Vatertag
Vater werden: "Abenteuer der Hingabe"

Robert Plank (Mitte) mit seinen vier Kindern, drei Enkelkindern und weiteren Verwandten. | Foto: privat
  • Robert Plank (Mitte) mit seinen vier Kindern, drei Enkelkindern und weiteren Verwandten.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Patricia Harant-Schagerl

Robert Plank ist Vater von vier Kindern und Diakon in Reinsberg. Anlässlich des Vatertags am 14. Juni plädiert er dafür, dass junge Männer Verantwortung für die nächste Generation übernehmen und das Leben weitergeben.

Wir leben in einer Zeit des scheinbaren Überflusses, doch blickt man hinter die Fassade unserer modernen Gesellschaft, offenbart sich ein tiefgreifender Mangel: ein Mangel an Mut. Immer seltener hören wir heute ein bedingungsloses, mutiges „Ja“. Ein Ja zur lebenslangen Partnerschaft, ein Ja zur Familie und – schlussendlich – ein Ja zum Leben selbst.
Wo früher das Gründen einer Familie als natürlicher und erfüllender Meilenstein des Erwachsenwerdens galt, herrscht heute oft eine Kultur des Vorbehalts. Die Gesellschaft spiegelt jungen Menschen wider, dass Kinder in erster Linie ein Karrierehindernis, ein finanzielles Risiko oder eine Einschränkung der persönlichen Freiheit seien. Man optimiert lieber das eigene Ich, statt sich auf das Abenteuer der Hingabe einzulassen.
Ja zum Leben sagen
Dieser gesellschaftliche Trend wird bereits in unseren Schulen und Bildungseinrichtungen tief verankert. Ein Blick auf die Lehrpläne zur Sexualpädagogik zeigt ein ernüchterndes Bild: Die Aufklärung junger Menschen orientiert sich fast ausschließlich an der Verhütung von Schwangerschaften und der Vermeidung von Risiken. Die Kernfrage wird übersehen: Bildung sollte nicht nur lehren, wie man Leben verhindert, sondern junge Menschen vielmehr dazu befähigen und ermutigen, Ja zum Leben zu sagen.

Aus katholischer Sicht ist die Vaterschaft eine Berufung.

Anstatt Angst vor der Verantwortung zu schüren, müssten wir die Schönheit und den Wert der Familie in den Vordergrund stellen. Es braucht eine Erziehung, die junge Männer und Frauen stark macht, Beziehungsfähigkeit fördert und ihnen das Vertrauen schenkt, dass die Gründung einer Familie kein Rückschritt, sondern der größte Reifeschritt ihres Lebens ist.
Am Ende der Schulzeit sollte die Freude, ins berufliche Leben einzusteigen, aber auch Verantwortung für die nächste Generation zu übernehmen, grundgelegt sein.
Aus katholischer Perspektive ist die Vaterschaft kein biologischer Zufall und kein lästiges Pflichtprogramm. Sie ist eine Berufung. Es sollte wieder zu einem er-
strebenswerten, stolzen Ziel für junge Männer werden, Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.
Ein Vater ist kein bloßer „Co-Elternteil“ oder der finanzielle Versorger im Hintergrund. Er ist Fundament, Vorbild und Begleiter. In einer Welt, die oft orientierungslos wirkt, gibt der Vater Halt. Verantwortung zu tragen – für die Ehefrau und für die Kinder – engt nicht ein, sondern lässt einen Mann über sich hinauswachsen. Es gibt dem Leben eine tiefere Dimension, die kein beruflicher Erfolg und kein Konsumgut jemals bieten können.
Wer den Mut aufbringt, dieses Ja zu sprechen, wird reich beschenkt. Die größte Erfüllung des Vaterseins liegt im alltäglichen Wunder des Heranwachsens.

Gemeinsame Entwicklung: Man prägt nicht nur das Kind, das Kind prägt auch den Vater. Man lernt Geduld, Demut und die Fähigkeit, sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Das Staunen wiederentdecken: Durch die Augen der eigenen Kinder lernt man, die Welt und die Schöpfung noch einmal ganz neu und unverfälscht zu betrachten.

Die Zukunft gestalten: Zu sehen, wie aus einem hilflosen Säugling ein selbstbewusster, liebender Mensch wird, der Werte verinnerlicht hat, ist das tiefste Glück, das einem Mann zuteilwerden kann.

Wir müssen als Gesellschaft – und gerade als Männer – den Fokus verschieben. Weg von der Angst vor Überforderung, hin zur Freude an der Gemeinschaft. Das Leben weiterzugeben und Kinder ins Erwachsenwerden zu begleiten, ist der nachhaltigste Beitrag, den wir für die Zukunft dieser Welt leisten können.
Es ist Zeit, dass wir der Kultur des Zögerns eine Kultur des Lebens entgegensetzen. Ein Ja zur Familie ist ein Ja zur Hoffnung. Und dieses Ja fängt bei uns Vätern an. Schönen Vatertag!
Robert Plank

Autor:

Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Powered by PEIQ