18.Sonntag 2026: Prof. Josef Spindelböck
Der Mensch lebt vom Brot, aber ...
- Jesus gibt, was wir wirklich brauchen. Das Bild zeigt ein Mosaik mit Broten und zwei Fischen in der Brotvermehrungskirche in Tabgha (Israel).
- Foto: Archiv
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Fünftausend Männer, dazu noch Frauen und Kinder, wurden von Jesus auf wunderbare Weise gespeist, als sie sich mit ihm und den Jüngern an einem einsamen Ort aufhielten, um ihn zu hören.
Eigentlich hatte Jesus das Bedürfnis sich zurückzuziehen. Wir verstehen das: Der Sohn Gottes war auch ganz Mensch wie wir und bedurfte der Ruhe und Erholung sowie des Gebets zu seinem himmlischen Vater. Aber weil ihn die Menschen auch dort aufsuchten, wohin er sich mit dem Boot zurückgezogen hatte, erbarmte er sich der leiblichen und seelischen Not des Volkes und heilte viele von allen möglichen Krankheiten und Leiden.
Die Jünger Jesu raten ihm dann gegen Abend, die Menschen wegzuschicken, damit sie sich in den umliegenden Dörfern etwas zu essen besorgen können. Ihre Sorge ist wohlbegründet und gut gemeint. Und doch hat Jesus etwas anderes vor. „Gebt ihr ihnen zu essen!“ (Mt 14,16).
Jesus vertraut auf den Vater
Der darauf folgende Hinweis der Jünger auf die vorhandenen fünf Brote und zwei Fische zeigt ihre menschliche Überforderung. Jesus aber vertraut auf seinen himmlischen Vater, als er die Menschen sich ins Gras setzen lässt. Er nimmt die Brote und Fische, blickt zum Himmel, segnet sie und teilt sie an die Jünger aus, welche sie weiterreichen an die Menge. Alle werden gesättigt, ja es bleiben noch zwölf Körbe mit Brotresten übrig.
Jesus zeigt in dieser Speisung der auf Nahrung angewiesenen Menschen, dass der Mensch zwar vom irdischen Brot lebt, er aber letztlich doch und noch viel mehr einer anderen, höheren Speise bedarf. Selbst die irdische Sättigung wäre nicht möglich gewesen ohne sein vertrauensvolles Gebet zum himmlischen Vater. Auch die Mitwirkung der Jünger beim Austeilen war wesentlich, und so zeigten auch sie, dass sie Jesus vertrauten und an ihn glaubten.
Wahres Menschsein ist offen für Größeres, nämlich für die Gegenwart und das Wirken Gottes.
Das Evangelium schweigt darüber, wie die eigentliche Vermehrung der Brote und Fische vor sich ging, und dies ist gut so. Es geht nicht darum, die Neugier und Sensationslust der Menschen zu befriedigen. Jesus möchte die Menschen zum Glauben an Gott den Vater hinführen.
Mit Gott ist alles möglich
Dieser schenkt uns in seinem Sohn Jesus Christus das wahre Brot vom Himmel, das wir für unser Leben täglich brauchen und auf welches wir wesentlich angewiesen sind. Ohne Gottes zuvorkommende Liebe vermögen wir nicht das Geringste zu tun. Mit ihm aber ist alles möglich. So sind menschliche Überlegungen und rationale Kalküle durchaus von Bedeutung. Sie dürfen aber nicht das letzte Wort haben. Dies gilt auch für die Resultate der „Künstlichen Intelligenz“. Wahres Menschsein ist offen für Größeres, nämlich für die Gegenwart und das Wirken Gottes.
Wunder geschehen auch heute
Wunder als Machttaten Gottes, in denen sich seine Nähe und sein Erbarmen zeigen, geschehen auch heute. Wir sollten nur offene Augen dafür haben und ein Herz, das bereit ist, alles, was wir an Gutem von Gott empfangen, auch mit anderen zu teilen. Dem Himmelreich kommen wir dann ein Stück weit näher als jemals zuvor.
Autor:Kirche bunt Redaktion aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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