Offen gesagt - P. Gerwig Romirer
Nur noch beten?

Was hat die Welt von Ordensleuten?

NUR und NOCH sind zwei Worte, die mir oft begegnen, wenn ich mit Menschen über das Leben im Kloster ins Gespräch komme: Tut’s ihr NUR beten? Wie viele seid’s ihr NOCH? Zwei Fragen, über die ich mich manchmal geärgert habe, die verständlich sind, aber auch einiges mit unserer Lebensform zu tun haben, wenn man sie nicht eindimensional versteht.

NUR beten? – Ja, nur beten, wenn man den Auftrag vieler Ordensgründer ernst nimmt, das ganze Leben zum Gebet werden zu lassen; es ist eine Riesenherausforderung, die niemals ganz gelingen kann.

NOCH? – Ja, es gibt uns immer noch; seit vielen Jahrhunderten mit wechselhafter Geschichte, aber einer oft großartig gelebten Treue zur Gemeinschaft, zu den Aufgaben und zum konkreten Lebensraum, und das in oft viel schwierigeren Zeiten als heute.

Zum Grundauftrag von Ordensleuten gehört es, Zeichen dafür zu sein, dass es mehr gibt, als wir sehen und angreifen können, und dass dieses „Mehr“ – das wir Himmel nennen – zum Glücklich-Sein dazugehört. Und dieses Zeichen lebt nicht von der Magie der großen Zahl, sondern vor allem vom Vertrauen, dass „wo zwei oder drei beisammen sind“, ER die Mitte ist, die hält.

Zwei Geschenke an die Welt, die wir gerne machen! – gemeinsam.einfach.wach.

P. Gerwig Romirer ist Prior im Benediktinerstift St. Lambrecht.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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