Apropos Nachhaltigkeit
Kipppunkt erreicht
- Bunt sind Korallenriffe nur, wenn sie gesund und lebendig sind. Absterbende Korallen werden schneeweiß – Korallenbleiche heißt das Phänomen.
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Korallenriffe sterben. Das ist eine Tatsache.
Dass das auch auf Österreich Auswirkungen haben wird, ebenso.
Ungefähr 14.348 Kilometer von Österreich entfernt liegt das Great Barrier Reef in Australien. Erst kürzlich hat es das Korallenriff wieder in die Schlagzeilen geschafft: als der „Global Tipping Points Report 2025“ veröffentlicht wurde – eine umfassende wissenschaftliche Analyse, die sich mit den sogenannten Kipppunkten im Klima beschäftigt, also mit jenen kritischen Schwellen, bei deren Überschreiten Entwicklungen unumkehrbar werden.
Die Korallen standen im Fokus des Berichts, weil er ohne Interpretationsspielraum zeigt, dass 30 Prozent der weltweiten Korallenbestände bereits unwiederbringlich zerstört sind; weitere 40 Prozent sind massiv bedroht. Der Grund: die anhaltend zu hohen Wassertemperaturen, die durch die Klimakrise verursacht werden.
Und auch wenn es so scheinen mag, als ginge uns das alles nichts an: Dass Korallenriffe absterben, ist auch für Binnenländer wie Österreich nicht egal. Korallenriffe sind ein wichtiger Teil des globalen Klimasystems. Ihr Verlust schwächt die Fähigkeit der Ozeane, CO₂ zu binden – das beschleunigt die Erderwärmung, die zum Beispiel Wetterextreme auch in Österreich begünstigt.
Zudem ist mittlerweile klar, dass der Zusammenbruch eines Ökosystems auch Folgen im Hinblick auf Migration hat oder Konflikte rund um die Verteilung natürlicher Ressourcen befeuert. Für uns alle ist der „Global Tipping Points Report“ damit ein Weckruf, unsere Haltung zum Klimaschutz zu überdenken und unser Leben nachhaltig im Sinne künftiger Generationen zu gestalten. Jeder Beitrag zählt.
Andrea Harringer
Weltklimakonferenz live
Vom 10. bis 21. November 2025 findet die Weltklimakonferenz COP30 in Belém, Brasilien, statt. Auch Kirchen und kirchliche Organisationen haben die Weltgemeinschaft im Vorfeld dazu aufgefordert, mehr und konkrete Klimaschutzmaßnahmen zu setzen. Musamba Mubanga vom katholischen Dachverband Caritas Internationalis beschrieb den Kampf für Klimagerechtigkeit als Ausdruck des christlichen Glaubens und der Pflicht zur Solidarität.
Die Konferenz ist online über den offiziellen YouTube-Kanal der UNFCCC (Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen) frei zugänglich:
youtube.com/@UNClimateChangeEvents
Für Sie gelesen
Wie wir die Welt retten …
Roger Hackstock: Wie wir die Welt retten, ohne uns dauernd Sorgen zu machen.
Verlag Kremayr&Scheriau.
Sollten wir der Klimakrise mit Humor begegnen? Wenn es nach Roger Hackstock geht, lautet die Antwort auf diese Frage eindeutig Ja! Er ist nicht nur auf der Suche nach Lösungen für drängende Probleme, sondern auch nach Möglichkeiten, den Blick für neue Strategien zu öffnen. Und Witze zu machen, hat sich dabei – seiner Erfahrung nach – als geeignetes Mittel herausgestellt.
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Hoffnung
Zum Gutenverändern
Wussten Sie, dass es neben den negativen Kipppunkten, wie sie etwa durch das Korallensterben sichtbar werden, auch positive Kipppunkte gibt?
In der Klimaforschung spricht man von „positiven Kipppunkten“, wenn sich nachhaltiges Verhalten sprunghaft verbreitet und damit das System dauerhaft zum Guten verändert werden kann. Solche Kipppunkte entstehen oft nicht nur durch große politische Entscheidungen, sondern durch viele kleine Beiträge im Alltag, die sich gegenseitig verstärken.
Dabei muss es nicht immer gleich die eigene Photovoltaikanlage sein. Auch wenn wir öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nehmen, anstatt das Auto zu nutzen, hat das eine Auswirkung. Oder wenn wir durch bewusstes Verhalten Strom sparen – das Licht ausschalten, Geräte, wo es möglich ist, nicht im Standby lassen und energieeffiziente Geräte verwenden.
Außerdem: klimafreundlich essen – mehr pflanzliche Lebensmittel, weniger Fleisch und Milchprodukte und weniger Lebensmittel verschwenden. Denn auch das spart Ressourcen und reduziert Müll. Dazu passt auch: Plastik vermeiden, so gut es geht, oder wiederverwenden. Nicht zuletzt: Kleidung bewusst konsumieren – Secondhand kaufen, reparieren statt wegwerfen, das spart Energie und Wasser.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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