Bildung schafft Zukunft | Teil 2
Der Meilenstein
- Idyllisch wirkt die Szene, in der ein Mädchen im Klagenfurter „Minimundus“ die Burg Hochosterwitz streichelt. Lange war das Leben für Kinder jedoch weniger idyllisch. Oft waren sie für Arbeit eingeteilt. Mit der Einführung der Pflichtschule wurde auch die Gleichstellung von Mädchen und Buben auf den Weg gebracht.
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Serie zum Weltmädchentag (11. OKt.) - Teil 2
Das Gesetz der Kaiserin gab auch Mädchen neue Bildungschancen.
1774 war ein Jahr, das alles veränderte. Zumindest für jene Kinder am Gebiet des heutigen Österreich, die bis dato noch nicht zur Schule gingen sowie für ihre nachfolgenden Generationen.
Im Jahr 1760 wurde unter den Habsburgern die „Studien- und Bücher-Zensur-Hofkommission“ gegründet, die für eine vom Staat zentral organisierte Bildungspolitik stand. Die wohl wichtigste Reform leitete Kaiserin Maria Theresia 1774 mit der „Allgemeinen Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen in sämtlichen Kayserlichen Königlichen Erbländern“ ein, mit der sie alle Kinder erfassen wollte. Der Erlass galt für alle Buben und Mädchen, für Arm und Reich im gleichen Maß.
Bildung mit Hintergedanken.
Für die auch im Gebiet des heutigen Österreich herrschende Regentin Maria Theresia (1717–1780) war die Bildung der Untertanen wichtig – wenngleich: Uneigennützig für den Fortbestand der Monarchie war dieses Ansinnen wohl nicht.
Während eine grundlegende Ausbildung für Knaben die Schlagkraft des Heeres erhöhen sollte, schien die Mädchenbildung für die Erziehungsarbeit – und hierbei insbesondere für die Glaubensbildung – wichtig.
Rosa Maria Lanzinger fasst das Anliegen der Kaiserin in ihrem Buch über die Geschichte einer von den Grazer Schulschwestern geführten Bildungseinrichtung in Döllach (siehe Spalte rechts) zusammen: „Zum einen war Maria Theresia bewusst, dass gebildete Frauen besser geeignet sind, ihre Kinder gut zu erziehen, zum anderen wollte sie die Gleichstellung von Mädchen und Buben, unabhängig von Stand und Einkommen der Eltern, im Bereich der Bildung umsetzen“.
Langer Anlauf und erste Schritte.
Gesetzlich zwar festgeschrieben, brauchte das Pflichtschulwesen dennoch lange, um in der Bevölkerung Fuß zu fassen. Die ersten Schulen entstanden im städtischen Bereich. Auf dem Land behalf man sich jedoch mit Provisorien. Erst nach und nach entstanden Einrichtungen im Grundschulbereich.
Obwohl man mit der Bildungsreform auch das Ziel verfolgte, die Bildung aus dem Verantwortungsbereich der Kirche herauszulösen, betraute man dennoch auch Orden und Klöster damit, in ihren Gebäuden erste Schulklassen einzurichten. Dies geschah auch in der kleinen Kärntner Gemeinde Döllach, im dortigen Kloster.
Für strukturell schwache Regionen, wie das Gebiet um Döllach, war die Einführung des Pflichtschulwesens dennoch zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt gefordert. Ernte- und Bergbau-Erträge waren gering, und durch die Schulpflicht „verloren“ die Bauern kindliche Arbeitskräfte an den Unterricht. Bis Maria Theresias Reform jedes Kind, und vor allem: jedes Mädchen im „schulpflichtigen Alter“ zwischen sechs und zwölf Jahren erreichen konnte, sollte noch viel Zeit vergehen.
Quelle: Rosa Maria Lanzinger/Red.
Schule für Alle
- Maria Theresia
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Mit der „Allgemeinen Schulordnung“ wurde von Maria Theresia am 6. Dezember 1774 die Unterrichtspflicht für Kinder „beyderley Geschlechts“ im Alter von sechs bis zwölf Jahren angeordnet. Diese Schulordnung stellt einen Meilenstein in der Geschichte des österreichischen Bildungswesens dar. wiki
Maria Theresia wollte die Gleichstellung von Mädchen und Buben, unabhängig von Stand und Einkommen der Eltern, im Bereich der Bildung umsetzen.
Rosa Maria Lanzinger
Maria Schober
und die Geschichte des Klosters Döllach.
Klagenfurt/Celovec u.a.: Hermagoras Verlag 2025, ISBN: 978-3-7086-0918-8, 32 EUR.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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