Offen gesagt - Katharina Renner, Vizepräsidentin
Orte des Mut-Machens
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Am 2. August war der Europäische Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma – warum sind solche Gedenktage wichtig?
Die systematische Vernichtung von ethnischen Minderheiten kam nicht plötzlich über Nacht. Jahrzehntelange systematische Diskriminierung und Herabwürdigung, die Betroffene in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld spürten, waren Vorläufer des grausamen Vernichtungsprogramms der Nazis. Derartige Attacken auf die Menschenwürde, egal in welcher Form, und sei sie noch so subtil, dürfen nie wieder stattfinden.
Dass es in unserer Gesellschaft noch immer Attacken auf Minderheiten und Volksgruppen gibt, zeigen auch die Grabschändungen der letzten Ruhestätte von Roma und Sinti, Romnja und Sintizze im letzten Sommer und heurigen Frühjahr auf mehreren Wiener Friedhöfen. Und es gibt spürbare Diskriminierung von Angehörigen dieser Volksgruppen am Arbeitsplatz, in der Schule und durch Medienberichte. Oft trauen Betroffene sich nicht, Vorfälle und Übergriffe zu melden – aus Angst, ihre Lage würde sich dadurch noch weiter verschlechtern.
Jede Form von Antiziganismus ist zutiefst unchristlich. Als Christinnen und Christen sind wir aufgerufen, im Alltag unsere Solidarität mit den Opfern zu zeigen und unterstützend zur Seite zu stehen. Die christlichen Pfarrgemeinden können Orte der Begegnung, der Aussprache und des Mut-Machens sein.
Katharina Renner ist Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreich.
Autor:SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT |
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