Für die Oberstufen
Religionsbücher werden von diözesanen Religionspädagogen verfasst

Die Religionspädagogen Armin Haiderer und Caroline Köhler-Pitzinger stellen „Kirche bunt“ ihr Großprojekt zur Gestaltung der neuen österreichweiten Schulbücher für den Religionsunterricht in den Klassen der Oberstufen von AHS und BHS vor. | Foto: Wolfgang Zarl
  • Die Religionspädagogen Armin Haiderer und Caroline Köhler-Pitzinger stellen „Kirche bunt“ ihr Großprojekt zur Gestaltung der neuen österreichweiten Schulbücher für den Religionsunterricht in den Klassen der Oberstufen von AHS und BHS vor.
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Mit Armin Haiderer aus Prinzersdorf als Teamleiter und Caroline Köhler-Pitzinger aus St. Pölten schreiben zwei erfahrene Theologen und Religionspädagogen aus der Diözese St. Pölten an einem wichtigen Zukunftsprojekt. Gemeinsam mit dem Tiroler Clemens Danzl erarbeiten sie die völlig neuen Religionsbücher für die künftige AHS-Oberstufe sowie für die Berufsbildenden Höheren Schulen (BHS).

Während ein zweites, in Graz ansässiges Team gemeinsam mit dem Styria-Verlag an einer alternativen Linie arbeitet, werden Haiderer, Köhler-Pitzinger und Danzl ihre Buchreihe im Tyrolia-Verlag veröffentlichen. Damit entsteht eine moderne und qualitätsvolle Auswahl für den Religionsunterricht in ganz Österreich.

Auswahlprozess als Qualitätsbeweis

Hinter dem Zuschlag für das Autorenteam liegt ein langes und intensives Bewerbungsverfahren mit Bewerberteams aus ganz Österreich. Haiderer und Köhler-Pitzinger erzählen im Gespräch mit „Kirche bunt“: „Der Auswahlprozess war sehr streng, es gab mehrere Runden, in denen Konzepte, Visionen, der mediale Umgang sowie die theologische Kompetenz ebenso akribisch beurteilt wurden wie ein erstes Probekapitel.“ Das Feedback der Fachjury zu diesem Probeartikel, der sich mit den Themen Schuld und Vergebung befasste, fiel sehr gut aus – es gab kaum Änderungswünsche und Beanstandungen.

Überhaupt ist Haiderers und Köhler-Pitzingers Großprojekt an ein engmaschiges Netz aus Rückmeldungen, Fachgutachten und breit angelegten Umfragen unter Lehrkräften gekoppelt, was vom enorm hohen Qualitätsanspruch des Vorhabens zeugt. Im Laufe des Prozesses gilt es fortlaufend, verschiedene Institutionen sowohl vom inhaltlichen Fundament als auch von der methodisch-didaktischen Umsetzung zu überzeugen.

Große Ehre und Verantwortung

Dass das Team letztlich das Rennen gemacht hat, erfüllt die Beteiligten mit Stolz. „Es ist freilich eine große Ehre und Freude, aber auch eine enorme Verantwortung, die wir keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen“, betonen Haiderer und Köhler-Pitzinger. Das Projekt wird das Team über Jahre hinweg fordern. Das erklärte Ziel der Autoren ist es, komplexe religiöse, ethische und gesellschaftspolitische Fragestellungen für junge Menschen im Alter von 14 bis 19 Jahren verständlich, lebensnah und praxisorientiert aufzubereiten. Da Schulbücher Generationen in ihrer Wertehaltung prägen, ist die Autorenschaft eine große Ehre und Verantwortung.

Das Endprodukt soll ein „sachlich absolut verlässliches, katholisches Lehrbuch“ werden, das den Ansprüchen einer pluralen Gesellschaft gerecht wird.

Praxisnahes Werkzeug

Hinter der Konzeption steckt auch eine realistische Analyse der aktuellen Entwicklung im Lehrberuf. „Künftig wird es immer mehr semi-ausgebildete Religionspädagogen an den Schulen geben – so ehrlich muss man in der aktuellen Personalsituation einfach sein. Und genau diese Lehrkräfte brauchen ein theologisch verlässliches, strukturiertes und modernes Buch, mit dem sie praktisch und ohne extrem langen Vorbereitungsaufwand in der Klasse arbeiten können“, erklärt Haiderer die tieferen Hintergründe.

Bei vielen tiefgründigen Glaubensthemen könne man heute kein theologisches Vorwissen mehr voraussetzen; man müsse sowohl die Pädagogen als auch die Schüler dort abholen, wo sie in ihrer Lebensrealität stehen. Da Schulbücher durch ihre jahrelange Nutzung Generationen von jungen Menschen in ihrer Wertebildung prägen, sei die Berufung in die Autorenschaft eine „unglaubliche Ehre und eine bleibende Verantwortung zugleich“, so das Duo aus unserer Diözese.

Fahrplan für Band I

Der Fahrplan für das Erscheinen der neuen Werke steht bereits fest: Band I wird im Schuljahr 2028/29 in ganz Österreich für die ersten Klassen der Oberstufe eingeführt. Die übrigen Bände folgen jeweils ein Jahr später, bis die gesamte Oberstufe abgedeckt ist. Auf das Autorenteam wartet arbeitsintensive Zeit, da die Bücher nicht nur textlich überzeugen müssen, sondern auch grafisch und medial neu gedacht werden. Geplant ist eine zeitgemäße Verknüpfung von Lehrbuch mit digitalen Zusatzangeboten wie passgenauen Podcasts und interaktiven QR-Codes für den Unterricht. Gleichzeitig muss der neue Lehrplan eingearbeitet werden. Damit auch im wissenschaftlichen Detail alles fehlerfrei sitzt, holt sich das Team zusätzlich die Expertise von renommierten Theologen ein.

Trotz des Zeitdrucks und der Mühen betonen die Autoren, dass das kreative Werken am Fundament des künftigen Religionsunterrichts großen Spaß mache. Wolfgang Zarl

Autor:

Wolfgang Zarl aus Niederösterreich | Kirche bunt

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