Positionen - Monika Prettenthaler
Widerständig hoffen
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Wir können hoffnungsfroh sein oder falschen Hoffnungen folgen, Eltern sind guter Hoffnung, wenn sie ein Baby erwarten … Friedrich Nietzsche meinte: „Hoffnung ist in Wahrheit das Übelste der Übel, weil sie die Qual der Menschen verlängert.“ Umgekehrt sagt Anselm Grün, Leben ohne Hoffnung wäre kaum auszuhalten und letztlich die Hölle.
Hoffnung ist menschliches Talent und zugleich göttliche Tugend. Sie steht oft im Widerspruch zur Realität – genau darin liegt ihre Kraft.
Ein Beispiel für die Wirksamkeit geduldiger Hoffnung: Maria von Magdala wird auf biblischer Basis in der frühen Kirche als erste Verkünderin der Auferstehung verehrt, später aber in dieser Rolle lange ignoriert. Im 20. Jh. wird ihre Bedeutung als „Apostola Apostolorum“ (Apostelin der Apostel) wiederentdeckt. Das hat besonders Frauen Mut gemacht. 2016 wird ihr Gedenktag im liturgischen Kalender zum Fest erhoben und ist damit Apostelfesten gleichgestellt.
Meine Osterhoffnung im Heiligen Jahr mag naiv klingen – ich habe sie trotzdem und hoffe, dass entgegen etablierter Widerstände Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, wonach alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind, auch in der Kirche anerkannt und gelebt wird.
Monika Prettenthaler
monika.prettenthaler@uni-graz.at
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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