Aus meiner Sicht - CR Herbert Meßner
Lichtzeichen und Glockenzeichen

Im Monat November machen wir immer die Erfahrung, dass die Dunkelheit zunimmt. Auch das Tageslicht wird manchmal durch Nebel beeinträchtigt. Das kann sich manchen Menschen auch auf die Seele schlagen.
Heuer hat dieses Dunkel nicht nur jahreszeitliche Ursachen. Das Covid-19-Virus hat uns fest im Griff. Der Terror, den wir eben noch in Nizza betrauerten, hat unser Land erreicht. Der Umgang mit Demokratie hat bedenkliche Formen angenommen. Das alles schlägt sich erst recht auf die Seele oder schlicht und einfach auf die Existenzgrundlagen. Notorische Schuldzuweiser oder Verschwörungstheoretiker vernebeln noch zusätzlich die ohnehin schwierige Klarsicht.
Unsere Titelseite zeigt heute eine Kirche, die auch im Dunkel des Novemberabends dasteht, aber hell erleuchtet ist. Viele steirische Kirchen waren am Abend des 5. November hell erleuchtet und ließen ihre Glocken ertönen. Hier wurde ein kleines, aber wichtiges Zeichen gesetzt.
Kirchen, und damit meine ich nicht die Gebäude, sind Lichtpunkte. Sie lassen die Hoffnungsbotschaft des Evangeliums hineinleuchten in das Gemisch der Dunkelheiten.
Und die Glocken sind die Aufforderung, die Botschaft der Hoffnung und der Liebe nicht verstummen zu lassen. Christen lassen weder die betenden Hände noch die liebenden Hände sinken. Und sie haben etwas Mutmachendes zu sagen. Keine Durchhalteparolen, keine Vertröstungen auf später. Aber eine Botschaft des Vertrauens gegen die Angst und der Verständigung gegen den Hass.

Herbert Meßner, Chefredakteur

Autor:

SONNTAGSBLATT Redaktion aus Steiermark | SONNTAGSBLATT

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