Ordensleben
Motive für ein Klosterleben

Priv. Doz. Dr.in Isabelle Jonveaux leitet das Pastoralsoziologische Institut (SPI) der Westschweiz und lehrt an der Uni Fribourg. 2018 erschien ihr Buch „Mönch sein heute“. | Foto: Ana Kontoulis
  • Priv. Doz. Dr.in Isabelle Jonveaux leitet das Pastoralsoziologische Institut (SPI) der Westschweiz und lehrt an der Uni Fribourg. 2018 erschien ihr Buch „Mönch sein heute“.
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Seit Mitte Jänner liegen die Antworten der Studie mit 148 Ordensleuten aus Österreich, Frankreich und der Schweiz vor. Wieso tritt man ins Kloster ein?
Isabelle Jonveaux: Einige der Befragten antworteten mit dem Wunsch danach, glücklich sein zu wollen. Das ist insofern interessant, weil Glück vor etwa 30 Jahren noch nicht als Motiv genannt wurde. Die am öftesten genannten Eintrittsgründe sind: Einfachheit, authentisch gelebter Glaube, Sinnfindung, Leben gemäß
einer Spiritualität und die Gemeinschaft.

… Gemeinschaft als zwischenmenschliches Zusammenleben im Orden?
Jonveaux: Ja. Die Frage ist: Kann ein Mitglied einer individualisierten Gesellschaft auch in Gemeinschaft leben? Vom Singlehaushalt ins Kloster – geht das? Inzwischen gilt als erste Stufe der Askese für Ordensleute ein Leben in Gemeinschaft. Man sucht sie, aber im Alltag erweist sie sich oft als herausfordernd und ist für viele schwer zu leben.

Wann treten Menschen wieder aus dem Kloster aus?
Jonveaux: Stark vereinfacht könnte man sagen: Wenn das, warum man eingetreten ist, sich nicht erfüllt. Interessant ist auch, dass immer mehr Ordensleute nach zehn Jahren Klosterleben wieder austreten.

Interview: Anna Maria Steiner

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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