Postkasten
Zum Advent
Wie geht es Ihnen, wenn Sie sich im Dunkeln befinden? Fühlen Sie sich dann alleine und orientierungslos oder legt sich die Dunkelheit wie ein schützender Mantel um Ihr Dasein? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es unterschiedliche Arten der Dunkelheit gibt. Eine, die mir Angst bereitet, weil sie mir die klare Sicht nimmt, verbirgt, was rund um mich geschieht, mich in trügerischer Sicherheit wiegt. Und eine, die mich in einen Kokon von Wohlgefühl hüllt, mein Inneres sanft hin- und herschwingen lässt, das Gefühl von Gelassenheit hervorruft.
Jedes Jahr im Advent darf ich die Dunkelheit als einen Freund begrüßen, der mich aus dem Sog des Alltags holt und mich mit dem Zauber dieser besonderen Zeit beschenkt. Schon früh verabschiedet sich der grelle Tag und überlässt dem dunklen Abend seinen Platz. Und wie von Zauberhand kommen die Gedanken zur Ruhe, breitet sich Stille aus und eröffnet sich Raum für ein In-sich-Gehen, für Selbstwahrnehmung, für Innehalten.
Es gleicht einem Wunder, welche Kraft sich mir darbietet, wenn ich diese Dunkelheit mit dem Schein einer Kerze in Einklang bringe. Eine kleine Flamme durchbricht die Schwärze wie ein Hoffnungsschimmer, der mich in Geborgenheit bettet und meine Gedanken hinlenkt auf das Wunder der Weihnacht, des hoffnungsvollsten Festes des Jahres. Somit tragen die vier Kerzen des Adventkranzes eine ganz wesentliche Bedeutung in sich, sie sind für mich Wegweiser hin zur wahren Weihnachtsfreude und lassen die Hoffnung in mir von Sonntag zu Sonntag heller erstrahlen.
Hannelore Klapsch, Unterschwarza
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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