Kirche Steiermark
Kreuze im Trend

Die Daten von Online-Suchmaschinen bestätigen den Trend: Die Anfragen nach „Kreuzketten“ haben sich zwischen 2021 und 2025 mehr als verdreifacht. 
 | Foto: pexels/Sam The ShutterSmith
  • Die Daten von Online-Suchmaschinen bestätigen den Trend: Die Anfragen nach „Kreuzketten“ haben sich zwischen 2021 und 2025 mehr als verdreifacht.
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Reines Mode-Accessoire oder Sehnsucht nach Halt?
Ein Psychologe erklärt das Phänomen.

Morgens in der Berliner U-Bahn: Ein junger Mann, Anfang 20, mit Kapuzen-Pullover und Jeans, trägt einen Kreuz-Anhänger an einem Kettchen um den Hals. Er ist nicht der einzige Bahnfahrer mit diesem Schmuck an diesem Tag. Zwei Schülerinnen erklären: Auch in ihren Klassen im siebten und achten Schuljahr hat der eine oder die andere „Teenie“ immer eine Kreuzkette um den Hals.

Und das, obwohl in der deutschen Hauptstadt von fast vier Millionen Einwohnern mehr als 80 Prozent keiner oder einer anderen Religion als dem Christentum angehören – ist doch für ChristInnen das Kreuz das zentrale Glaubenssymbol. Zu Zeiten, als noch deutlich mehr Menschen der Kirche angehörten, versteckten christliche Jugendliche Kreuz-Schmuck allerdings eher – man wollte nicht als zu brav gelten.

Accessoire-Trend für Herren. Beweis für eine neue Hinwendung zum Christentum – oder reines Mode-Accessoire? „Jeder, der männlichen Mode-Ikonen auf Online-Plattformen wie Instagram folgt oder sie in Magazinen sieht, weiß, dass Kruzifixe in den vergangenen Jahrzehnten zu den größten Accessoire-Trends für Herren gehörten“, heißt es in dem Modeblog einer Herrenmodefirma. Auch auf der amerikanischen Online-Plattform Reddit wird der Trend als solcher wahrgenommen und diskutiert: Die einen erklären, es als reines Mode-Accessoire zu tragen. Die anderen haben es geerbt, wieder andere tragen es als Ausdruck ihres Glaubens.

Kein Glaubensbekenntnis. Christian Fichter ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Kalaidos Fachhochschule in Zürich. Er sieht mehrere Gründe für den Boom. „Die jungen Leute wissen, was sie tragen, aber sie tragen es nicht als Glaubensbekenntnis“, sagt er der Katholischen Nachrichten-Agentur. Manche wollten bewusst polarisieren. „Das Kreuz hat als Symbol eine gewisse Kante, es hat eine Tiefe, und es setzt einen Gegenpol zu Mikrotrends.“ Das Kreuz habe ein historisches Gewicht.

Zudem verweist er auf Studien, nach denen das Verwenden von Zeichen, die Zugehörigkeit und Schutz bieten, in Krisenzeiten zunehme. Viele Menschen – ob alt oder jung – hätten wegen der anhaltenden Krisen ein inneres Bedürfnis nach Halt. „Da ist das Kreuz ein netter Talisman, der die Sehnsucht nach Orientierung symbolisch darstellt“, so der Wirtschaftspsychologe.

Ein ganz neuer Trend sei das Tragen einer Kreuzkette indes ohnehin nicht. „Wie bei vielen Symbolen oder Mode-Accessoires kommt das alle 15 bis 20 Jahre wieder“, sagt Fichter. Pop-Ikone Madonna trug bereits in den 1980er-Jahren in ihren Musikvideos ein Kreuz um den Hals.

Quelle: Kathpress

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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