Postkasten
Ein offenes Herz, ein offenes Haus
Manchmal genügt ein einziger Moment, um zu wissen, wem man begegnet ist: ein Händedruck, der nicht hastig ist, ein Blick, der wirklich hinschaut, ein Satz, der zeigt, dass man gehört wurde. Wer Generalvikar Erich Linhardt einmal gegenübersaß – ob als Priester mit einer schweren Frage, als haupt- oder ehrenamtlich Mitarbeitende mit einem Anliegen oder als Gläubiger auf der Suche nach einem offenen Ohr –, kennt diesen Moment. In einer Kirche, die oft nach Strukturen und Zuständigkeiten fragt, hat er zuerst nach dem Menschen gefragt.
Mit seinem Abschied aus dem Amt des Generalvikars endet seine Amtszeit, die er mit genau dieser Haltung geprägt hat. Dieses Schreiben nimmt diese Gelegenheit zum Anlass, innezuhalten und dankbar auf einen Menschen zu blicken, dessen Wesen vielen von uns vertrauensvoll und liebevoll begegnet ist und der uns damit weit mehr hinterlässt als geordnete Akten. Was bleibt, ist selten das, was in den Akten steht. Es sind die Gespräche, die jemand ernst genommen hat, das Vertrauen, das nicht enttäuscht wurde, die Liebe, die sich nicht in großen Worten, sondern in kleiner, beständiger Zuwendung gezeigt hat.
Lic. Antonyraj Gabriel, Kaplan im SR Sulm-Saggautal
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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