Advent & Weihnachten bei mir daheim
„Der Stern ist da!“

Liebe und Segen. „Opłatki“ sind Weihnachtswaffeln aus Mehl und Wasser, die man in Polen vor dem Weihnachtsessen teilt. Man bricht ein Stück ab, reicht es einem Familienmitglied, segnet einander und wünscht Gutes für das kommende Jahr. Die für Haustiere bestimmten Oblaten sind rosarot. | Foto: AdobeStock
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  • Liebe und Segen. „Opłatki“ sind Weihnachtswaffeln aus Mehl und Wasser, die man in Polen vor dem Weihnachtsessen teilt. Man bricht ein Stück ab, reicht es einem Familienmitglied, segnet einander und wünscht Gutes für das kommende Jahr. Die für Haustiere bestimmten Oblaten sind rosarot.
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Weihnachten in Polen. Wie der Advent begangen wird, was man am Heiligen Abend isst und wer dort die Geschenke bringt.

Vielleicht gelten Advent und Weihnachten auch deshalb als die schönste Zeit im Jahr, weil sie so viele Erinnerungen aus der Kindheit wieder auferstehen lassen. Auch bei Pfarrer Maciej Trawka ist das so. Mit froher Stimme erzählt der Provisor zahlreicher Pfarren im SR Südoststeirisches Hügelland von der Zeit der Vorfreude auf Weihnachten und vom Heiligabend in seiner Heimat Polen. Geboren in Rzeszów, einer Stadt zwischen Lemberg und Krakau in der Größe von Graz, wuchs er mit seinen beiden Brüdern und den Eltern in einer Plattenbau-Wohnung auf.

Besinnlicher Advent. Auch wenn die realsozialistische Gesellschaftsordnung dem Christkind kaum Platz ließ – Weihnachten feierten die Menschen auch in der kommunistischen Zeit. Besonders die Wochen vor dem 24. Dezember wurden in Polen feierlich begangen, erinnert sich Pfarrer Matthias: „Als ich im Jahr 2000 nach Österreich gekommen bin, war ich verwundert über all die Glühweinstandln und die Weihnachtsmärkte“, sagt er. Vor allem eines habe es in Polen nicht gegeben: einen schon vor dem Heiligen Abend geschmückten Baum. „In meiner Heimat hat man die ganze Adventzeit über Weihnachtsschmuck gebastelt“, erzählt der 53-Jährige. Aufgeputzt wurde der Weihnachtsbaum damit dann erst am Nachmittag des 24. Dezember.

In den großen Tag gestartet sei man mit dem Gruß „Glückwunsch zum Heiligen Abend!“. Für die Kinder begann mit dem Warten auf die Bescherung nun eine „harte Zeit“, und: Nicht das Christkind habe Gaben gebracht, erinnert sich der Priester. Während in anderen Landesteilen „Väterchen Frost“ Anfang Januar mit Päckchen kam, beschenkte Maciej und seine Brüder vor allem Sankt Nikolaus. Gegeben habe es vorrangig das, was ohnehin notwendig war: einen neuen Pullover, Winterschuhe und manchmal sogar eine heiß ersehnte Orange.

Verzeihen, segnen, essen. Nach täglichen Abendgottesdiensten „mit viel Laternenlicht“ war endlich Heiligabend da. Bevor der erste Stern am Himmel erschien und mit dem Ausruf „Der Stern ist da!“ begrüßt wurde, hantierte man am Vormittag noch eifrig in der Küche, um die zwölf Speisen für die „Wiglia“, das traditionelle polnische Festessen, zu bereiten. Je nach Region gab es auch Pilzsuppe, Eintopf aus roten Rüben oder saure Suppe aus Mehl, Nudeln mit Mohn oder die von Pfarrer Trawka heißgeliebten Teigtaschen, genannt Pierogi (siehe Rezept). In Nordpolen war Fisch verbreitet – „kalt, warm oder mariniert“ – und „Weihnachtskarpfen“. Zuvor aber verteilte jedes Familienmitglied Stücke seiner Oblate (siehe oben). Man segnete einander und versöhnte sich nach einem Streit. Auch heute noch wünscht Maciej Trawka an Weihnachten: „Frieden und Versöhnung in unseren Familien und in der Welt!“

Anna M. Steiner

Maciej Trawka stammt aus Polen und ist Pfarrer im Seelsorgeraum Südoststeirisches Hügelland.
Weihnachten verbringt er „mit polnischen Brüdern“ und deren traditionellen Speisen. Sein Lieblingsgericht sind Heidelbeer-Piroggen. | Foto: Neuhold
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Bei mir daheim

Rezept für 25 Stück

Heidelbeer-Pierogi
2 Eier, 250 ml Milch, 1 Prise Salz, 1 EL Sonnenblumenöl, 
500 g Mehl, 400 g Heidelbeeren, 1 Esslöffel Kartoffelstärke; zum Garnieren etwas Obers oder Topfen und Zucker.
Heidelbeeren waschen (gefrorene zuvor auftauen), gut abtrocknen und mit 1 Löffel Mehl mischen. Den aus Eiern, Milch, Salz, Öl und Mehl gekneteten Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche in 2 bis 3 Stücke teilen und dünn ausrollen. Mit einem Glas (mind. 10 cm Durchmesser) Kreise ausstechen. Auf jeden Kreis 1 Teelöffel Heidelbeeren legen, den Teig zusammenklappen und die Ränder gut zusammendrücken. Die Pierogi auf ein trockenes Tuch legen, damit sie nicht zusammenkleben. Wenn das leicht gesalzene Wasser im großen Topf stark kocht, Pierogi vorsichtig hineingeben. Sobald sie an die Oberfläche steigen, etwa 2 Minuten bei mittlerer Hitze kochen. Mit etwas Abstand auf dem Teller platzieren und genießen.

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Liebe und Segen. „Opłatki“ sind Weihnachtswaffeln aus Mehl und Wasser, die man in Polen vor dem Weihnachtsessen teilt. Man bricht ein Stück ab, reicht es einem Familienmitglied, segnet einander und wünscht Gutes für das kommende Jahr. Die für Haustiere bestimmten Oblaten sind rosarot. | Foto: AdobeStock
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Maciej Trawka stammt aus Polen und ist Pfarrer im Seelsorgeraum Südoststeirisches Hügelland.
Weihnachten verbringt er „mit polnischen Brüdern“ und deren traditionellen Speisen. Sein Lieblingsgericht sind Heidelbeer-Piroggen. | Foto: Neuhold
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SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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