Ordensleben in der Steiermark | Teil 09
Mission als Grundausrichtung

Händedruck zwischen Kontinenten. Begegnung auf gleicher Augenhöhe war ein Ziel von Daniel Comboni.
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  • Händedruck zwischen Kontinenten. Begegnung auf gleicher Augenhöhe war ein Ziel von Daniel Comboni.
  • Foto: Gerd Neuhold, Sonntagsblatt
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Die große Welt spielt hier schon eine Rolle“, erklärt Rektor Pater Josef Altenburger. „Unsere Pfarre wird geprägt vom Charisma unseres Ordens.“ Auch hier soll Mission spürbar sein. Die Stationskaplaneien in Messendorf und Autal sowie Raaba werden von den Comboni-Missionaren, die in Messendorf ihre Niederlassung haben, betreut. Das führt dazu, dass die Ausrichtung des Pfarrlebens nicht so traditionell ist, sondern Verbindungen über die Grenzen des Kontinents hinaus gelebt werden. „Wir feiern ein bis zwei missionarische Feste im Jahr.“

Messendorf ist eine der zur Zeit sieben Niederlassungen des Ordens im deutschen Sprachraum. Bereits im Jahr 1908 wurde hier ein Wirtschaftsgut mit einer Ziegelei gekauft und eine Niederlassung als Ausbildungsstätte für Brudermissionare gegründet. Im alten Missionshaus, das zwischenzeitlich Comboni-Schwestern beherbergt hatte, wurde 1997 das „Afrikahaus“ eröffnet, und der „Verein Afrikahaus Daniel Comboni zur Förderung von Studenten und Asybewerbern aus Afrika“ fand hier seinen Platz. Hier leben 20 bis 25 Flüchtlinge. Auch die Diözesanstelle von Missio Steiermark hat heute hier ihren Sitz, so entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit.

Josef Altenburger (Pater Sepp), der aus Baden Württemberg stammt, war selbst acht Jahre in Uganda und Kenia. In Innsbruck wirkte er als Leiter des internationalen Studienhauses und war auch Provinzial. Er sieht in vielen Ländern Afrikas ein blühendes, engagiertes Christentum. „In Nairobi habe ich erlebt, dass es am Sonntag fünf Messen gab und die Menschen schon vor Beginn der Messe vor der Kirche warteten, um auf jeden Fall einen Platz zu finden.“ In solchen Riesenstädten mit einem schwierigen Menschenkonglomerat und mit großen Slums „kann die Kirche eine neue Heimat sein, wo Menschen wieder Wurzeln finden können.“ Die Begeisterung ist groß, es gibt ein aktives Pfarrleben mit Tanz- und Sportgruppen, wo vor allem die Jugendlichen sich mit großer Freude einbringen.

Aber wie sieht es heute und hier mit dem Missionsgedanken aus, der für Comboni der Sinn seines Ordens war? Pater Josef: „Mission heißt für uns heute, Grenzen zu überschreiten, zu jenen zu gehen, zu denen niemand gehen will.“ Das Ziel ist also nicht nur Afrika, auch hier in Europa möchte die Gemeinschaft Interesse zeigen für die vielen Religionen, Kulturen und Subkulturen, in denen Menschen hier bei uns leben, und ihnen eine Beheimatung in der Kirche ermöglichen. Krankenbesuche, die der Orden anbietet, sind nur ein Teil davon.

Heuer feiern die Missionare das 150-jährige Gedenken an Combonis „Plan zur Wiedergeburt Afrikas“, in dem der Ordensgründer seine Ziele niedergeschrieben hat. Ein Blick auf die Weltkirche macht deutlich, dass Mission längst nicht mehr eine Einbahnstraße darstellt, sondern eine Art globalen Kreisverkehr. In einer Zeit, wo viele Orden Probleme mit dem Nachwuchs haben, stellt sich die Lage für den Missionsorden differenzierter dar. Die Situation hat sich natürlich verändert. In Europa müsse man konzentrieren, weil der Nachwuchs zurückgehe, erklärt Pater Josef. Weltweit gesehen bleibt die Zahl der Combonis aber konstant, die Gemeinschaft wächst heute vor allem in Afrika.

Interview mit Pater Josef Altenburger auf sonntagsblatt.tv

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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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