Advent & Weihnachten bei mir daheim
Trommeln, singen, tanzen

„Fancy Dress Groups“ werden die bunten Gruppen genannt, die in einheitlichen Verkleidungen zu Weihnachten tanzend durch die Straßen ziehen. | Foto: privat
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  • „Fancy Dress Groups“ werden die bunten Gruppen genannt, die in einheitlichen Verkleidungen zu Weihnachten tanzend durch die Straßen ziehen.
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In Ghana drückt sich die Weihnachtsfreude in farbenprächtigen Umzügen aus. Auch Familie und Gemeinschaft sind wichtig.

Der Advent in Ghana beginnt mit dem Schmücken der Häuser und der Bäume mit Lampen, Lichterketten und Ornamenten. In den Geschäften und auch in den Wohnhäusern werden häufig synthetische Tannenbäume geschmückt. Weihnachten wird als Fest der Familie und der Gemeinschaft gefeiert, Geschenke haben hingegen keinen hohen Stellenwert.

In Ghana wird der Advent mit spirituellen und praktischen Vorbereitungen auf Weihnachten begangen. Im Mittelpunkt stehen Hoffnung, Gebet und die Vorfreude auf Christi Geburt. Es beginnt mit dem Binden des Adventkranzes für den Gottesdienst. Dieser Kranz enthält die vier Adventkerzen und die Christkerze in der Mitte. Er wird in einer Prozession von einem jungen Mädchen in traditioneller Kente-Kleidung und mit anderen lokalen Dekorationen vom Kircheneingang zum Altar getragen. Dies symbolisiert die Hinwendung zu Jesus Christus und die Anerkennung seiner rettenden Gnade für die Menschheit.

In unserer Gegend wird der Adventkranz nur in der Kirche und nicht in den Häusern der Familien verwendet. Dennoch beten die meisten Familien in dieser Zeit jeden Sonntagabend gemeinsam den Rosenkranz. Neben der spirituellen Vorbereitung gibt es auch die ganz praktische. Manche Familien streichen und dekorieren ihre Häuser, um BesucherInnen willkommen zu heißen.

Die Weihnachtsfeier findet am 24., 25. und 26. Dezember statt. Zu dieser Zeit kehren die Arbeiter aus der Stadt zu ihren Familien aufs Land zurück und Angehörige aus dem Ausland reisen zu den Feiertagen an. Am Heiligen Abend versammeln sich die Gemeinden zu einem Gottesdienst, der bis weit in die Nacht dauert. Lesungen, Gesang, Tanz und Gemeinschaft sind hier die zentralen Elemente. In vielen afrikanischen Ländern spielt die Musik eine wichtige Rolle bei den Feierlichkeiten. Trommeln, Singen und Tanzen gehören zu einem traditionellen Weihnachtsfest dazu.

Die Feierlichkeiten am Christtag beginnen mit der Messe. Anschließend versammeln sich die Familien, um nicht nur zu feiern, sondern auch Streitigkeiten beizulegen und die Erfolge des vergangenen Jahres Revue passieren zu lassen. Die meisten Familien, ob reich oder arm, versuchen, etwas Besonderes für den Weihnachtstag vorzubereiten, und teilen es manchmal mit ihren Nachbarn.

Zu Weihnachten ziehen tanzende Gruppen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, verkleidet und maskiert, stundenlang durch die Straßen unserer Stadt, begleitet von Blasmusikkapellen und Stelzengehern. Die Kostüme ähneln einander so sehr, dass man nicht erkennen kann, wer sich hinter der Maske verbirgt. Sie ziehen die Menschen an, und schon bald sind die Straßen von fröhlichen Stimmen erfüllt.
Es gibt auch Lieder für Advent und Weihnachten, sowohl auf Englisch als auch in den verschiedenen einheimischen Sprachen. Einige Lieder in meiner Muttersprache erwähnen sogar Schnee, obwohl die meisten Menschen noch nie Schnee gesehen haben.

Jacob Brew
stammt aus Ghana und ist Pastoralreferent im Seelsorgeraum Graz-Ost.

Kindheitserinnerung

In der Palmenhütte

Eine Woche vor Weihnachten bauten meine Freunde und ich in der Nachbarschaft eine Weihnachtshütte aus Palmenzweigen, die wir mit Luftballons, Blumen und bunten Sachen schmückten. Wir verbrachten mindestens drei Tage (von 24. bis 26. Dezember) in dieser Hütte und aßen gemeinsam unsere Weihnachtssüßigkeiten. Wir sangen Weihnachtslieder und hatten viel Spaß. Manchmal zogen wir als Gruppe mit Trommeln und Gesang zu unseren Nachbarn. Wir teilten das Geld und die Süßigkeiten, die wir bekamen.

In Familien, die es sich leisten konnten, bekamen alle Kinder kurz vor Weihnachten neue Kleidung für die Kirche, Weihnachtsbrillen und -hüte. Diese Geschenke waren für alle. Wer brav war, bekam zusätzliche Kleinigkeiten. Der Besuch des Nikolaus ist in meinem Land fremd. Auch das Christkind und der Weihnachtsmann sind nur aus Geschichten bekannt, sie bringen keine Geschenke. Das traditionelle Weihnachtsessen besteht aus Gerichten mit verschiedenen Joloff-Reissorten (Bild) und Fleisch sowie Fufu und Eintöpfen.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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