Allerheiligen
Gemeinschaft der Heiligen

Die katholische Kirche kennt viele Heilige beim Namen. Die meisten Heiligen seien jedoch unbekannt, ist der Theologe und SONNTAGSBLATT-„Festprofi“ Karl Veitschegger überzeugt | Foto: „Die Vorläufer Christi, Patriarchen und Propheten, mit den Märtyrern und Jungfrauen“, Gemälde von Fra Angelico (ca. 1424)/wmc, geralt/pixabay
2Bilder
  • Die katholische Kirche kennt viele Heilige beim Namen. Die meisten Heiligen seien jedoch unbekannt, ist der Theologe und SONNTAGSBLATT-„Festprofi“ Karl Veitschegger überzeugt
  • Foto: „Die Vorläufer Christi, Patriarchen und Propheten, mit den Märtyrern und Jungfrauen“, Gemälde von Fra Angelico (ca. 1424)/wmc, geralt/pixabay
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

Allerheiligen. Wissenswertes über ein Fest, das oft in den Schatten des Allerseelentages gerät.

Zu allen Zeiten gab es Menschen, die ein Leben der Gottes- und Nächstenliebe geführt haben. Ohne diese „Heiligen“ wäre die Menschheit ein ziemlich egoistischer Haufen. Einige von ihnen wurden offiziell „heiliggesprochen“, und ihre Namen stehen im Heiligenkalender. Aber die meisten sind unbekannt. Die katholische Kirche gedenkt all dieser kostbaren Menschen, die jetzt in Gott leben und für uns bitten, am „Fest aller Heiligen“. Es wird seit dem 9. Jahrhundert am 1. November gefeiert. Der Nachmittag des Allerheiligentages steht mit Gräbersegnungen und Friedhofsbesuchen meist schon im Zeichen von „Allerseelen“, das wir am 2. November begehen. Der Tag ist dem Gedenken an alle Verstorbenen („alle Seelen“) gewidmet.

Gelebtes Evangelium
Wer eine katholische Kirche betritt, dem fallen sofort Bilder und Statuen von Heiligen auf. Den Gläubigen wird dadurch deutlich vor Augen geführt, dass die christliche Botschaft nicht nur gehört und schön gefeiert, sondern vor allem gelebt werden muss. Und die Heiligen sind der beste Beweis dafür, wie fruchtbar das Evangelium sein kann, wenn es im Glauben angenommen wird. Gott schenkt jeder Zeit „gelungene Menschen“. Keine Zeit blieb ohne solche Gestalten der Orientierung und Hoffnung.

Der Apostel Paulus bezeichnete noch alle Getauften als „Heilige“, später nannte man nur mehr solche Männer und Frauen „heilig“ oder „selig“, die sich durch ihr Leben und Sterben als vorbildliche ChristInnen bewährt hatten. Man war überzeugt, dass diese nun bei Gott „im Himmel“ leben und weiterhin voll Liebe für ihre Mitmenschen auf Erden Fürbitte einlegen.
Besonders verehrt wurden in der christlichen Frühzeit die Märtyrer. Eine Schrift aus dem Jahr 156 bezeugt: „Christus beten wir an, weil er der Sohn Gottes ist, die Märtyrer aber lieben wir als Jünger und Nach-ahmer des Herrn.“ (Martyrium Polycarpi 17,3) Wandkritzeleien in Roms Katakomben (um 250) belegen, wie man die Heiligen um ihre Fürbitte anrief: „Petrus und Paulus, denkt an Sozomenos!“, „Petrus und Paulus, betet für Viktor!“

Verehrt, nicht angebetet
Katholische Christinnen und Christen unterscheiden sehr klar zwischen Anbetung Gottes und Verehrung der Heiligen. Anbetung gebührt Gott allein. Anbetung heißt: Gott als Gott verehren! Die Heiligen darf ein Christ nur als Menschen verehren, wie er z. B. auch seine Eltern ehren soll. Und wie man Eltern und andere Mitmenschen um ihr Gebet bitten darf, so darf man auch die Heiligen im Himmel um ihre Fürbitte angehen. Denn: „Viel vermag das inständige Gebet eines Gerechten.“ (Jakobus 5,16) Die Gläubigen auf Erden, die Verstorbenen im Zustand der Läuterung und die schon vollendeten Heiligen im Himmel bilden nach katholischer Überzeugung eine große Gemeinschaft in Christus, die füreinander betet und miteinander Gott lobt.

Heiligsprechung als „Qualitätskontrolle“
Leider kam es in der Heiligenverehrung auch zu Missbräuchen und Fehlern. Mitunter wurden auch Personen zweifelhaften Charakters als „Heilige“ verehrt. Die Kirche wollte solche „Fehlgriffe“ eindämmen und führte deshalb im Mittelalter die sogenannten „Seligsprechungen“ und „Heiligsprechungen“ ein. Eine Art Qualitätskontrolle! Zuerst wurde diese von Bischöfen vorgenommen, später behielt sich der Papst das Recht der Selig- und Heiligsprechung vor. So ist es auch heute noch.

Karl Veitschegger ist katholischer Theologe und gibt u. a. auf karl-veitschegger.at Einblick in sein Denken und seinen Glauben.

Die katholische Kirche kennt viele Heilige beim Namen. Die meisten Heiligen seien jedoch unbekannt, ist der Theologe und SONNTAGSBLATT-„Festprofi“ Karl Veitschegger überzeugt | Foto: „Die Vorläufer Christi, Patriarchen und Propheten, mit den Märtyrern und Jungfrauen“, Gemälde von Fra Angelico (ca. 1424)/wmc, geralt/pixabay
Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ