Ordensleben in der Steiermark | Teil 35
Nicht nur in der Schule zu Hause

Mit Freude dabei. Fröhliche Gesichter im Garten. Sr. Hanna Neißl (links), Sr. Vera Rónai (Mitte) und Sr. Maria Luttenberger.
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  • Mit Freude dabei. Fröhliche Gesichter im Garten. Sr. Hanna Neißl (links), Sr. Vera Rónai (Mitte) und Sr. Maria Luttenberger.
  • Foto: Anna Felber
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Franziskanerinnen von der Unbeflekten Empfängnis

Fröhliches Kinderlachen dominiert im alten Gemäuer am Grazer Kaiser-Franz-Josef-Kai. Bunte Zeichnungen und Basteleien schmücken die Wände. Schule und Erziehung ist das, was Menschen im Allgemeinen mit dieser Ordensgemeinschaft verbinden, die hier an der Mur gleich beim Kindergarten und der Volksschule Sr. Klara Fietz ihr Provinzialat hat. „Trotzdem ist ,Schulschwestern‘ eigentlich ja nur unser ,Vulgoname‘“, lacht Provinzoberin Sr. Sonja Dolesch. Franziskanerinnen sind sie, darauf legen sie Wert. In Zukunft soll die franziskanische Identität der Gemeinschaft noch wesentlich stärker herausgearbeitet werden und in den Vordergrund treten. Sr. Vera Rónai leitet deshalb ein Team, das am franziskanischen Profil arbeitet. „Es geht um ein neues Begleiten unserer Einrichtungen.“ Eine kräftige Mischung soll es sein: „Wissensvermittlung gekoppelt mit Glaubenserfahrung, damit unser Auftrag gut weitergetragen werden kann. Wir hoffen, dass unsere Mitarbeiter die franziskanischen Werte und Lebenskultur entdecken können – für sich und ihre Arbeit.“

In der Steiermark betreiben die Franziskanerinnen fünf Schulen und drei Kindergärten, sind aber auch in der Seelsorge tätig: etwa in Haus im Ennstal. Zwei weitere Schwestern bieten im Schloss Seggau Exerzitien an. In Mariazell führt der Orden das Marienheim, ein einfaches Pilgerheim als Frühstückspension, wo Sr. Ernestine es sich mit 93 Jahren nicht nehmen lässt, immer noch die Pilger zu bewirten.

Als „jüngstes Kind“ der Franziskanerinnen entsteht das Zukunftsprojekt „FranzisCa“, in Zusammenarbeit mit der Caritas. Nachdem das Internat in der Georgigasse in Eggenberg geschlossen werde musste, weil die Nachfrage zu stark abgenommen hatte, nahm man sich vor, flexibel auf die Anforderungen der Zeit zu reagieren. „Für mich ist es eine Fügung, das Gebäude hat sich angeboten“, berichtet Sr. Sonja davon, wie sich die neue Nutzung entwickelt hat. Mehr als ein Zufall? „Der liebe Gott hat uns einfach am Schopf gepackt, dass wir weitertun.“

Schon im Juni 2014 gab es einen Kapitelsbeschluss, sich der Bildung in einem weiteren Sinn zu öffnen, und so kam alles in Gang. Nach einer Generalsanierung des Gebäudes werden heuer zwei bereits bestehende Caritas-Einrichungen einziehen. Das „Haus Elisabeth“, das Notschlafplätze für 20 Frauen und Kinder bietet. Angeschlossen ist eine Wohngemeinschaft, die eine mittelfristige Wohnversorgung für bis zu zehn Frauen und sechs Kinder bietet. Das Frauenwohnhaus unter dem neuen Namen „Haus Clara“ schafft Platz für bis zu 60 Frauen, vorwiegend Asylwerberinnen mit ihren Kindern.

„Unser Haus soll wieder Heimat werden, zukünftig für Frauen und Kinder in Not“, fasst Sr. Sonja zusammen. Die Wissensvermittlung soll in Zukunft in einem weiteren Sinn verstanden werden. Das Ziel: „Es geht um Befähigung für Frauen aus anderen Kulturen und Religionen, um eine niederschwellige, interreligiöse Begegnung.“ Nach den letzten Tischler- und Malerarbeiten kann nun bald der Einzug beginnen. Ein mutiges Wagnis, ein großes Zukunftsprojekt, sicher ganz im Sinn von Mutter Franziska Lampel.

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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