Weltkirche
Friede als Programm

Im Fußballstadion in Ruandas Hauptstadt Kigali feierte Bischof Hermann Glettler. 125 Jahre Christianisierung im Land. „Ich habe verstanden, dass wir durch Jesus weltweit Geschwister sind und voneinander lernen dürfen“, sagt er. | Foto: missio
  • Im Fußballstadion in Ruandas Hauptstadt Kigali feierte Bischof Hermann Glettler. 125 Jahre Christianisierung im Land. „Ich habe verstanden, dass wir durch Jesus weltweit Geschwister sind und voneinander lernen dürfen“, sagt er.
  • Foto: missio
  • hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion

125 Jahre Christentum in Ruanda. Aus Österreich war auch Bischof Hermann Glettler gekommen, um zu feiern.

In großen Lettern prangt am Fußballstadion in Ruandas Hauptstadt Kigali das Wort „Amahoro“, Friede. Dort, in der größten Fußballarena des zentralafrikanischen Landes, wurde am 6. Dezember der 125. Jahrestag der „Ankunft des Evangeliums“ begangen. Nicht weniger als 45.000 Gläubige versammelten sich und würdigten in einem Gottesdienst die Bestrebungen von Staat und Kirche für nationale Einheit und Versöhnung.
Hauptzelebrant der Eucharistiefeier war Kardinal Antoine Kambanda, unter den internationalen Gästen gab es auch eine Abordnung aus Österreich, u. a. mit missio-Nationaldirektor P. Karl Wallner und dem Innsbrucker Bischof Hermann Glettler.

Für den gebürtigen Steirer hat Ruanda seit seinem ersten Besuch vor über 20 Jahren einen bleibenden Eindruck hinterlassen – nicht zuletzt durch die Partnerschaft zwischen den Pfarren Graz-Karlau und Nyamasheke, die seit Mitte der 1980er-Jahre besteht. Diese Beziehung habe für ihn und andere ein tieferes Verständnis von weltkirchlicher Verbundenheit und globalen Armutsverhältnissen eröffnet, so Glettler. Der Bischof hat seitdem vier weitere Male das 14-Millionen-Menschen-Land besucht.

Nicht nur gut. Die Ankunft des Christentums in Ruanda um 1900 war Teil umfassender Missionsbestrebungen in der Region der Großen Seen. Die „Weißen Väter“ errichteten erste Missionsstationen, die auf Glaubensverkündigung und den Aufbau von Bildungs- und Gesundheitsstrukturen abzielten. Die Missionare erlernten die Kinyarwanda-Sprache, entwickelten Schrift- und Grammatiksysteme weiter und waren an sozialgeschichtlichen Studien beteiligt, die zum Verständnis der lokalen Gesellschaft wesentlich beitrugen. Nach der Errichtung von Pfarren, Schulen und Katechistenprogrammen wuchs die katholische Gemeinschaft schnell. Ab etwa 1950 gab es auch einheimische Bischöfe.

Zugleich spielte die Kirche eine ambivalente Rolle in der Gesellschaft, da ihre Strukturen ethnische Unterschiede zwischen Hutu und Tutsi teilweise verstärkten. 1994 erreichte der Ruanda-Genozid, bei dem binnen weniger Wochen über 800.000 Menschen ermordet wurden, auch die Kirchen: Viele Geistliche und Gemeindemitglieder wurden Opfer der Gewalt, während andere Schutz boten oder in Verstrickungen gerieten. In der Folge engagierte sich die Kirche stark im Wiederaufbau, in Versöhnung und Traumabewältigung, zudem reflektierte sie ihre Rolle kritisch. Auch Glettler würdigte die kirchliche Rolle im Versöhnungsprozess nach 1994 und verwies auf Kardinal Kambanda als „wichtige Stimme der Versöhnung in einer politisch komplexen Phase des Landes“. Der eingeschlagene Weg müsse nun konsequent fortgesetzt werden.

Quelle: Kathpress

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ