Offen gesagt - Petra Vonier-Pösel
Ein Schutzraum
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Ignatianisch beten:
Die Welt dreht sich so schnell, dass wir oft gar keine Zeit haben, darüber nachzudenken, was gestern oder vor einer Woche war. Genau das aber wäre wichtig. Dazu helfen regelmäßige Zeiten der Reflexion. Die Ordensschwester Igna Kramp nennt sie „Schutzräume für den Blick auf die geistlichen Vitalfunktionen“. Diese ermöglichen, immer wieder zu überprüfen, ob ich noch in der richtigen Richtung unterwegs bin. Und sie helfen, das, was ich einmal als wesentlich erkannt habe, zu schützen gegen all das Unwesentliche, das täglich auf mich einstürmt.
Ignatius von Loyola, der Begründer des Jesuitenordens, rät zu einer Übung, die er als „Examen“ bezeichnet: Gemeint ist ein regelmäßiger kurzer Tagesrückblick. In der Haltung liebevoller Aufmerksamkeit werde ich still und stelle mich in die liebende Gegenwart Gottes. Ich bitte um einen ehrlichen Blick, schaue noch einmal auf den vergangenen Tag und verweile dort, wo mich etwas besonders berührt. Ich danke für alles, was gut war, und bitte um Vergebung und Veränderung, wo ich vom Weg abgewichen bin. – Ignatius nennt diese Übung „die wichtigste Viertelstunde des Tages“. Vielleicht haben Sie ja Lust bekommen, dieses „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ in Ihren Alltag einzubauen?
aus: Morgengedanken, 22. 10. 2026, ORF-Regionalradios
Petra Vonier-Pösel ist Theologin, Sozialethikerin und Leiterin des Pastoralamts der Diözese Feldkirch.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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