Marienmonat Mai
Ohne Schnörkel, Krone und Süßigkeit
- Hochaltarbild der Minoritenkirche "Maria hilf" in Graz.
- Foto: Neuhold
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Ein neues Marienlied mit Uraufführung bei der Langen Nacht der Kirchen 2025.
Warum setzt ihr mir eine Krone auf?“ Diese Frage Marias, die mir vor rund einem Vierteljahrhundert in einem literarischen Text begegnet ist, wollte mich nicht mehr loslassen.
Das Bild von Maria als herrschende Monarchin oder in lebensfremder „Süßigkeit“ ist nicht das Meine.
Wohl aber das Bild eines Menschen, einer Frau, die sich in ihrer Zeit, in ihrer persönlichen Lebensgeschichte keiner weltlichen oder religiösen Autorität unterwirft und sich in jeder Situation verantwortungsvoll und achtsam ganz auf Gott und die Menschen einlässt; die nach ihren Möglichkeiten lebensnot-wendend wirkt.
Maria, ein Mensch, eine Frau, durchdrungen von einem göttlichen Geist, der alle biologischen und psychischen Ebenen übersteigt. Ein Geist, der durch Marias Bereitschaft in Zeit und Raum wirken kann. Ob ich selbst diesen Geist, der auch meine Person durchdringt, nach meinen Möglichkeiten und Talenten hier und jetzt erfahrbar mache, liegt in meiner Freiheit.
Da ich in traditionellen Marienliedern keine lebensnahen Marien-Darstellungen finden konnte, keimte in mir die Idee, ein zeitgemäßes Marienlied zu schreiben: „Maria, wie du.“
Ein Lied, das von menschlicher Hoffnung und Angst, von Glauben und Zweifel erzählt. Von einem Ende, dem ein Neubeginn folgt. Von eigenen Talenten und Möglichkeiten. Von Gottes Geist, der aus Maria, aber auch aus mir sprechen will.
Doch woher die Melodie nehmen?, fragte ich mich zweifelnd. Die Hoffnung hat gesiegt. Von der Idee be-geist-ert, wurde in der Chorleiterin des Mariahilfer Familienchors, Prof.in Helge Mayr-Dechant, die Komponistin gefunden. Und die Freude auf die Uraufführung im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen – ebenso mit Hoffnung und Zweifel gepaart – ist groß.
„Warum schaut Maria nicht auf ihr Kind, das sie im Arm hält?“, fragt ein neunjähriger Junge, während alle Besuchenden interessiert auf ein Deckenfresko von Pietro de Pomis, dem Schöpfer des berühmten Gnadenbildes vom Mariahilfer Hochaltar, sehen. Tatsächlich blickt Maria weg von ihrem Kind in die Tiefe, wo der Betrachter eine todkranke Frau erkennt. „Weißt du, angesichts der kranken, leidenden Frau kann Maria gar nicht anders, als auch auf sie zu schauen.“ Das ist die Antwort, die wir Maria zutrauen – ganz ohne Schnörkel, Krone und Süßigkeit.
Und so gehe hoffentlich auch ich an manchem Tag durch das Leben. Maria, wie du.
Christa Carina Kokol
Das ganze Notenblatt von "Maria, wie du" können Sie zum Zweck der privaten Verwendung hier herunterladen: Maria, wie du.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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