereits im Kopf oder im Herzen? Mit dem ersten Schritt oder schon dann, wenn man über seinen Schatten springt? Fragen wie diese stellt Wolfgang „Fifi“ Pissecker. Der Kabarettist und Schauspieler hält seine auf 732 Kilometern gemachten Erfahrungen als Pilger durch Nordspanien in der Rubrik „Pilgergeschichten“ auf pilgern.at fest. Das neue Internet-Portal ging am 5. Juli online. Die Webseite bietet nicht nur Wissenswertes über das Fußwallfahren hierzulande, sondern auch eine Zusammenschau, die es bis dato in Österreich nicht gab. Bislang habe man Pilgerwege verstreut auf verschiedenen Wanderportalen und Webseiten von Tourismusverbänden suchen müssen, sagt dazu Roland Stadler. Mit pilgern.at gebe es nun eine einheitliche Seite, die nicht nur über die Fakten der einzelnen Strecken informiere, sondern auch geistliche Hinführung und Impulse (siehe auch S. 23) biete, so der Vorsitzende vom Arbeitskreis Tourismuspastoral der Katholischen Kirche Österreich. Österreich halte eine große Vielfalt an Pilgerwegen bereit – „von herausfordernden alpinen Wegen im Westen bis hin zu klösterlich-kulturell geprägten Wegen im Osten; von Radpilgerstrecken bis hin zu meditativen Wegen“. Im Pilgern werde das Menschsein ganzheitlich mit Körper, Geist und Seele erfahren. Obendrein sei das Fußwallfahren „ein offener Zugang zu Spiritualität“ – genau das wolle man auf dem in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Pastoralinstitut und dem Medienreferat der Österreichischen Bischofskonferenz erstellten und vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus geförderten neuen Portal abbilden.
Und auch auf die beim Pilgern mitunter aufkommende Frage „Warum tue ich mir das an?“ will die Webseite hinkünftig antworten: Verzeichnisse von Kirchen (samt Messen) sowie Kapellen oder anderen sehenswerten Plätzen zum Innehalten am Pilgerweg sind bereits geplant.
pilgern.at
Rund 100 Pilgerwege und 800 Etappen auf 30.000 km österreichweit sind aufgelistet, ergänzt durch Kartenmaterial und Infos zu Wegführung oder Schwierigkeitsgraden. Zudem können sich PilgerbegleiterInnen kostenlos registrieren und vernetzen.
Anna M. Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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