Aktion Familienfasttag
Suppensonntag: Teilen mit Frauen im Globalen Süden
- Zwei Barefoot Counsellors („Barfuß-Beraterinnen“): Bildung ist in Indien besonders für Mädchen die größte Chance auf eine selbstbestimmte Zukunft ohne Gewalt.
- Foto: kfb / Rajiv Kumar Sah
- hochgeladen von Patricia Harant-Schagerl
Die Spenden aus den Suppensonntagen in den Pfarren kommen Hilfsprojekten der Kath. Frauenbewegung (kfb) zugute. Heuer steht das Projekt SEEDS im Nordosten Indiens im Zentrum.
Indien ist ein Land voller Kontraste: einerseits kulturelle Vielfalt, spirituelle Tiefe und eine boomende Tech-Branche, andererseits ist die soziale Realität für viele Menschen hart. Viele Frauen sind von Gewalt, Armut und Ausgrenzung betroffen, besonders wenn sie zur Kaste der „Unberührbaren“ (Dalit) gehören.
Frauen organisieren sich
Doch immer mehr Frauen organisieren sich selbstbestimmt, schaffen sichere Räume und stellen die herrschenden Machtverhältnisse in Frage. SEEDS heißt ein solches Projekt, bei dem sich in 131 Dörfern im nordöstlichen Bundesstaat Jharkhand regelmäßig mehr als 3.000 Frauen treffen, die sich u. a. für einen nachhaltigen und gerechten Umgang mit der Natur einsetzen.
In Violence Free Villages (gewaltfreien Dörfern) wird die gesamte Dorfgemeinschaft mit einbezogen.
Bei SEEDS lernen indigene Frauen ihre Rechte kennen, wehren sich gegen Gewalt von Männern, fordern Mitsprache in Gemeinderäten ein und gestalten Bildungsprojekte, landwirtschaftliche Initiativen und politische Schulungen. Bisher wurden für SEEDS 80 Barefoot Counsellors („Barfuß-Beraterinnen“) ausgebildet, die in die Dörfer gehen. Eine Besonderheit des Projekts ist auch die Stärkung der lokalen Infrastruktur
z. B. durch Schaffung der ersten Mechanikerinnenausbildung in Jharkhand.
In Violence Free Villages (gewaltfreien Dörfern) wird die gesamte Dorfgemeinschaft einbezogen, inklusive der lokalen Behörden. In 40 Modelldörfern wird bereits gelebt, dass Männer auch Hausarbeit übernehmen, dass Frauen bei Dorfentscheidungen mitwirken können, dass Frauen und Männer den gleichen Lohn und Mädchen und Buben die gleiche Schulbildung erhalten. Es entstehen außerdem Saatgut-Banken; klimafittere Früchte und Getreidearten werden angebaut, natürliche Pestizide und Kompostgruben eingeführt. So wurden im Vorjahr 130 Kleinbauern im systematischen Gemüse- und Ölpflanzen-Anbau geschult und mit Samen ausgestattet.
Das Projekt SEEDS wird seit 2006 von der Aktion Familienfasttag der kfb Österreich unterstützt.
Weitere Partner-Organisationen
Philippinen: Das „Mindanao Migrants Center“ auf den Philippinen unterstützt Care-Arbeitsmigrantinnen und deren Familien.
Guatemala: Das Projekt AMOIXQUIC begleitet Frauengruppen in verschiedenen Dörfern dabei, Wege zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit, gesunder Ernährung und kollektiver Stärke zu finden.
Kolumbien: Die Organisation SERCOLDES begleitet lokale Frauennetzwerke, fördert politische Bildung und schafft sichere Räume für Selbstorganisation.
Nepal: Die kfb unterstützt fünf Projekte in dem von der Klimakrise stark betroffenen Land, darunter „Raksha Nepal“, das zwangsprostituierten Mädchen und Frauen einen Ausstieg ermöglicht.
Nicaragua: Die Organisation MIRIAM, gegründet 1989 von der österreichischen Ordensfrau Dr. Doris Huber, stärkt Frauen auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben.
Tansania: WEGS (Women’s Economy & Gender Support) unterstützt Frauen in Richtung Selbstständigkeit und Klimagerechtigkeit.
Autor:Patricia Harant-Schagerl aus Niederösterreich | Kirche bunt |
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