Glaube
Wie Don Camillo!

Der Benediktiner-pater Johannes Paul Abrahamowicz war u. a.  Prior von San Paolo fuori le Mura in Rom. Seit 2010 ist er im Stift Göttweig in Niederösterreich tätig. Am 25. November kommt er nach Graz. | Foto: Pöll
  • Der Benediktiner-pater Johannes Paul Abrahamowicz war u. a. Prior von San Paolo fuori le Mura in Rom. Seit 2010 ist er im Stift Göttweig in Niederösterreich tätig. Am 25. November kommt er nach Graz.
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Wenn Gott uns einen Spiegel vorhält: Pater Johannes Paul Abrahamowicz über Selbstreflexion und Gotteserfahrungen.

Wenn Gott ein Selfie macht“: Pater Johannes Paul Abrahamowicz vom Benediktinerstift Göttweig stellt die Frage, was wir sehen, wenn wir in den Spiegel schauen: unser Gesicht – oder auch Gottes Bild in uns? Am 25. November spricht er beim dritten spirituellen Abend des Bildungsforums bei den Minoriten darüber, wie der Glaube unser Selbstbild prägt und uns im Alltag stärken kann. Im Interview mit Franz Pojer gibt er einen Vorgeschmack – und erzählt von überraschenden persönlichen „Don Camillo“-Erlebnissen.

Franz Pojer: Pater Johannes Paul, Sie sind eine vielseitige Persönlichkeit: Priester, Mönch, singender Musiker und Koch. Wie hat Gott Sie zum ersten Mal berührt?
P. Johannes Paul Abrahamowicz: Trotz einer religiösen Erziehung bekam ich als Teenager meine Zweifel an der Existenz Gottes. Da beschloss ich, allein in einen Wald zu gehen, wo mich niemand hören konnte, und laut zu sagen: „Wenn es dich gibt, dann lass es mich spüren!“ Und da erhielt ich eine deutliche Antwort von ihm.
Ich bin überzeugt davon, dass jeder mindestens einmal eine persönliche Gotteserfahrung gemacht hat. Und man kann immer wieder seine Gegenwart wahrnehmen – auf ganz verschiedene Art und Weise. Manchmal vielleicht auch auf eine Art, mit der man gerade nicht gerechnet hat.

Pojer: Für Sie ist Giovannino Guareschi mit seinem „Don Camillo“ ein großes Vorbild. Don Camillo war ein ungewöhnlicher katholischer Pfarrer.
P. Abrahamowicz: Ja, die Verfilmung bringt einen zum tiefsinnigen Schmunzeln. Besonders eindrucksvoll sind Don Camillos Gespräche mit Jesus in „seiner“ Kirche. Und: Jesus führt ihn dabei ab und zu auch wieder zur Vernunft. Don Camillo hat also nicht nur gepredigt – er musste sich offenbar auch selbst gelegentlich etwas sagen lassen.

Pojer: Erinnern Sie sich an ein persönliches „Don-Camillo-Erlebnis“?
P. Abrahamowicz: Aber ja! (lächelt) Bei einer Anbetung stellte ich die Monstranz auf den Altar. Dabei fiel mein Blick auf die Anwesenden, und ich ärgerte mich über die Unaufmerksamkeit mancher Personen. Ich war gerade bei der Beweihräucherung, als plötzlich Gott zu mir sagte: „Siehst du das nicht …? Du hast die Monstranz verkehrt hingestellt. Jetzt schauen alle Verzierungen in die andere Richtung. Auch Du könntest etwas aufmerksamer sein! Aber keine Sorge: Es fällt eh niemandem auf.“ Da musste ich schmunzeln und ich ließ meinen Fehler die ganze Anbetung hindurch so stehen. Der Herr hat mir wieder einmal klar gemacht: Bevor man sich über die Unaufmerksamkeit anderer ärgert, darf man ruhig auch einmal bei sich selbst nachsehen.

Mittwoch, 25. November, 18 Uhr, Arkadensaal des Minoritenzentrums Graz, Spiritueller Abend mit P. Johannes Paul Abrahamowicz. Anmeldung: buchen.katholische-kirche-steiermark.at

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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