Im Seelsorgeraum Oberwölz-Scheifling wird darauf Wert gelegt, Gewachsenes zu bewahren, Beziehung zu vertiefen und Gottes Wirken in verschiedenen Lebensrealitäten zu entdecken.
Ihr Seelsorgeraum aus der Luft betrachtet: Was sticht sofort ins Auge? Ciprian Sascău, SL: Unser Seelsorgeraum ist von Berghöhen und Tälern geprägt. Die höchste Erhebung ist der Greim mit 2.474 Metern Seehöhe in der Pfarre St. Peter am Kammersberg, der tiefste Punkt mit 748 Metern liegt in der Pfarre Niederwölz. Was ebenfalls auffällt, ist der große Waldbestand, markant sind auch die vielen kleinen Straßen, die die Ortschaften miteinander verbinden.
Unsere Berge sind im Sommer ein wichtiges Ziel für die Menschen, Gipfelmessen haben Tradition und erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch im Winter locken unsere Berge viele Touristen an und im Lachtal stehen Gottesdienste für die Gäste am Plan.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte? Sascău: Unser Seelsorgeraum besteht aus acht Pfarren und jede Pfarre hat ihre eigenen Traditionen und Feste. „Wir gehen vom Leben der Menschen aus.“ – Das ist für mich ein wichtiger Leitsatz im Seelsorgeraum. Was in den Pfarren gewachsen ist, soll bestehen bleiben. In unserem SR gibt es in den einzelnen Pfarren viele Festivitäten wie z.B. Martini, Peterstag, den Scheiflinger Kirtag, den Maxlaunmarkt, den Margarethen-Sonntag, Anna-Sonntag, Lorenzi, Patrozinium zum Hl. Andreas etc. Es ist schön zu sehen, wenn Menschen aus verschiedenen Pfarren gemeinsam feiern. Aber auch Menschen, die nicht regelmäßig am kirchlichen Leben teilnehmen, nehmen wir in ihren Lebenswirklichkeiten wahr und machen uns gemeinsam mit ihnen auf den Weg. Auf diesem Grundstock ist kirchliches Leben möglich.
Der Anfang der Seelsorgeraumentwicklung war nicht leicht, nach einer personellen Neubesetzung waren wir erst im Mai 2024 im Team komplett. Wir sind daher noch mittendrin in der Entwicklung, wir lernen die Strukturen des Seelsorgeraums und die Verantwortlichkeiten. Schritt für Schritt sind wir unterwegs mit einem guten Team und dem Wissen: „Gott kommt im heute entgegen“.
Wie war der Prozess der Seelsorgeraum-Werdung? Karin Dorfer, HP: Der Prozess der Seelsorgeraum-Werdung ist noch nicht zu Ende. Nach einem holprigen Start sind wir gemeinsam dabei, die neue Struktur des Seelsorgeraums zu lernen und zu leben. Immer wieder werden noch Begriffe wie Dekanat oder Pfarrverband verwendet, aber der Seelsorgeraum ist im Aufwind. Für mich steht bei allen Arbeiten im pastoralen Dienst die Beziehung zu den Menschen im Vordergrund, nur wenn Beziehung gelebt wird, können wir an der Kirche Jesu arbeiten.
Mit unserem Zukunftsbild haben wir eine gute Grundlage, Gott in unserem Leben Raum zu geben, Gott in unserem Leben wirken zu lassen, Gott immer wieder aufs Neue kennenzulernen. Mir hilft dabei der ermutigende Zuruf des Apostels Paulus aus dem Brief an die Philipper: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!“
Gibt es pfarrübergreifende Angebote? Dorfer: Unser erstes Angebot im SR war ein MesnerInnentreffen mit einem gemeinsamen Gottesdienst und gemütlichem Austausch. Die Freude war so groß, dass direkt beim ersten Treffen vereinbart wurde, sich alljährlich am 19. März zu treffen.
Ein weiteres Angebot war ein Besinnungstag im Stift St. Lambrecht für WortgottesfeierleiterInnen, LektorInnen und KommunionhelferInnen. Diese kleine Auszeit sollte ein Dankeszeichen für die sein, die in den Pfarren das kirchliche Leben mitgestalten und mittragen, ehrenamtliches Engagement ist vielfältig und gilt unterstützt zu werden.
In den letzten zwei Jahren haben wir das Grundkonzept der Firmvorbereitung für alle acht Pfarren gleichgestaltet, neben pfarrinternen Veranstaltungen wurden einige seelsorgeraumweit angeboten. Für die jungen Menschen war es immer eine große Freude, gemeinsam unterwegs zu sein. Im letzten Jahr organisierten wir für unsere Firmlinge des Seelsorgeraums einen Spiriday in St. Lambrecht – gemeinsam mit engagierten Eltern konnten wir dem Sakrament der Firmung nachspüren.
Was waren die größten Herausforderungen in der Verwaltung? Walter Horn, HV: Seit gut einem Jahr darf ich die Tätigkeit des Handlungsbevollmächtigten für Verwaltung im SR Oberwölz-Scheifling ausüben. In dieser Position sehe ich mich als Bindeglied der Wirtschaftsräte der einzelnen Pfarren und dem Leiter des SR, Pfarrer Ciprian Sascău. Die wirtschaftliche Situation in den Pfarren ist nicht überall gleich und doch bemühen sich alle ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Wirtschaftsräten, zum Wohl der Pfarren zu handeln und das Erforderliche auch finanzieren zu können.
Als Herausforderung stehen in nächster Zeit die Erhaltung der Pfarrhöfe, sowie der pastoralen Räumlichkeiten in den einzelnen Pfarren an, denn Orte der Begegnung sollten in jeder Pfarre im Seelsorgeraum möglich sein. Es gilt auch hier, Geschaffenes zu erhalten. Die finanzielle Situation wird weder in der Diözese noch in den Pfarren leichter, hier sind alle gefordert, um die nötigen Geldmittel aufzubringen. Mit zwei überaus engagierten und tüchtigen Pfarrsekretärinnen (Elisabeth Kainer, Birgit Grasser-Schweiger) ist auch die Arbeit für mich als Handlungsbevollmächtigten gut bewältigbar.
Mit Feuer und Flamme
Die Firmlinge wanderten zur Leonhardkirche in Murau.
Im Jahr 2024 erlebten wir mit den Firmlingen aus dem Seelsorgeraum in der Fastenzeit eine besondere Wanderung. Mit Bussen kamen die Firmlinge aus den acht Pfarren nach Murau und wanderten in kleinen Gruppen entlang der Kreuzwegstationen zur Leonhardkirche. Texte und Lieder begleiteten die Jugendlichen, und bei der Kirche traf man sich zu einem gemeinsamen Gebet. Jeder Firmling bekam eine Fackel in die Hand. Damit wurde auf einer großen Wiese unter der Kirche von allen gemeinsam ein leuchtendes Kreuz dargestellt. Mit einer Drohne der örtlichen Feuerwehr konnten tolle Fotos von der Kreuzesdarstellung gemacht werden.Es war ein großes Erlebnis, mit Feuer und Flamme ein Teil des Kreuzes sein zu dürfen. Gemeinsam marschierten wir dann zu einer Gaststätte, wo wir Einkehr hielten. Mit großer Aufregung und vielen Eindrücken kehrten die Firmlinge mit den Bussen in ihre Pfarren zurück.
Karin Dorfer
Im Blickpunkt
Das Seelsorgeraum-Führungsteam besteht aus (v. l.) Pfarrer Ciprian Sascău als Leiter, Karin Dorfer als Handlungsbevollmächtigte für Pastoral und Walter Horn als Handlungsbevollmächtigter für Verwaltung. Das Foto entstand bei einem Ausflug in die Schokoladenmanufaktur Zotter.
Besinnungstag. Unter dem Motto „Nehmt Gottes Melodie in euch auf“ trafen sich jene, die das Leben in der Kirche mitgestalten – von Wortgottesfeier-LeiterInnen bis zu LektorInnen –, in St. Lambrecht. Das Stift ist ein wunderbarer Ort, um Kraft zu tanken, Gemeinschaft zu erleben, den Glauben zu vertiefen und Erfahrungen zu teilen.
Lachtalmesse. Im Lachtal, einem sehr beliebten Schigebiet, gibt es die Lachtalkapelle. Pfarrer Ciprian Sascău ist es ein Anliegen, dass die Touristen, woher auch immer sie kommen, in ihren Ferien einen Gottesdienst mitfeiern können. Die Urlaubszeit bietet die Möglichkeit, den Alltag hinter sich zu lassen und Zeit für Gott zu haben.
MesnerInnentreffen. „Mesnern“ ist eine Aufgabe, die im Hintergrund erledigt wird. Das MesnerInnentreffen im SR ist als Dankeschön und Wertschätzung, aber auch als Austausch untereinander gedacht. Und wenn dann gemeinsam bei der Messe gesungen wird, ist der Kirchenraum erfüllt von Freude.
SR Oberwölz-Scheifling Diese 8 Pfarren gehören zum SR Oberwölz-Scheifling: Frojach, Niederwölz, Oberwölz, St. Lorenzen ob Scheifling, St. Peter am Kammersberg, Scheifling, Schönberg-Lachtal, Teufenbach.
Im SR liegt das Seniorenwohnheim „Schloss Neu-Teufenbach“.
Leitungsteam: HBP Karin Dorfer 0664/96 04 254 karin.dorfer@graz-seckau.at
HBV Walter Horn
03581/82 04 walter.horn@graz-seckau.at
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