Positionen - Karl Veitschegger
Verloren?

Eine befreundete Lehrerin hat mich darauf aufmerksam gemacht: Das Jugendwort 2020 ist „lost“. Mit diesem englischen Wort bezeichnen Jugendliche jemanden, der unsicher, planlos, überfordert, verloren, also irgendwie neben der Spur ist. Wer „lost“ ist, steht daneben – in Schule, Sozialkontakt, Arbeit oder überhaupt im Leben. Kennen auch Sie dieses Gefühl, „lost“ zu sein?
Die Bibel erzählt: Jesus ist gekommen, „zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Mk 2,17). Die, die „lost“ sind, haben einen besonderen Platz in seinem Herzen. Wer meint, ganz in Ordnung oder gar moralisch besser zu sein als andere, wird Jesus wohl kaum verstehen. Wer aber auch in sich das Verlorene spüren kann und weiß, dass er Heilung braucht, ist – so Jesus – Gott schon nahe.
„Welt ging verloren, Christ ist geboren“, singen wir in einem Weihnachtslied. Dort, wo wir das Dunkle, Unglückliche, Verlorene in uns anerkennen und der Güte Gottes anvertrauen, kann aus Unheil Heil werden – für uns und für andere.
Gott geht dabei oft auch Umwege mit den Menschen. Die Bibel ist voll von solchen Beispielen. In einer schwierigen Lebenssituation tröstete mich einmal ein Seelsorger: „Dort, wo du dich am wenigsten magst, ist Gott dir besonders nahe. Und wenn du nichts mehr mit dir anfangen kannst, will er etwas Neues in dir beginnen.“ Dafür ist Jesus geboren, dafür hat er gelebt und geliebt „bis zur Vollendung“ (Joh 13,1). Verlorenes kann gefunden, Zerbrochenes heil werden. Das zu hoffen heißt Weihnachten feiern.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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