Frankreich
Papst nimmt Rücktritt des Pariser Erzbischofs an

Papst Franziskus hat den Rücktritt des Pariser Erzbischofs Michel Aupetit angenommen. | Foto:  François-Régis Salefran
  • Papst Franziskus hat den Rücktritt des Pariser Erzbischofs Michel Aupetit angenommen.
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Umstritten. Opfer einer Medienkampagne oder seiner Amts- und Lebensführung?

Nach Querelen in der Erzdiözese Paris hat Papst Franziskus das Rücktrittsangebot des 70-jährigen Erzbischofs Michel Aupetit angenommen. Als zwischenzeitlicher Nachfolger wurde der emeritierte Erzbischof von Marseille, Georges Pontier, als Apostolischer Administrator eingesetzt.

Schon länger brodelte es in der Erzdiözese der französischen Hauptstadt. Aupetit, ein langjähriger Arzt, Bioethik-Experte und kirchlicher Quereinsteiger, regiere unbarmherzig durch, hieß es in verschiedenen Medien. Die Schließung des Pastoralzentrums von Saint-Merry und die Entlassung des Leiters der Traditionsschule Saint-Jean de Passy sorgten in bestimmten Kirchenkreisen für böses Blut.

Andere sagten, als Leiter der Kirche von Paris müsse man eben „ein Chef“ sein, und verwiesen auf Aupetits Qualitäten als Motivator und Prediger. Als Wendepunkt machen Beobachter den Weggang der beiden Pariser Generalvikare aus: Alexis Leproux im Dezember 2020 und Benoist de Sinety im März. Leproux und de Sinety, so hieß es, hätten viel Leben in die Diözese gebracht.

Hinzu kam nun ein Bericht im Magazin „Le Point“, Aupetit habe in seiner Zeit als Generalvikar eine „unangemessene Beziehung“ zu einer Frau unterhalten und sich durch eine fehlgeleitete E-Mail verraten. Aupetit wies demgegenüber eine intime Beziehung zurück. Er habe zu dieser Frau „Distanz schaffen“ wollen, wobei die Kommunikation darüber mehrdeutig verstanden worden sein könne.

Die Reaktionen auf den Rücktritt reichen von Wut über eine „mediale Kampagne“ und Zustimmung für einen „gläubigen Mann, der nah am Menschen ist und viel delegiert“, bis hin zum Vorwurf, Aupetit sei starr, nicht sehr diplomatisch und erfahre nun selbst die Härte, mit der er Fehler anderer bestraft habe.

Papst Franziskus hat in einer nachträglichen Stellungnahme die Umstände, die zum Rücktritt Aupetits geführt haben, als „Ungerechtigkeit“ bezeichnet. Er habe den Rücktritt im Hinblick darauf angenommen, dass dessen Ruf aufgrund der kolportierten Vorwürfe zu beschädigt gewesen sei.

KATHPRESS

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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