Aus meiner Sicht - Katharina Grager
Umkehren üben
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Zwei Wege führen auf den Gipfel: ein kurzer an der Felskante – technisch anspruchsvoll; ein längerer quer durch ein großes Geröllfeld. Ich entscheide mich, den längeren zu erkunden, denn wir haben unseren Hund dabei. Es ist wie vermutet: Das Geröll rutscht unter den Bergschuhen weg. Zu gefährlich – erst recht für Hundepfoten. Wir treffen die einzig sichere Entscheidung: Umkehren.
„Kehrt um!“, appellierte Papst Leo XIV. „voller christlicher Zuneigung“ letzte Woche an die Piusbruderschaft, bevor sie vier Bischöfe ohne päpstliches Mandat weihten (mehr dazu siehe S. 10).
Umkehren ist nicht einfach. Besonders, wenn man ein Ziel fest im Blick hat. Dann nimmt man einiges in Kauf, kämpft sich über Geröllfelder und gefährliche Kletterpassagen. Alleine wäre ich wohl weitergegangen und hätte spätestens beim Abstieg gemerkt, dass ich meine Kraftreserven überschätzt habe. Mit einem Hund als Wanderpartner trage ich Verantwortung für ein Lebewesen, das auf meine Entscheidungen angewiesen ist. Wir haben uns stattdessen auf der Passhöhe – mit schönem Rundumblick auf die umliegenden Gipfel – ausgeruht und Kraft geschöpft für den anspruchsvollen Abstieg.
Der Berg hat sich wieder einmal als guter Lernpartner erwiesen.
Katharina Grager, Redaktionsleiterin
katharina.grager@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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