Wegmarken der CARITAS | Teil 1
Herzensgute Menschen

Heilige Elisabeth von Thüringen, die Patronin der Witwen, Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten, Notleidenden und der Caritas. Nach einer Darstellung am Glasfenster der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Buch bei Judenburg.
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  • Heilige Elisabeth von Thüringen, die Patronin der Witwen, Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten, Notleidenden und der Caritas. Nach einer Darstellung am Glasfenster der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Buch bei Judenburg.
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Wie der Caritasgedanke nach dem Ersten Weltkrieg aufblühte.

Armut und Elend kennzeichneten die Sozialstruktur unseres Landes, seit es bewohnt ist. Ab dem 19. Jh. formte sich in Gesellschaft und Kirche immer stärker das Bewusstsein, dass Armut und Elend nur durch sozialpolitische Veränderungen bekämpft werden können.
Innerhalb der Kirche erkannte Papst Leo XIII. die neue Dimension der sozialen Frage. Die Veröffentlichung seiner Enzyklika Rerum Novarum (1891) markiert die Bestärkung und Intensivierung sozialen Wirkens vieler Gemeinschaften. Und die Geburtsstunde moderner Caritas (lat. „Nächstenliebe“). Der Hinweis in Rerum Novarum (24), wie wesentlich kirchliche „praktische Maßnahmen zur Milderung des materiellen Notstandes der Besitzlosen“ seien, ist einerseits Anerkennung der Arbeit vieler Ordensgemeinschaften, aber auch der Keim von organisiertem karitativen Handeln.

Nach dem Ersten Weltkrieg: reiche Hilfe
In den Umbrüchen nach dem Krieg entdeckte man immer mehr, dass Pfarren zentrale Drehscheiben waren, um das „Katholische“ zu organisieren. Die soziale Kraft der Kirche musste neu gebündelt werden. So entstand, sehr oft durch den Zusammenschluss mehrer soziale Werke, die Organisation „Caritas“: Zunächst als Koordinierungseinrichtung, dann immer stärker als Drehscheibe für Werke und Aktivitäten. Aufbauend auf Erfahrungen ihrer Mitgliedsorganisationen wurde sie wichtige, kreative und selbstbewusste Kämpferin gegen soziale Not, Ausgrenzung, das Vergessen von Armen.
Schon 1921/1922 rollten die ersten Kindertransporte ins Ausland und „zehntausende Kinder“, die an Hunger und Verzweiflung litten, „sollten in all den Jahren nachher bei herzensguten Pflegeeltern in Holland, Belgien, in der Schweiz, in Italien und Ungarn reiche Hilfe an Leib und Seele erfahren“. Ebenso wurden „Heime für Kinder und Alte, für Debile und Schwererziehbare, für Kranke und Gebrechliche, für erholungsbedürftige Kinder, Mütter und Familien überall in Österreich neu geschaffen. Starke „Träger der eigentlichen Caritasarbeit waren die sogenannten Pfarrausschüsse der Pfarren“.

An die Wand gedrängt
Nach dem „Anschluss“ Österreichs engten die Nationalsozialisten die Arbeit der Diözesancaritasverbände wie auch des Österreichischen Caritasverbands Monat für Monat mehr ein. Die Caritas wurde zunehmend handlungsunfähig. Der nachmalige Wiener Caritasdirektor Jakob Weinbacher beschreibt die real mögliche Tätigkeit der Caritas während des Krieges: „1938 bis 1945 konnte die Caritas nicht in der Weise arbeiten, wie es heute der Fall ist. Manches Arbeitsgebiet wurde ihr weggenommen. Es blieben aber noch viele und schöne Aufgaben. Die Sorge um die alten Leute, die Krüppel und vor allem die Betreuung jener Menschen, die der Staat als mehr oder weniger wertlos ansah. Viele von ihnen wurden in das KZ verschleppt und ließen ihre Familien in Not und Elend zurück. Wer half da? Der Staat nicht und die offizielle Fürsorge nicht. Überall sprang die Kirche ein.“

IM ORIGINALTON

Die Caritas ist der derzeit populärste Arm der katholischen Kirche. Sie ist in der jetzt existierenden Struktur ungefähr 100 Jahre alt. Die Arbeit und die Geschichte der Caritas hat mich immer fasziniert.


Dr. h.c . Franz Küberl war 1994–2016 steirischer Caritas-Direktor und prägte als Präsident von Caritas Österreich (1995–2013) die Geschicke der Caritas. | Foto: Caritas
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Dr. h.c . Franz Küberl war 1994–2016 steirischer Caritas-Direktor und prägte als Präsident von Caritas Österreich (1995–2013) die Geschicke der Caritas.
Auf Basis seiner sorgfältigen Nachforschungen zeigt er für das SONNTAGSBLATT entscheidende Wegmarken in der Wirkungsgeschichte der Caritas in Österreich.

Franz Küberl. 
Von der KRIEGS- zur FRIEDENS-CARITAS. 
Ihre Pionerarbeit in Österreich. 
Linz: Wagner Verlag 2024, ISBN: 978-3-903040-86-1, 28 EUR.
  • Franz Küberl.
    Von der KRIEGS- zur FRIEDENS-CARITAS.
    Ihre Pionerarbeit in Österreich.
    Linz: Wagner Verlag 2024, ISBN: 978-3-903040-86-1, 28 EUR.
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Heilige Elisabeth von Thüringen, die Patronin der Witwen, Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten, Notleidenden und der Caritas. Nach einer Darstellung am Glasfenster der Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Buch bei Judenburg.
"Diakonie": Illustration von Ivan Rajic zum Zukunftsbild der Katholischen Kirche Steiermark | Foto: Ivan Rajic
Dr. h.c . Franz Küberl war 1994–2016 steirischer Caritas-Direktor und prägte als Präsident von Caritas Österreich (1995–2013) die Geschicke der Caritas. | Foto: Caritas
Franz Küberl. 
Von der KRIEGS- zur FRIEDENS-CARITAS. 
Ihre Pionerarbeit in Österreich. 
Linz: Wagner Verlag 2024, ISBN: 978-3-903040-86-1, 28 EUR.
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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