Diözese St. Pölten
„Erfüllt vom Geist des Füreinander“

Für Lebensfragen verfügbar sein, alle im Auge behalten und unterschiedliche Charismen einbringen: Der Pfarrgemeinderat lebt vom gemeinschaftlichen Denken.
  • Für Lebensfragen verfügbar sein, alle im Auge behalten und unterschiedliche Charismen einbringen: Der Pfarrgemeinderat lebt vom gemeinschaftlichen Denken.
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Erwählung und Berufung: Bischof Alois Schwarz über Visionen für den Pfarrgemeinderat, über das Miteinander in den Pfarren und was der PGR mit unserer Taufe zu tun hat.

Warum brauchen Pfarren einen ­Pfarrgemeinderat?
Frauen und Männer, berufene und erwählte, Priester und Diakone gestalten miteinander die Pfarre als „Gemeinde der Gemeinschaft“ (Papst Franziskus) und sichern die kirchliche Präsenz in überschaubaren Lebensräumen. Sie werden erwählt, Verantwortung zu übernehmen und ihre Begabungen einzubringen.

Wie schaut das konkret aus?

Die Frauen und Männer des Pfarrgemeinderats schauen auf das „Wachstum des christlichen Glaubens, des Dialogs, der Verkündigung, der großherzigen Nächstenliebe, der Anbetung und der liturgischen Feier“ (Papst Franziskus). Sie halten Themen und Aufgaben in der Pfarre lebendig wie z. B. Schöpfungsverantwortung, Wallfahren und Pilgern und das, was Kinder, Jugendliche, Familien und alte Menschen im Glauben stärken kann. Menschen in Wirtschaft und Arbeitswelt, Bildung und Schule übersehen sie nicht. Eine besondere Wachsamkeit brauchen die sozial Schwachen und alle, die in der Pfarrcaritas arbeiten. Es helfen dazu ganz unterschiedliche Begabungen und Charismen bei Menschen, die den Pfarrgemeinderat bereichern und ausmachen.

Rund um die PGR-Wahl geht es oft sehr amtlich zu: Ist der Pfarrgemeinderat Demokratie in der Kirche?
Ich spreche in diesem Zusammenhang lieber von Erwählung, um Menschen klarzumachen, dass es um Vertrauen geht, das sie von den Pfarrmitgliedern und vom Pfarrer erhalten haben und erhalten. Der Pfarrgemeinderat ist keine Kopie des politischen Gemeinderates. Es geht um ein kirchliches Selbstverständnis und gemeinschaftliches Denken: Es braucht Männer und Frauen, die darauf achten, Menschen in der Gemeinde nicht aus den Augen zu verlieren, es braucht Menschen, die den Priester in seiner Verwaltungsarbeit unterstützen, Menschen, die das Wort Gottes kennen und lieben, die sich als Prophetinnen und Propheten ihres Glaubens erweisen. Menschen, die sich als königlich erweisen, weil sie das Vertrauen vieler haben, die sich als Hirten erweisen, weil sie schauen, wer Hilfe braucht. Der Pfarrgemeinderat hat viel mit unserer Berufung aus der Taufe heraus zu tun.

Der Pfarrgemeinderat als spiritueller Ort?
Mein Wunsch ist es, dass Männer und Frauen für Lebensfragen mit Glaubenshintergrund verfügbar sind, mittendrin stehen im Leben der Menschen in den Gemeinden. Die Verlässlichkeit und Verfügbarkeit füreinander rund um den Haustisch der Pfarre, den Altar in der Kirche – als Christinnen und Christen in der Welt von heute: Das kann Vision sein. Dafür lohnt sich der Einsatz, das ist ein Programm gegen Leistungsdenken und Organisationsstress: erfüllt vom Geist des Füreinander sich den Aufgaben zu widmen.

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