23. Sonntag im Jahreskreis | 6. September 2026
Kommentar - Bibel und Leben
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Böses Blut oder heilsame Tränen
In Konfliktsituationen oder Streitfragen, wenn sich jemand ungebührlich verhalten oder uns Schaden zugefügt hat, neigen wir dazu, das Pferd von hinten aufzuzäumen. Das geschieht, wenn ich den bequemeren Weg wähle, mich hinter dem Rücken dieses Menschen über ihn beklage und sein mutmaßliches Vergehen vor unbeteiligten Menschen ausbreite. Dabei kann ich zwar meinem Ärger Luft machen, aber nichts zur Lösung des Problems beitragen. Es entsteht nur böses Blut.
Mühsamer ist der Weg, den Jesus vorschlägt. Als erster Schritt ist das direkte vertrauliche Gespräch mit der betreffenden Person zu suchen. Es soll nicht von Anklagen oder Vorwürfen geprägt sein, sondern von der Absicht, die verletzte Beziehung wieder herzustellen, Heilung und Versöhnung zu ermöglichen.
Dazu wird es nötig sein, die Person mit den Folgen ihres Handelns, mit der Wirkung einer Äußerung zu konfrontieren, was durchaus auch schmerzhaft ist und Überwindung braucht. Sie soll jedoch nicht bloßgestellt oder gedemütigt, sondern zu mehr Umsicht, Empathie und Verantwortungsbewusstsein befähigt werden. Dabei fließt kein böses Blut, sondern bestenfalls heilsame Tränen.
Alfred Jokesch
alfred.jokesch@sonntagsblatt.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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