Mutworte - Christa Carina Kokol
Glorios
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„Glorious!“, ein Schauspiel mit Musik von Peter Quilter, erzählt die wahre, berührende und zugleich urkomische Geschichte von Florence Foster Jenkins, die im New York der 1940er-Jahre als „schlechteste Sängerin der Welt“ berühmt wurde. Auch wenn Florence kaum einen Ton richtig traf, schaffte sie es mit unerschütterlicher Leidenschaft bis in die ausverkaufte Carnegie Hall. Ihr Mangel an musikalischem Talent schmerzte nicht nur ihren treuen Pianisten. Dennoch machte er der begeisterten „Diva“ immer wieder Mut zur Verwirklichung ihres großen Traumes.
Was mich an dieser Geschichte besonders berührt, ist der Schlussakkord: Kurz nach ihrem großen Aufritt erkrankte Florence schwer. Ihr Pianist erzählte später, dass sie mit lächelndem Gesicht gestorben sei. An ihrer Lippenbewegung und dem verklärten Blick erkannte er, dass sie sich in diesem Augenblick selbst singen hörte. Aber nicht in den wirren, falschen, kreischenden Tönen aus ihrer Erdenzeit. Nein, jeder Ton erklang himmlisch, engelsgleich – einfach glorios.
Auch die schmerzenden, falschen „Töne“ unseres irdischen Daseins werden sich wandeln. Wenn unser Leben mit allem, was wir sind und lieben, zur göttlichen Ganzheit reift. Gloria!
Christa Carina Kokol ist Dipl. psychotherapeutische Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor Frankl.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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