Aus meiner Sicht

Beiträge zum Thema Aus meiner Sicht

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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Zersetzung

Am 9. August jährte sich der Todestag von Franz Jägerstätter. Der Innviertler Bauer, Mesner und Familienvater weigerte sich, am „ungerechten Krieg“ Nazi-Deutschlands mitzuwirken und wurde 1943 wegen „Wehrkraftzersetzung“ hingerichtet. Er berief sich auf seinen Glauben und sein Gewissen, weder Heimatpfarrer noch Bischof konnten ihn umstimmen. „Wenn du aufhörst, um jeden Preis überleben zu wollen, strömt ein neues Licht herein.“ So schrieb Jägerstätter in einem Brief. Und: „Besser die Hände als...

  • 12.08.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Wege zu mir selbst

So sicher, wie der Sommer ins Land zieht, kommt Jahr für Jahr ein Film über das Pilgern am Jakobsweg ins Kino. Der diesjährige nennt sich „Die Camino-Therapie“. Meist finden in solchen Filmen, die längst ein eigenes Genre bilden, höchst unterschiedliche Menschen zusammen, voll bepackt mit Problemen und Ungereimtheiten. Inmitten malerischer Landschaften werden heftig Konflikte ausgetragen, Schatten aus der Vergangenheit kommen ans Licht und der Weg nach Santiago erweist sich als schmerzhafter,...

  • 15.07.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Fußball ist synodal

„Wer den Ball nicht passen kann, hat das Spiel noch nicht verstanden, auch wenn er Talent hat.“ So ist in einem Post von Papst Leo XIV. zur Fußball-Weltmeisterschaft zu lesen. Der Fußball zeige uns: „Das Leben ist kein Wettlauf, um sich allein zu profilieren, sondern ein Weg, den wir gemeinsam gehen lernen.“ Wer nicht mit anderen und für andere leben könne, habe auch das Wesen des Lebens nicht verstanden. Oft ärgere ich mich – als Zuschauer ebenso wie als Spieler –, wenn einer zu „ballverliebt“...

  • 17.06.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
MUTation

Das Wort „Mut“ ist in dieser Pfingstausgabe des SONNTAGSBLATT sehr prominent vertreten. Der Pfingstgeist wird ja gerne als der Mutbringer bezeichnet, als Zusprecher oder Trostspender, als Beistand, der unseren verzagten Herzen auf die Sprünge hilft. Bei den Aposteln bewirkt er eine wundersame Verwandlung, eine Mutation, wenn man so will. Nachdem sie sich ängstlich zurückgezogen haben, abgekapselt von der „bösen“ Welt, eingebunkert in einem Schutzraum, einer „Bubble“ mit Gleichgesinnten,...

  • 20.05.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Geistliche Menschen

„In der Liebe verwurzelt.“ Das Plakat zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen zeigt neben diesem Titel ein herzförmiges Blatt in saftig frischem Grün. Das Verwurzelt-Sein in der Liebe, besonders in Jesus Christus, der personifizierten göttlichen Liebe, lässt die Lebenssäfte fließen und hilft uns, als Menschen zu wachsen. Mir gefällt es, dass für und nicht um geistliche Berufungen gebetet wird. Wenn Gott es ist, der Menschen beruft, dann kommt unser ständiges Reden vom Priestermangel doch...

  • 22.04.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Regimewechsel

Die weltpolitischen Erschütterungen dieser Tage bringen nicht nur unsägliches Leid über Millionen von Menschen, sondern wirken sehr konkret in unser aller tägliches Leben hinein. Mit Erschütterungen konfrontiert uns auch die nun beginnende Karwoche, wenn wir uns existenziell darauf einlassen, woran wir an Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und zu Ostern denken. Ich sehe darin den entscheidenden Kreuzungspunkt der Menschheitsgeschichte. Jesus zeigt auf, was einen Regimewechsel in der Welt...

  • 25.03.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Online oder Offline?

In unserer Redaktionssitzung tauchte neulich ein Begriff auf, der im gesprochenen Wort unterschiedlich verstanden werden kann. Ging es um „Online Fasten“ oder um „Onlinefasten“? Erstes würde bedeuten, das Internet oder das Smartphone heranzuziehen, um mich in meinen Fastenvorsätzen zu unterstützen. Zweites hieße, dass mein Fastenopfer darin besteht, auf Online-Medien zu verzichten und eine Zeit lang offline zu bleiben. Sowohl das eine wie auch das andere hat seine Vorzüge. Natürlich finde ich...

  • 25.02.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Eine Verfrühung

Die Deutsche Bahn ist wegen ihrer notorischen Verspätungen in Verruf geraten. Bei meiner Heimreise vom Filmfestival in Saarbrücken erlebte ich das Gegenteil. Ein bestens gelaunter schwäbischer Zugführer machte die Durchsage: „Wir erreichen Ulm 13 Minuten früher als geplant. Ich bitte Sie, die durch diese Verfrühung entstehenden Unannehmlichkeiten zu entschuldigen. Die Verfrühung wird Ihnen selbstverständlich bei der nächsten Verspätung gutgeschrieben.“ In unserem meist minutiös getakteten Leben...

  • 28.01.26
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Aus meiner Sicht - Alfred Jokesch
Die Zweier-Frage

Mein leider viel zu früh von uns gegangener Praktikumspfarrer Peter Schleicher hat mich – als aufmerksamer Beobachter meines Werdeganges – oft mit einem hintergründigen Lächeln gefragt: „Wann sehe ich Dich auf der Seite 2?“ Ich habe ihm stets versichert, dass ich mich auf der Seite 22 sehr gut aufgehoben fühle. Und viele würden ohnehin das SONNTAGSBLATT von hinten zu lesen beginnen – angefangen bei den Witzen. Nun also doch die Seite 2. Ab sofort werde – abwechselnd mit Katharina Grager, Anna...

  • 30.12.25

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