Bischof Wilhelm Krautwaschl - Hirtenwort
Was können wir tun?

Öffentliche Gottesdienste, wie im Bild noch am 15. März mit Bischof Wilhelm Krautwaschl in Eggersdorf (im Radio und Kleine-Zeitung-Livestream übertragen), gibt es vorerst nicht mehr. Doch die Kirchen bleiben für einzelne Betende offen; Gottesdienste über Radio, Fernsehen und Internet laden auch während der Corona-Schutzmaßnahmen zur Teilnahme ein.
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  • Öffentliche Gottesdienste, wie im Bild noch am 15. März mit Bischof Wilhelm Krautwaschl in Eggersdorf (im Radio und Kleine-Zeitung-Livestream übertragen), gibt es vorerst nicht mehr. Doch die Kirchen bleiben für einzelne Betende offen; Gottesdienste über Radio, Fernsehen und Internet laden auch während der Corona-Schutzmaßnahmen zur Teilnahme ein.
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Bischof Wilhelm Krautwaschl gibt in einem Hirtenwort Ermunterungen weiter, wie wir als Christen mit der Corona-Krise gut umgehen können.

Liebe Schwestern und Brüder, in den letzten Tagen ist die Zahl der weltweit am Coronavirus Erkrankten stark angestiegen. Auch bei uns in Österreich hat sich das Virus mehr und mehr ausgebreitet. Stündlich erreichen uns neue Meldungen, und wir erleben mittlerweile spürbare Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die aktuelle Situation ist geprägt von Verunsicherung, Sorge und Angst. Was können wir in dieser Situation als Gläubige tun?
Ich möchte daher Ihnen – angelehnt an jene Worte, die unser Erzbischof Franz Lackner für seine Diözese veröffentlicht hat – einige Gedanken mitgeben.

Sich selbst zurücknehmen für Andere

Als Christen sind wir solidarisch mit allen, deren Gesundheit nun in Gefahr ist, ganz besonders mit Kranken und älteren Menschen. Zu ihrem Wohl müssen wir das soziale und auch das öffentliche religiöse Leben einschränken – eine für uns neue Erfahrung, die für nicht wenige von uns auch ein Opfer bedeutet.
Der Rhythmus des gemeinschaftlich-religiösen Lebens, der uns besonders in Tagen wie diesen Halt geben könnte, wird durchbrochen. Dieser Verzicht für unsere Mitmenschen kann aber auch zum Segen für uns werden. Gerade in den Schwachen und Gefährdeten will Gott uns nahe sein. Deswegen werden wir Priester auch weiterhin – wenngleich ohne Volk – die Eucharistie feiern und uns gemeinsam mit anderen im Rahmen unserer Möglichkeiten um die Kranken und Sterbenden sorgen.

Im Gebet Zuflucht nehmen bei Gott
Die Kirche hört nicht auf zu beten. Gerade in Zeiten der Einschränkung von Not und Krankheit bekommt Beten neue Dringlichkeit. Schöpfen wir Kraft und Zuversicht aus der Hoffnung des Psalmisten: „Schüttet euer Herz aus vor Gott! Denn er ist unsere Zuflucht“, sagt der Beter im Psalm 62. Das kann auch uns in dieser Situation eine Hilfe sein.
Nehmen wir mit allem, was wir in uns tragen, Zuflucht bei Gott. Schütten wir ihm unser Herz aus, und vertrauen wir ihm an, was uns umtreibt. Der Herr hat die Dinge in der Vergangenheit immer wieder zum Guten gewendet. Wir dürfen darauf vertrauen, dass er auch in den kommenden Wochen nicht von unserer Seite weicht. Diese Hoffnung kann uns Sicherheit geben und Trost spenden, uns stärken und widerstandsfähig machen für alles, was uns schaden möchte.

Liebe Schwestern und Brüder, auch die Glocken unserer Kirchen hören in diesen Tagen nicht auf, uns durch ihr Läuten zum Gebet aufzurufen. Sprechen wir gemeinsam das Gebet, das Jesus selbst uns zu beten gelehrt hat. Wer die Worte des Vaterunsers spricht, ist nie allein. Er stimmt ein in eine Gebetsgemeinschaft, die über alle Grenzen verbindet. Bitten wir für alle, die am Corona-Virus erkrankt sind, und für alle Ärzte, Pflegekräfte und Politiker, die im Moment gegen diese Krankheit ankämpfen; beten wir aber auch für alle in der Seelsorge, dass wir unter diesen Umständen die Nähe zu den Menschen entsprechend leben.
Gott ist da. Und damit gilt: „Du bist nicht allein! – Wir sind nicht allein!“ Darauf dürfen wir vertrauen!
Im Gebet mit Euch verbunden – mit herzlichen Segensgrüßen

Bischof Wilhelm Krautwaschl

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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