Kirche Steiermark
Geschichte für die Zukunft

Foto: Gerd Neuhold
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340 Jahre Ursulinen in Graz.
Das Jubiläum begingen Orden, Schule und Kindergarten mit einem bunten Fest.

Die eigene Geschichte feiern – mit Ausrichtung auf die Zukunft: Das hätte als Motto über der 340-Jahr-Feier der Ursulinen in Graz stehen können. Am 24. Juni feierte der Frauenorden das 340. Jahr seines Wirkens in der steirischen Landeshauptstadt. „340 Jahre Ursulinen in Graz sind ein beeindruckender Anlass, um auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurückzublicken“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom. Das Jubiläum stehe für „Beständigkeit, eine gelebte Bildungstradition und für zahlreiche Generationen, die hier ein Wertefundament vermittelt bekommen haben“.
Beim Festakt in der Grazer Leonhardstraße waren zahlreiche Gäste aus Kirche, Politik und der Bildungsdirektion anwesend – ebenso ehemalige KollegInnen, langjährige WegbegleiterInnen, VertreterInnen der im Haus tätigen Firmen sowie MitarbeiterInnen und viele Kinder und Jugendliche.

In der Gesellschaft wirken. Anne Conrad, die als emeritierte Kirchenhistorikerin der Universität des Saarlandes zur Ordensgründerin forscht, verdeutlichte in ihrer Festrede: Frauen sollten nicht hinter Klostermauern leben, sondern mitten in der Gesellschaft wirken, Mädchen bilden und Familien stärken. Aus der Idee entstand ein weltweites Bildungsnetz, das bis heute besteht.

An das Erbe von Ordensgründerin Angela Merici, die im 16. Jahrhundert in Brescia wirkte und mit ihrer Gemeinschaft einen neuen Weg einschlug, knüpfen die Grazer Ursulinen seit 1686 an. Damals kamen die ersten vier Schwestern auf Wunsch der Bevölkerung in die Stadt – ein Ereignis, das mit einem feierlichen Zug zum Haus am damaligen Fischmarkt begangen wurde. Schon wenige Wochen später wurde die erste Schule eröffnet. Rasch wurde sie zu klein, weil die Grazer Familien den Ordensfrauen großes Vertrauen entgegenbrachten. Bald unterrichteten die Schwestern mehr als 200 Mädchen und führten ein Pensionat für Töchter des steirischen Adels. Neben religiöser Bildung standen Lesen, Schreiben, Handarbeit, Französisch sowie später auch Musik und Theater auf dem Stundenplan. Damit legten die Ursulinen den Grundstein für Bildungsarbeit, die Graz bis heute prägt.

Klein und Groß. Mit Liedern und gesprochenen Texten präsentierten sich nach der Festrede sämtliche pädagogischen Einrichtungen des Hauses – der Kindergarten und die Volksschule, die Mittelschule und die Polytechnische Schule sowie das Gymnasium. Anschließend würdigten MitarbeiterInnen die Schwestern mit liebevollen Charakterisierungen und Dank – als sichtbarem Zeichen großer Wertschätzung. Kurz darauf folgte eine Überraschung: Über Video wurde eine Grußbotschaft von Bundespräsident Alexander Van der Bellen gezeigt, die die 6EG‑Klasse des Gymnasiums anlässlich des Festes organisiert hatte. Am Ende des Festaktes spendete Weihbischof Johannes Freitag allen Anwesenden den Segen. Im Laufe des Nachmittags sorgte ein weiterer Brief für große Freude: Über die Apostolische Nuntiatur in Wien erhielten die Ursulinen Gruß‑ und Segensworte von Papst Leo XIV. Auch ihm hatten die SchülerInnen geschrieben und vom dreifachen Jubiläum berichtet: 125 Jahre Standort Leonhardstraße, 340 Jahre Wirken in Graz, und 490. „Geburtstag“ im November. Alle drei Jubiläen finden Eingang in die Chronik des Hauses, die seit 1686 geschrieben wird.

Weihbischof Johannes Freitag gratuliert  Schwester Hofrätin Anna Kurz zum Jubiläum. | Foto: Gerd Neuhold
  • Weihbischof Johannes Freitag gratuliert Schwester Hofrätin Anna Kurz zum Jubiläum.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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