Sternsinger
Mehr als ein Essen

Durch „Sternsinger-Spenden“ werden Menschen in Tansania unterstützt – mit Pflanzensetzlingen, in Anbauschulungen und bei Vermarktung.  Für Tausende bedeutet das: ausreichend Essen, Verkaufserlöse und die Möglichkeit, ihre Kinder in die Schule schicken zu können. | Foto: DKA
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  • Durch „Sternsinger-Spenden“ werden Menschen in Tansania unterstützt – mit Pflanzensetzlingen, in Anbauschulungen und bei Vermarktung. Für Tausende bedeutet das: ausreichend Essen, Verkaufserlöse und die Möglichkeit, ihre Kinder in die Schule schicken zu können.
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„Königliche“ Hilfe – diesmal für Tansania. Die Sternsinger sammeln für den guten Zweck, damit Menschen in Ostafrika zu Essen haben, Kinder lernen und Erwachsene eigenständig leben können.

Sie scheuen weder Wind noch Wetter und legen Millionen von Schritten im ganzen Land zurück. Sie haben keine Angst davor, dass ihnen die Türen vor den Nasen zugeschlagen werden könnten, und: Sie opfern ihre Freizeit, um anderen ein besseres Leben zu ermöglichen. All das macht sie noch einmal „königlicher“, die 85.000 Sternsingerkinder und 30.000 erwachsenen HelferInnen, die österreichweit bald wieder unterwegs sein werden. Diesmal klopfen Caspar, Melchior, Balthasar und SternträgerIn an, um Spenden zu sammeln für notleidende Menschen in Tansania.

Klimawandel macht arm. Von dort nach Österreich gekommen sind zwei langjährige Projektpartner der Dreikönigsaktion – kurz DKA (siehe Kasten): die Juristin Mary und der Agrar-Ingenieur Athanas (Bild unten). „Gut, dass wir unsere Schals mithaben“, lacht Mary. So kalt wie in der Steiermark ist der Dezember in ihrer Heimat nicht.

Bei einer Tasse Tee erzählen Mary und Athanas vom Leben in Tansania: Von den 60 Millionen Menschen gelten 27 Millionen als „arm“. Die Republik, die elfmal so groß ist wie Österreich, kann ihren BewohnerInnen längst nicht alles bieten, was sie zum Leben brauchen. Schulbildung, Einkommensmöglichkeiten und ausreichend Nahrung fehlen, sagt der Projektmitarbeiter und Uni-Absolvent auf Englisch. Mary, die einen Hochschulabschluss in Rechtswissenschaften hat, ergänzt: Mit dem Klimawandel komme die Trockenheit, und Ernteausfälle würden zunehmen. Die Armut verstärke außerdem die Ungleichbehandlung von Mann und Frau. „Sobald eine Frau heiratet, darf sie kein Land mehr besitzen oder in der Landwirtschaft entscheiden“, sagt Mary. Gerade das sei aber verkehrt, weil Frauen, die traditionell die Familie mit Nahrung versorgen müssen, sich verantwortungsvoll um Anbau kümmern würden. Um dieses Denken nach und nach zu ändern, sei eines der Kriterien für Projekthilfe die Gleichbehandlung.

Foto: DKA

Essen, Bildung, gutes Leben. Mit Pflanzensetzlingen aus Kochbanane oder Soja unterstützt wird erst, wer zustimmt, Arbeitszeit zu investieren, und wer bereit ist, gemeinsam mit seiner Frau über Anbau, Ernte und Vermarktung zu entscheiden, sagt Athanas.

Ob das Projekt damit nicht Frauen bevorzuge? „Im Gegenteil“, sagt Mary, die als dreifache Mutter auch um die familiären Herausforderungen in ihrer Heimat weiß. Wo Erwerbsmöglichkeiten fehlen, würden Väter und Mütter anderswo nach Arbeit suchen. „Durch erfolgreichen Gemüseanbau können die Eltern ihre Familien selbst ernähren“, sagt sie – ja mehr noch: „Wird eine Frau unterstützt, profitieren davon alle, die mit ihr im Haushalt leben. So können die Familien zusammenbleiben.“ Ein Gedanke, dessen Bedeutung gerade um das „Fest der Liebe“ einleuchtet.

Anna Maria Steiner

Auf ihrer ersten Europa-Reise besuchten Athanas M. Kiyumbi (li.) und seine Kollegin Mary John Meidimi auch die Steiermark und erzählten von Hilfsprojekten in ihrer Heimat. | Foto: Steiner
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Sternsingen und helfen
Seit 1954 organisiert die Katholische Jungschar Österreich (KJÖ) das „Sternsingen“. Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der KJÖ, unterstützt jährlich ca. 500 Projekte in 20 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Durch „Sternsinger-Spenden“ werden Menschen in Tansania unterstützt – mit Pflanzensetzlingen, in Anbauschulungen und bei Vermarktung.  Für Tausende bedeutet das: ausreichend Essen, Verkaufserlöse und die Möglichkeit, ihre Kinder in die Schule schicken zu können. | Foto: DKA
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Auf ihrer ersten Europa-Reise besuchten Athanas M. Kiyumbi (li.) und seine Kollegin Mary John Meidimi auch die Steiermark und erzählten von Hilfsprojekten in ihrer Heimat. | Foto: Steiner
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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