Kirche Steiermark
Leben ohne Gift
- Gesund oder vergiftet? Ein herzhaft angebissener Apfel – mit märchenhaften Anklängen – ziert das Programmheft der Salzburger Hochschulwochen 2025. Die Sommer-Universität fand heuer unter dem Titel „Was uns leben lässt … und was uns (vielleicht) vergiftet“ statt.
- Foto: SHW, Kathpress/Henning Klingen
- hochgeladen von Florian Heckel
Salzburger Hochschulwochen. Sieben Tage lang widmeten sich Wissenschaft und Religion im Dialog den Herausforderungen der Gegenwart.
ChristInnen sollten ihr Licht nicht unter einen Scheffel stellen und vielmehr selbstbewusst die Idee des Gemeinwohls in die Politik einbringen: So lautete der Aufruf Armin Laschets am 10. August 2025 in Salzburg. Der Politiker sprach im Rahmen eines Festaktes zum Abschluss der diesjährigen Salzburger Hochschulwochen (SHW), die unter dem Generalthema „Was uns leben lässt … und was uns (vielleicht) vergiftet“ abgehalten wurden. Rund 1000 Teilnehmende waren auf der ältesten deutschsprachigen Sommer-Uni zugegen und besuchten von 4. bis 10. August Vorträge, Diskussionen oder Workshops.
Sozial- wie sicherheitspolitische Aufbrüche der Nachkriegszeit seien oft aus christlicher Motivation und entlang der Prinzipien der Katholischen Soziallehre entwickelt worden, erinnerte CDU-Politiker Laschet im Anschluss an den Festgottesdienst mit Abt Bernhard A. Eckerstorfer OSB vom Stift Kremsmünster im Salzburger Dom.
Der anhaltende Mitgliederverlust der großen christlichen Kirchen bereite Sorgen, weil damit eine Einübung in Gemeinschaft stiftende Sozialisationsformen unwahrscheinlicher werde, so der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Dies hinterlasse eine Lücke, in die Populisten stoßen. „Das“, so Laschet, „ist Gift für das Gemeinwohl“.
„Die Komplexität der Welt, und die Sehnsucht nach Einfachheit“ – mit diesen Worten umschreibt Martin Dürnberger, Geschäftsführer der SHW, das diesjährige Forum, bei dem in 70 Programmpunkten gemäß dem Titel nach dem gefragt wurde, „was uns leben lässt“.
Ausgezeichnet. Den Preis für sein Lebenswerk erhielt im Rahmen der diesjährigen SHW am 6. August Paul M. Zulehner. Es sei unbestritten, dass dessen Werk „in geradezu einzigartiger Weise und produktiv aufeinander bezieht, was oft problematisch getrennt oder unsauber vermischt wird: In ihm verbinden sich Wissenschaft und Engagement, theologisches Werk und zivilgesellschaftliches Wirken“, heißt es in der Jury-Begründung. Zulehners Arbeiten in den Bereichen Religionssoziologie, Pastoraltheologie und Werteforschung hätten „fachwissenschaftliche Diskurse im deutschsprachigen Raum nachhaltig geprägt und entscheidend vorangetrieben“. Als akademischer Lehrer habe er Generationen von Studierenden geprägt und vermittle bis heute „geistreich wie fundiert theologische Perspektiven in der Öffentlichkeit“. Für die Jury (kleines Foto) steht der 1939 in Wien Geborene damit für ein „politisch waches und spirituell mündiges Christsein“.
Am Ende der diesjährigen SHW ließ der Salzburger Erzbischof Franz Lackner noch ausblicken auf die Folgeveranstaltung 2026. Das Generalthema „Wer wir sind und sein wollen. Identität: Superkraft und Problemzone“ macht schon jetzt Lust auf mehr.
Anna Maria Steiner
Salzburger Hochschulwochen
1931 erstmals veranstaltet, finden die SHW seit 1946 als universitäres Forum jährlich statt. Theologie und andere Wissenschaften greifen dabei aktuelle Fragestellungen und auf und suchen gemeinsam Lösungen.
Weitere Infos, Texte, Audios:
salzburger-hochschulwochen.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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