Weltkirche
Recht auf Leben
- Auch für spektakuläre Vulkane wie den 1639 Meter hohen Kelimutu mit seinen farbwechselnden Kraterseen (Bild) ist die indonesische Insel Flores bekannt. Umfassende Geothermie-Projekte bringen Mensch und Natur dort zusehends in Gefahr. Der Erdwärmekraftwerksausbau lässt weitere schwerwiegende Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wasserversorgung und traditionelle Landrechte befürchten.
- Foto: Luke Triton/wmc
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Indonesiens Kirche und Indigene klagen gegen Erdwärme-Ausbau auf der Insel Flores.
Sie ist bekannt für menschenleere Strände, Über- und Unterwasserwelten in allen Farben und Bewaldung, soweit das Auge reicht: Indonesiens Insel Flores. Das dortige Erzbistum und indigene Dorfgemeinschaften haben vor dem Obersten Gerichtshof nun gegen staatliche Genehmigungen für Erdwärme-Projekte geklagt.
Die am 29. Juli eingereichte Klage richtet sich gegen drei Erlasse des Energieministeriums, mit denen Flores 2017 zur „Geothermie-Insel“ erklärt und unter anderem die Gebiete Sokoria und Mataloko als Flächen für Geothermie-Projekte ausgewiesen wurden, berichtete das asiatische Online-Portal UCA News. Die Klage sei „keine Ablehnung des Fortschritts oder des Übergangs zu erneuerbaren Energien“, betonte Erzbischof Paulus Budi Kleden. Man sei „nicht grundsätzlich gegen erneuerbare Energien, aber Geothermie ist nicht die richtige Wahl für Flores“, so der Erzbischof von Enden. Die gebirgige Topografie der Insel lasse nur begrenzt Raum für Siedlungen und Landwirtschaft zu; weiters würden sich die für das Geothermie-Projekt zugewiesenen Flächen vielfach mit jenem Land überschneiden, von dem lokale Gemeinschaften lebten.
Angesichts von Klimawandel und saisonaler Wasserknappheit seien auch die für die Geothermie-Bohrungen benötigten großen Mengen an Wasser problematisch. „Dieses Thema geht weit über Entschädigungen oder die soziale Verantwortung von Unternehmen hinaus. Es betrifft das Recht der Menschen auf Leben“, so der Erzbischof.
Opfer auf beiden Seiten. Indes berichten BewohnerInnen von bereits eingetretenen Folgen: In Mataloko komme es seit 2016 zu Ausbrüchen von heißem Schlamm auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Folgen seien Wasserverschmutzung, Gestank, Bodensenkungen und Konflikte innerhalb der Bevölkerung. „Sowohl Unterstützer als auch Gegner der geothermischen Entwicklung sind Opfer dieses Projekts“, wird ein Bewohner zitiert.
Nach Angaben sollen in Sokoria seit 2024 Kaffee-, Kerzennuss- und Nelkenbäume nicht mehr ertragreich sein. Hinzu kämen Konflikte innerhalb von Familien um Land, das nach traditionellen Bräuchen verwaltet wird, statt nach einem staatlichen Grundbuch. Dieses Land dürfe nicht verkauft werden. Doch Clan-Oberhäupter sollen von Projektentwicklern manipuliert worden sein, um die Kontrolle über traditionelles Land zu erlangen, lautet eine weitere Beschwerde.
Der Anwalt Azas Tigor Nainggolan warf Behörden und Projektbetreibern zudem vor, betroffene Gemeinschaften nicht ausreichend informiert und konsultiert zu haben. „Flores wird behandelt, als wäre es eine leere Insel, als könnte über ihre Nutzung entschieden werden, ohne die dort lebenden Menschen zu berücksichtigen“, sagte er.
Quelle: Kathpress/Redaktion: Steiner
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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