Familie
Marmeladenglas-Momente
- Der Schnee bringt für einige auch ein kleines Geschenk mit: Ruhe.
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Das Jahr neigt sich dem Ende zu …
Im Winter verlangsamt sich Vieles: Die Tage werden kürzer, einige Tiere halten Winterschlaf, die Natur verändert ihren Rhythmus. Und auch in den Häusern wird es teilweise ruhiger und gemütlicher.
Aber eben nur teilweise, denn oft wird die Hektik des Alltages im Winter größer und ein Termin jagt den nächsten – ohne Zeit für Pausen.
In all dem überhört man ganz leicht die Stille der Wintertage, die uns immer wieder aufs Neue einladen möchte, zur Ruhe zu kommen und innezuhalten. Zieht nämlich der Winter ins Land, nähert sich ein weiteres Jahr dem Ende.
Gerade für Kinder kann ein Jahr viele aufregende und herausfordernde Momente bereithalten – aber auch Situationen, in denen man über sich selbst hinausgewachsen ist und mutig neue Wege beschritten hat.
Genau diese „Marmeladenglas-Momente“ gehören festgehalten. Sie stärken, wenn die Dinge nicht so gut laufen. Sie ermutigen, wenn dunkle Regenwolken die Sonne verhängen. Sie zeigen die eigene Stärke und Kraft, wenn manches ausweglos erscheint.
Das Jahr Revue passieren zu lassen, macht gemeinsam viel mehr Spaß. Und wer möchte, kann auch tatsächlich ein Glas verzieren und darin auf buntem Papier festhalten, was besonders toll war.
Für das Negative ist auch Platz: Aufgeschrieben und in einer Feuerschale verbrannt, lassen wir es hinter uns und gehen voll Zuversicht in das neue Jahr!
Sarah Knolly
Schnee von gestern
Diese Redewendung benutzen wir, um jemandem ganz unmissverständlich klarzumachen, dass seine Informationen nicht mehr aktuell sind und damit total uninteressant. So wie der Schnee von gestern nicht mehr frisch und vielleicht schon wieder verschwunden ist, sind auch manche Geschichten und Informationen alt, langweilig und nicht mehr aktuell.
Zurückzuführen ist die Redewendung auf den französischen Dichter François Villon. „Mais où sont les neiges d’antan? – Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?“, heißt es in seiner „Ballade des dames du temps jadis“ („Ballade der Frauen von einst“). Im 19. Jh. wurde daraus „Schnee von gestern“.
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Nachgedacht
Winter
Bei uns daheim gibt es zwei Lager: die, die den Winter toll finden, und die, die den Sommer schon vermissen, bevor er vorüber ist. Ich gehöre zum „Winter-Lager“ und warte Jahr für Jahr auf den Schnee. Aber nicht, weil ich eine Wintersport-lerin wäre, sondern weil der Schnee jedes Mal ein Geschenk mitbringt: Ruhe.
Wenn dicke Schneeflocken vor meinem Fenster zu Boden fallen, kann ich mich darin ganz verlieren und stundenlang zusehen.
Um mich herum wird
gefühlt alles langsamer, ruhiger und gemütlicher – außer unser Hund, denn irgendwer muss ja schließlich in den Garten und sämtliche Schneeflocken fangen.
Ich mag es, im Schnee spazieren zu gehen und die Welt unter ihrem Wintermantel zu betrachten, wie sie ganz still und leise wartet, bis sie im Frühjahr wieder erblühen kann.
Am meisten aber mag ich dieses Gefühl meiner Verbundenheit mit Gott, an die mich der Schnee immer wieder erinnert. Denn in der Vergangenheit gab es schon so manchen Moment in meinem Leben, in dem meine Gemütslage nicht gerade die beste war und der Schnee mit einer kleinen Botschaft vom Himmel kam: Egal, was ist, das wird schon wieder!
Sarah Knolly
ist diözesane Referentin für Diakonie & Gemeinschaft, Dipl. Erwachsenenbildnerin und dreifache Mama.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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