Pionierinnen in der Seelsorge | Grete Zach
Persönlich bleiben

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Für Grete Zach ist das bis heute das Wesentliche in der Seelsorge.

Es waren ein langer Weg und eine weite Zeitspanne, die sie heute überblickt: 90 Jahre wird Grete Zach am 17. Juni.Eigentlich stammt sie ja aus dem Waldviertel. „Aber nach dem Krieg gab es für meinen Vater dort keine Möglichkeit mehr“. So ging er nach Köflach in die Glasfabrik arbeiten, und die Familie zog in die Steiermark.
Grete ging schließlich in die Handelsakademie. Danach arbeitete auch sie eineinhalb Jahre in der Fabrik – aber im Büro.

In die Ausbildung zur Seelsorgehelferin sei sie eigentlich „so hineingerutscht“, meint sie. Der Kaplan in der dortigen Pfarre war der spätere Bischof Johann Weber. „Ich war einfach froh, dass ich wieder etwas lernen durfte, mich weiterbilden durfte.“ So ging es nach Wien ins „Seminar für kirchliche Frauenberufe“.
Zuerst ergab sich für die Eltern freilich noch die Frage: „Wer zahlt das Schulgeld?“ 400 Schilling im Monat war damals viel Geld. 200 Schilling gaben die Eltern, 100 kamen von einem privaten Förderer und 100 Schilling von der Diözese. Leichter war es mit der Kleidung, denn die nähte ihre Mutter. „Frau Doktor Holzer, die das damals leitete, war einfach der Meinung, dass diese Mädchen ausgebildet werden müssen“, und die Ausbildung war vielfältig.

Ihre Jahre in unterschiedlichen Pfarren sahen auch sehr unterschiedlich aus. „In Donawitz war es schon schwierig, denn es gab damals noch sehr viele Flüchtlinge. Von den Funktionen her war klar: „Wenn kein Mesner da war, erledigte ich das.“

Später in der Karlau wurde es leichter. „Der Pfarrer Thaler war mir ein guter Chef, wir haben in der Früh auch immer Laudes miteinander gebetet und hatten einen ganz normalen Umgang.“
Sehr genau verfolgte Grete Zach die kirchlichen Entwicklungen, und der Aufbruch in der Kirche beim Zweiten Vatikanum hat sie sehr geprägt: „Uns hier in Österreich interessierte schon sehr, was da in Rom passierte.“ In St. Peter in Graz betreute sie die Frauenrunde und die Kinder, saß auch im Pfarrgemeinderat. „Man wollte damals einfach ganz und ohne Vorbehalt ein Werkzeug in der Kirche sein.“

Ihre besondere Liebe galt immer den Kindern. Unterrichten gehörte dazu, und natürlich das Jungscharlager, das Sternsingen. Beim Unterrichten konnte sie gut auf die vielfältige Ausbildung zurückgreifen.
Sechs Jahre war sie auch Vorsitzende der Berufsgruppe der Seelsorgehelferinnen. Der Schalk sitzt Grete Zach schon manchmal im Nacken, zum Beispiel wenn sie sich an eine Begegnung erinnert. „Bei einem späteren Treffen erzählte mir Bischof Weber einmal, er hätte mich gern zur Diakonin geweiht.“ Den persönlichen Bezug herzustellen sei heute natürlich schwieriger als früher.

Heute sagt sie ganz ohne Trauer und vielleicht auch mit Hoffnung für die Kirche: „Man kann die Zeit eben nicht zurückdrehen.“ Menschen, die in der Pastoral arbeiten, empfiehlt sie, das Unmittelbare zu suchen.

Gisela Remler

BERUF: SEELSORGEHELFERIN

Diesmal im Blick zurück: Grete Zach 90 Jahre

Zum Berufsbild
„Ein moderner Beruf – Seelsorgehelferin“ steht auf der Informationsbroschüre aus den 1960er Jahren vom Seminar für kirchliche Frauenberufe (Bild links). Manche Formulierungen klingen topaktuell: „Modern, weil sie mitten im Fluss der Zeit steht, offen für die Aufgaben der Kirche“ lautet die Beschreibung des ältesten Berufes für Laien, also Nicht-Geweihte, in der Seelsorge.

Die Idee
Der Beruf der Seelsorgehelferin geht auf eine Initiative von Hildegard Holzer zurück. Ihre Ansichten klangen im Jahre 1969 anregend wie heute: „Die Seelsorgehelferin ist nicht Lückenbüßerin für fehlenden Kaplan oder Jugendführerin, sondern bestellt zum Dienst am Glauben der Gemeinde.“

Die Weiterentwicklung
Im Schlusstext des Österreichischen Synodalen Vorganges (1973–1974) wurde der Beruf Seelsorgehelferin unter „Träger kirchlicher Dienste“ mit der Bezeichnung „Pastoralassistent“ eingeordnet. 1972 wurde die Verpflichtung, ehelos zu leben, aufgehoben.

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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