Kirche Österreich
Smarte Sommerfrische
- Rektor Bernhard Fügenschuh, die Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler, Erzbischof Franz Lackner und Obmann Martin Dürnberger (v. l.) eröffneten die Salzburger Hochschulwochen. Festredner ist heuer der deutsche CDU-Politiker Armin Laschet, der ein neues Miteinander fordert, „um Debatten wieder richtig zu führen“. Der Rückzug ins Private sei in dieser Zeit keine Alternative.
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„Was uns leben lässt … und was uns (vielleicht) vergiftet.“ Die Salzburger Hochschulwochen zu diesem Thema wurden eröffnet.
Vor einer nahezu voll besetzten Großen Aula wurden die heurigen Salzburger Hochschulwochen eröffnet. Vom 4. bis 10. August lädt die renommierte und älteste Sommerhochschule im deutschen Sprachraum wieder zu Vorträgen, Workshops und Diskussionen im Grenzgebiet von Theologie, Philosophie, Sozial- und Naturwissenschaften ein. Eröffnet wurde die „smarte Salzburger Sommerfrische“ traditionell vom Salzburger Erzbischof Franz Lackner.
Die im Generalthema gestellte Frage habe ihn „nicht losgelassen“ und bewege ihn nach wie vor, räumte Erzbischof Lackner ein. Es gelte, ähnlich wie beim kirchlichen Thema der Synodalität, sich vor „100-prozentigen Antworten“ zu hüten und offen zu sein für eine gemeinsame Suche nach Antworten. „Andockfähig sein“ und „ergänzungsbedürftig bleiben“ seien zwei Grundregeln des synodalen Gesprächs, die wohl auch für die Suche nach dem gelten, was „uns leben lässt“ und „vielleicht vergiftet“.
Hoffnung wagen. Die seit gut einem Monat amtierende Salzburger Landeshauptfrau Karoline Edtstadler betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung orientierungsgebender Institutionen wie der Hochschulwochen, gerade in Krisenzeiten. Das Gefühl, von Krisen, Katastrophen und schlechten Nachrichten überschwemmt zu werden, sei heute stärker denn je. Die Folge sei ein Vertrauensverlust unter anderem in die Politik. „Dadurch werden wir alle zu Verlierern“, mahnte Edtstadler. Umso mehr brauche es positive Impulse auch aus den Religionen. „Wagen wir, in unserem je eigenen Bereich Hoffnung zu geben und positiv zu bleiben“, appellierte die Landeshauptfrau. Hier könnten die Hochschulwochen wichtige Impulse geben.
Motor der Gesellschaft. Ähnlich wertschätzend äußerte sich auch der neue Salzburger Rektor Bernhard Fügenschuh über die Hochschulwochen. Sie würden seit 1931 neben den Festspielen „das herausragende Ereignis im Salzburger Sommer“ darstellen. Durch beides – Festspiele und Hochschulwochen – würden Kunst und Wissenschaft „vereint in einem Duett“ und als „Motor der Gesellschaft“ wirken. Dringend brauche es „positive Energie“, um die vielen Herausforderungen in Politik und Gesellschaft zu meistern. Die Hochschulwochen seien ein wichtiger Raum, um dies zu thematisieren.
Hintergrund des Themas der heurigen Hochschulwochen bilden die kraft- und energieraubenden Vielfachkrisen der Gegenwart, erläuterte Obmann Martin Dürnberger: „Es braucht Kraftanstrengungen im Blick auf die Klimakrise, die Stabilisierung unserer Demokratien, die Auffrischung der Aufklärung, die Erneuerung unserer Kirchen.“
Quelle: Kathpress
- Die Regensburger Theologin und Missbrauchs-Expertin Ute Leimgruber weist auf „toxische Theologien“ als Ursache von Missbrauch hin.
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Hochschulwochen
Theologien sind nicht unschuldig
Toxische Theologien fördern Missbrauch
Das Problem des sexuellen und spirituellen Missbrauchs in der Kirche ist zentral auch ein Problem „toxischer“ bzw. „vulneranter“ (verletzender) Theologien: Das hat die Regensburger Theologin Prof. Ute Leimgruber bei einem Vortrag im Rahmen der „Salzburger Hochschulwochen“ betont. Missbrauchstäter würden sich immer wieder auf theologische Begründungsmuster stützen. Letztlich sei keine Theologie davor gefeit, „toxisch zu werden“, so Leimgruber. „Theologien sind nicht einfach unschuldig. In der Hand von Tätern können sie zur Waffe werden.“
In den Gesprächen mit Opfern habe sich gezeigt, wie sehr theologische Motive von Tätern genutzt würden, um ihre Taten anzubahnen, zu rechtfertigen und den Missbrauch gar auf Dauer zu stellen. Im Bereich der Schriftauslegung würden Täter etwa Bibelstellen „strategisch instrumentalisieren“, um damit ihre Taten zu erklären oder zu rechtfertigen. Besonders häufig komme es zu Anbahnungen wie zu Übergriffen im Bereich der „pastoralen Praktiken“ – also von geistlicher Begleitung bis zur Beichte –, erklärte die Theologin.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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