Mutworte - Josef Promitzer
Mut zum Hören
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Aktuell grassiert, so scheint es, eine besondere (Un-)Art der Kommunikation: Die Lust am Missverständnis. Ob in den Nachrichten oder beim Gespräch zwischen Tür und Angel – der Eifer, an einzelnen Worten und Begriffen hängen zu bleiben, statt sich auf den eigentlichen Inhalt des Gesagten zu konzentrieren, kann Beobachtende oftmals verblüffen. Woran liegt das? Möchte man vielleicht, indem man vorschnell urteilt, verhindern, dass die eigene Weltsicht ins Wanken gerät?
Im Alltag hat sich vielfach bewährt: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Wer richtig zuhören kann aber auch. Papst Franziskus hat der Kirche das „Gespräch im Heiligen Geist“, das synodale Gespräch ans Herz gelegt, in dem das Zuhören eine wesentliche Rolle spielt. Papst Leo führt dies fort, wenn er in seinem ersten Rundschreiben von einer „Abrüstung der Worte“ spricht.
In seinem Exerzitienbuch formuliert Ignatius von Loyola: „Jeder gute Christ (muss) bereitwilliger sein, die Aussage des Nächsten zu retten, als sie zu verurteilen; und wenn er sie nicht retten kann, erkundige er sich, wie jener sie versteht.“ Es braucht einen neuen Mut zum wirklichen (Zu-)Hören, auch in der Kirche.
Josef Promitzer ist Theologe und Humorbotschafter.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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