Buch-Tipp
Geliebt und erwählt
- hochgeladen von SONNTAGSBLATT Redaktion
Das Buch Deuteronomium als Ur- und Grundschrift jüdisch-christlicher Theologie begleitet den Wiener Benediktinerpater Georg Braulik, Angehöriger des Schottenkonvents und emeritierter Professor für Alttestamentliche Bibelwissenschaft, bereits durch sein ganzes Leben. Eine lange Reihe wissenschaftlicher Publikationen gibt davon Zeugnis. Dabei war es ihm stets ein Anliegen, nicht allein zur Fachwelt zu sprechen, sondern darüber hinaus einer breiteren Leserschaft Zugänge zum spirituellen Reichtum des „fünften Buches Mose“ zu erschließen.
Solcherart ein- und hinführenden Charakter hat auch das vorliegende Büchlein, das anhand ausgesuchter Perikopen zentrale Fragen aufwirft: Was bedeutet es, als Volk erwählt zu sein? Warum die Gebote Gottes halten? Warum ist die Liebe zu den Fremden nicht etwa nur ein gutes Werk, sondern göttliches Gebot? Pater Braulik betrachtet diese und andere Fragen vor einem weiten historischen Horizont, zugleich aber immer mit dem Blick auf unser Leben und Zusammenleben hier und heute und mit ausgeprägtem Sinn für das sozialutopische Potenzial des biblischen Textes.
So sehr das Buch Deuteronomium seinem Wesen nach auch ein Gesetzestext ist, seine Theologie ist nicht eine von Gericht und Strafe, sondern, wie Braulik exemplarisch zeigt, eine Theologie der Liebe.
Christian Teissl
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.