Positionen - Monika Prettenthaler
Stolpern und (ge)denken
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Wenn ich zu Fuß in die Kirche gehe, komme ich nicht daran vorbei, andere fallen mir auf, wenn ich zum Bauernmarkt oder in der Grazer Innenstadt unterwegs bin: „Stolpersteine“, die an das Schicksal von Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Diese vor den jeweiligen Arbeits- oder Wohnstätten in den Gehsteig eingelassenen Pflastersteine tragen auf ihrer Messingoberfläche die Inschrift „Hier wohnte …“ oder „Hier arbeitete …“, ergänzt durch Namen und Lebensdaten der Opfer.
Auf diese Weise wird an vielen Orten im deutschen Sprachraum jüdischer Menschen gedacht, aber auch anderer Opfer politischer, religiöser oder ethnischer Verfolgung sowie Personen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung, Kriegsdienstverweigerung oder weil ihr Leben als „unwert“ galt, ermordet wurden.
Der Kreis derer, die diese grausame Zeit und ihre menschenverachtende Ideologie miterlebt haben, wird immer kleiner – wenige hochaltrige Zeitzeuginnen und Zeitzeugen können noch mahnen. Ihre schriftlichen Zeugnisse bleiben uns.
Bleiben wir wachsam – nicht nur morgen, am 27. Jänner, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, sondern immer!
Monika Prettenthaler
monika.prettenthaler@uni-graz.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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